Bitcoin: Kryptowährungen setzen ihre Talfahrt fort

Nach ein paar guten Tagen ging es mit dem Kryptosektor am Freitag steil bergab. Es droht ein tiefer Fall.

Gar nicht mehr so wertvoll: Analysten erwarten einen weiteren Abwärtstrend.
Gar nicht mehr so wertvoll: Analysten erwarten einen weiteren Abwärtstrend.
Gar nicht mehr so wertvoll: Analysten erwarten einen weiteren Abwärtstrend. – (c) Reuters

Wien. Es hätte für Bitcoin die erste grüne Woche seit Mai werden sollen – aber am Freitag musste der Kryptosektor die Gewinne der vergangenen Tage wieder abgeben. Der Preis für die wichtigste Kryptowährung Bitcoin fiel am Freitag um mehr als zehn Prozent auf unter 6200 Dollar.

Manche Analysten erwarten einen weiteren Abwärtstrend, der den Preis sogar bis zur 5000-Dollar-Marke drücken könnte. Seit einem Allzeithoch von mehr als 19.000 Dollar im Dezember ist Bitcoin bereits um 70 Prozent gefallen. Den Großteil der sogenannten Altcoins, deren Wert meist spekulativer ist als jener von „König Bitcoin“, hat es am Freitag noch viel schlimmer erwischt.

Manche haben seit Dezember schon 90 Prozent oder mehr eingebüßt. Besonders brutal hat es Nano (minus 93 Prozent) und Verge (minus 91 Prozent) erwischt. Unter den Top-Coins gehört Ripple, die Nummer drei im Markt, zu den größten Verlierern: minus 87 Prozent. Beobachter warnen seit Langem, dass viele Altcoins den aktuellen Bärenmarkt gar nicht überleben werden.

So haben Analysten von Goldman Sachs schon im Februar gesagt, dass ein Großteil jener Projekte, die im Fahrwasser des Bitcoin-Booms groß geworden sind, heuer auf null gehen könnte. Als Goldman diese Einschätzung abgab, lag die Marktkapitalisierung des durch Spekulation aufgeblähten Sektors noch bei mehr als 500 Milliarden Dollar. Am Freitag wurde die Marke von 270 Milliarden nach unten durchbrochen.

Auslöser für den jüngsten Abverkauf waren Nachrichten aus dem an sich Bitcoin-freundlichen Japan, wo die Aufseher sechs große Bitcoin-Händler ins Visier genommen haben und von ihnen verlangen, ihre Geschäftstätigkeit zu professionalisieren. Konkret geht es um die Identifikation von Kunden. Die Nachrichten allein waren freilich nicht an der Korrektur schuld. Einige Analysten wiesen sogar darauf hin, dass eine verstärkte Aufsicht langfristig gut wäre für den Sektor.

Dennoch: Der Bitcoinpreis befindet sich seit Anfang Mai in einem starken Abwärtstrend, der von geringem Volumen begleitet wird. Ein deutlicher Preisanstieg über 7000 Dollar hätte diesen Trend durchbrochen und den Bullen wieder eine Chance gegeben. Derzeit sieht es aber eher nach einem Fest für die Bären aus. Sollte der Support rund um 6000 Dollar durchbrochen werden, dürfte der Preis weiter verfallen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2018)

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