Wiener TTTech entwickelt autonomes Fahren für chinesischen Markt

Das Wiener Technologieunternehmen und Chinas größter Automobilkonzern SAIC wollen noch heuer ein „elektrisches High-End-Modell“ auf den Markt bringen.

Stefan Poledna und Georg Kopetz leiten TTTech.
Stefan Poledna und Georg Kopetz leiten TTTech.
Stefan Poledna und Georg Kopetz leiten TTTech. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. TTTech gilt als österreichische Technologieperle, auf deren Know-how Weltkonzerne wie Boeing und Airbus sowie die Nasa setzen. Das Wiener Unternehmen entwickelt intelligente Steuerungssysteme und genießt vor allem auf dem Gebiet des autonomen Fahrens große Reputation. Längst hat sich der deutsche Audi-Konzern an dem Unternehmen beteiligt. Die VW-Tochter hält 32 Prozent an TTTech. Erst im vergangenen Herbst ist der koreanische Samsung-Konzern mit 75 Millionen Euro bei TTTech eingestiegen. Am Mittwoch teilte TTTech den jüngsten Coup mit. Die Wiener gründeten ein Joint Venture mit der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC).

SAIC ist der größte Autobauer Chinas und der siebentgrößte Autokonzern der Welt. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 160.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von knapp 100 Milliarden Dollar. Der Konzern produzierte 2016 sechs Millionen Fahrzeuge. Zum Vergleich: In ganz China wurden im selben Zeitraum 28 Millionen Fahrzeuge hergestellt.

Nun baut SAIC gemeinsam mit TTTech das erste in Serie produzierte, intelligent fahrende Auto. „Bereits in diesem Jahr sollen erste Fahrzeuge verfügbar sein“, teilte TTTech am Mittwoch in der Aussendung mit. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein „rein elektrisches High-End-Modell“, heißt es. Die Wiener halten an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen 49,9 Prozent.

TTTech beschäftigt weltweit 500 Mitarbeiter, 400 davon in Wien. Das Unternehmen erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro. TTTech entwickelt Sicherheitssteuerungssysteme für die Luftfahrt, die Autoindustrie und für Baumaschinen. Die Technologie aus Wien ist auch in der Raumfahrt im Einsatz. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2018)

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