Zivilprozess: 17,5 Millionen Euro für die Hypo

In Klagenfurt wurden Vergleiche mit der Bank Burgenland, Ederer, Grigg und der Mitarbeiterstiftung geschlossen.

THEMENBILD: HYPO ALPE-ADRIA-BANK
THEMENBILD: HYPO ALPE-ADRIA-BANK
APA/BARBARA GINDL

Im Hypo-Zivilprozess am Klagenfurter Landesgericht sind am Freitag die ersten Vergleiche geschlossen worden. Die Bank Burgenland, Othmar Ederer und Siegfried Grigg sowie die Hypo Alpe Adria Mitarbeiter Privatstiftung (MAPS) haben sich mit der Klägerin geeinigt. Für die übrigen Beteiligten geht das Verfahren im Herbst weiter.

Insgesamt 50 Millionen Euro

Die Hypo hatte von der Bank Burgenland 20,7 Millionen Euro aus einer Sonderdividende aus dem Jahr 2008 zurückgefordert. Die Klagssumme bei der MAPS betrug 2,3 Millionen Euro. Die beiden Manager sollten je zwei Millionen Euro zahlen. Im Zivilprozess geht es insgesamt um 50 Millionen Euro. Weiterhin beklagt sind die Kärntner Landesholding, die B & Co Beteiligungs GmbH sowie sieben weitere ehemalige Vorstands- beziehungsweise Aufsichtsratsmitglieder.

Dem Generalvergleich mit der Bank Burgenland trat die Grazer Wechselseitige Versicherung (Grawe) als Eigentümerin der Bank Burgenland bei, ohne sich an dem Streitverfahren zu beteiligen. So wurde beschlossen, dass die Grawe, die Bank Burgenland sowie Grawe-Chef Ederer als ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats der Hypo und Grigg als ehemaliger Vorstandsvorsitzender sowie als Aufsichtsratsmitglied 17,5 Millionen Euro an die Hypo zahlen.

Hohe Prozesskosten

"Mit diesem Vergleich wollen wir das Gerichtsverfahren, das sehr hohe Prozesskosten mit sich gebracht hätte, beenden. Die Grawe unterstreicht damit ihre Verantwortung als ehemalige Miteigentümerin der Bank und liefert einen substanziellen Beitrag zur Aufarbeitung", erklärte Ederer nach dem Prozess.

Die Hypo zieht weiters den Privatbeteiligten-Anspruch im Strafverfahren, bei dem Grigg noch nicht rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde, zurück. Damit sollen sämtliche Ansprüche der Streitparteien endgültig bereinigt und beglichen sein. Ausgenommen sind eventuelle neue strafrechtliche Verurteilungen wegen Vorsatztaten im Zusammenhang mit persönlicher Bereicherung.

Die MAPS erkennt einen Anspruch der Hypo in der Höhe von 1,575 Millionen Euro an. Die Anwaltskosten trägt in beiden Fällen jede Partei selbst. Das restliche Verfahren wird im Herbst fortgesetzt.

Picker: "Erfreuliches Signal"

"Die Einigung mit der Grawe über den Rückfluss von 17,5 Millionen Euro ist ein erfreuliches Signal und bestätigt das Vorgehen der Bank. Ich hoffe, dass der verantwortungsvolle Schritt auch anderen ehemaligen Aktionären der Bank als Beispiel dient", erklärte Hypo-Vorstandsvorsitzender Alexander Picker in einer ersten Reaktion.

(APA)

Kommentar zu Artikel:

Zivilprozess: 17,5 Millionen Euro für die Hypo

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen