US-Supreme Court erlaubt erstmals Sportwetten in den USA

US-Bundesstaaten können künftig eigene Gesetze zur Regelung von Sportwetten erlassen. Die großen US-Sportverbände stemmen sich vehement gegen eine Legalisierung des Wettgeschäfts.

(c) AFP (ROBIN VAN LONKHUIJSEN)

Der Supreme Court als höchstes US-Gericht hat das Verbot von Sportwetten in den USA aufgehoben. Das teilte das Gericht am Montag in Washington mit. Damit wird seit 1992 geltendes Bundesrecht hinfällig, das in den meisten Bundesstaaten Sportwetten verbot. Künftig können US-Bundesstaaten eigene Gesetze zur Regelung von Sportwetten erlassen. Vor allem der Bundesstaat New Jersey hatte seit langer Zeit versucht, Sportwetten zu legalisieren.

"Der US-Kongress kann Sportwetten direkt regulieren. Wenn er sich dafür entscheidet, dies nicht zu tun, sind die Bundesstaaten frei, ihre eigenen Gesetze zu erlassen", heißt es in der Entscheidung des Gerichts.

Derzeit sind Sportwetten in den USA flächendeckend nicht legal möglich. Lediglich im Spielerparadies Nevada werden solche Wetten angeboten, einige andere Staaten haben ein sehr limitiertes Angebot. Der Schwarzmarkt wird auf ein Volumen von mehreren Milliarden Dollar geschätzt.

 

Kasino-Aktien ziehen an

Die Aktien von Spielkasinos und Wettbüros in den USA haben am Montag nach dem "Ja" des Obersten Gerichtshofes zu Sportwetten kräftig zugelegt. Die Aktien von Caesars Entertainment und Boyd Gaming stiegen um sieben und beinahe fünf Prozent auf 12,75 und 36,67 Dollar. MGM Resorts legten zeitweise 3,5 Prozent auf 32,90 Dollar zu. Die Aktien von Empire Resorts und Scientific Game stiegen um mehr als zehn Prozent.

Das Urteil ist vor allem eine Niederlage für die großen amerikanischen Sportligen. Der Markt für Sportwetten wird auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt. Sie könnten künftig in vielen Bundesstaaten und nicht nur in Nevada mit seiner Kasino-Metropole Las Vegas legal sein.

Die Sportwetten-Legalisierung in New Jersey, die der frühere republikanischen Gouverneur Chris Christie vorangetrieben hatte, war von der Football-Liga, von Major League Baseball und der National Basketball Association, der Hockey-Liga und den College Sportverbund infrage gestellt worden. Sie hatten ihren Widerstand mit möglichen Absprachen und Schiebereien begründet. 

(APA/dpa)

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