Moody's: Grünes Licht für Russland

Nach der Entscheidung von Moody's hat Russland nun eindeutig Investitionsniveau.

(c) REUTERS (Sergei Karpukhin)

Wien. Der Rubel reagierte am Montag unmittelbar. So fiel der Dollar gegenüber der russischen Währung um 41,11 Kopeken auf 65,65 Rubel. Der Euro gab um 57,11 Kopeken auf 74,32 Rubel nach. Die Erstarkung des Rubels folgte auf die Entscheidung der Ratingagentur Moody's vom Wochenende, die Kreditwürdigkeit des Landes vom vorherigen Ramschniveau (Ba1) auf Investitionsniveau (Baa3) anzuheben.

Ein höheres Rating bescheinigt dem Staat, dass er mit seinem Schuldendienst zurechtkommt. Entsprechend verbilligen sich für ihn – und in weiterer Folge gewöhnlich auch für Unternehmen – die im Ausland aufgenommenen Kredite. Das Rating dient internationalen Investmentfonds als Orientierungshilfe.

Die beiden anderen führenden Ratingagenturen (Fitch und Standard & Poor's) hatten Russland bereits auf Investitionsniveau eingestuft.

 

„Gerecht, aber verspätet“

Die jetzige Entscheidung von Moody's sei gerecht, aber etwas verspätet, meinte Finanzminister Anton Siluanow in einer ersten Reaktion: „Ich bin froh, dass die offensichtlichen Erfolge der russischen Wirtschaftspolitik von Moody's würdig bewertet wurden.“

Vor Jahren hatte sich Russland mit den westlichen Ratingagenturen überworfen, weil diese bei ihren Bewertungen in den Augen Moskaus politisch voreingenommen seien.

 

Russland ist widerstandsfähig

Die Würdigung der Agentur bescheinigt Russland wesentliche Erfolge. In der Erklärung ist die Rede vom „positiven Einfluss der Politik, die in den vergangenen Jahren zur Stärkung der ohnehin stabilen Staatsfinanzen durchgeführt wurde“. Auch wird betont, dass die Verwundbarkeit des Landes „durch äußere Schocks inklusive der Sanktionen“ verringert worden sei. Selbst wenn in den kommenden Monaten neue US-Sanktionen verhängt würden, was die Agentur Moody's für sehr wahrscheinlich hält, so könne Russland das ihres Erachtens ohne wesentlichen Schaden für das Kreditprofil abdämpfen. Besonders hervorgehoben werden die Reserven, die niedrige Staatsverschuldung und die beschlossene Pensionsreform.

Russlands Wirtschaft befindet sich nach der Rezession 2015 auf einem vorsichtigen Erholungsweg. Die soeben vom Statistikamt Rosstat für 2018 bescheinigten, hohen 2,3 Prozent Wachstum werden von Experten aber als manipuliert angesehen. (est)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2019)

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