Niki: Verkauf noch vor Jahresende

"Presse" exklusivDer deutsche Masseverwalter Flöther drückt aufs Tempo, um die insolvente Air-Berlin-Tochter mit 1000 Beschäftigten doch noch zu retten.

THEMENBILD: FLUGLINIE NIKI
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APA/HANS KLAUS TECHT

Der deutsche Masseverwalter der insolventen österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki, Lucas Flöther, drückt aufs Tempo: Um die Mittagszeit mussten  verbindliche Offerte auf dem Tisch liegen. Die will sich Flöther offenbar gleich vornehmen und auch die Weihnachtsfeiertage durcharbeiten: Denn "er will schon am 29. Dezember den Sack zumachen", wie ein Insider der "Presse" sagte.

Vorentscheidung schon morgen

Eine Vorentscheidung könnte sogar schon am Freitag fallen. Flöther wird den zuständigen Gläubigern einen Vorschlag unterbreiten. "Und dann denke ich, hoffe ich, dass es morgen im Gläubigerausschuss eine Entscheidung, zumindest eine Weichenstellung geben wird", sagte Flöther im ORF.

Drei Interessenten sind fix im Rennen, zwei haben dies der "Presse" bestätigt: Niki Lauda und Thomas Limberger mit seiner PrivatAir. Limberger finanziert den Deal über seine eigene Investmentgesellschaft SilverArrow Capital. Dazu kommt die Thomas-Cook-Tochter Condor, die schon in der ersten Bieterrunde, damals zusammen mit Lauda, für die Air Berlin und Niki geboten hatte. Die Condor will mit Niki ihre Kapazitäten als Ferienflieger massiv aufstocken, um so die zuletzt zum Unmut von Reisenden aufgetretenen Überbuchungen abzufedern. Am Abend wurde bekannt, dass auch die British-Airways-Mutter IAG und Tuifly ein Offert abgegeben hätten.

Der Billigflieger Ryanair hat entgegen einer früheren Ankündigung am Donnerstag mitgeteilt, doch kein Gebot für die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki abgegeben. Leider gebe es nicht genug Klarheit über die Vermietung von Lufthansa-Flugzeugen an Niki, begründete das Unternehmen. Darüber hinaus hat auch das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht abgewunken.

Die neue österreichische Bundesregierung und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) haben zwar angekündigt, keinen Zeitdruck zu machen und die Betriebslizenz (AOC) und die Slots von Niki, die eigentlich mit einer Insolvenz erlöschen, einige Zeit aufrecht zu halten. Dennoch tickt die Uhr, zumal es auch um die Zukunft der 1000 Beschäftigten geht. Ihnen machen zwar die Lufthansa, bzw. ihre eigene Billigtochter Eurowings, und die AUA große Avancen und bieten ihnen Wechselmöglichkeiten. Es bestehen aber rechtliche Unsicherheiten, ob ein Wechsel so einfach möglich ist. Denn die Niki-Mitarbeiter sind nach österreichischem Kollektivvertrag angestellt.

(c) APA

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