"Jetzt reicht's" - US-Wirtschaft macht gegen Trumps Zollpolitik mobil

Mehr als 60 Lobby-Gruppen vom Einzelhandel bis hin zu Schiffsherstellern starten eine Kampagne, um US-Bürger für das Thema Zölle und deren Folgen für Industrie und Dienstleister zu sensibilisieren.

Der Widerstand gegen Donald Trumps Strafzölle wächst
Der Widerstand gegen Donald Trumps Strafzölle wächst
Der Widerstand gegen Donald Trumps Strafzölle wächst – REUTERS

Vor den im November anstehenden US-Kongresswahlen machen zahlreiche Wirtschaftsverbände gegen die protektionistische Politik von US-Präsident Donald Trump mobil. Mehr als 60 Lobby-Gruppen vom Einzelhandel bis hin zu Schiffsherstellern starten am Mittwoch eine Kampagne, um die Bürger für das Thema Zölle und deren Folgen für Industrie und Dienstleister zu sensibilisieren. Hinter der Aktion stehen auch einige der größten Unternehmen des Landes - darunter Apple, Microsoft und Amazon.

Der von dem republikanischen Staatschef angezettelte Zollstreit mit großen Handelspartnern wie China und Japan hat dazu geführt, dass US-Unternehmen über steigende Kosten klagen und über Entlassungen nachdenken - auch in der Schiffsbaubranche. Lange habe man gezögert, mit den Bedenken gegen die Handelspolitik an die Öffentlichkeit zu gehen: "Doch jetzt reicht's", sagte die Cheflobbyistin des Nationalen Schiffbauverbands, Nicole Vasilaros.

Trump hatte jüngst Entschlossenheit signalisiert, praktisch sämtliche Einfuhren aus China mit Zöllen belegen zu lassen. Ihm ist vor allem der chinesische Überschuss im Handel mit den USA ein Dorn im Auge. Er wirft Peking unfaire Handelspraktiken vor. Die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt haben sich seit Juli gegenseitig mit Zöllen überzogen. Betroffen sind bislang Waren im Wert von jeweils 50 Milliarden Dollar.

Laut dem Einzelhandelsverband NRF ist bei der Kampagne gegen die Zölle "fast jeder Sektor der US-Wirtschaft mit dabei". Die Lobbygruppen wollen zu Beginn in fünf Schlüsselstaaten der November-Wahlen den Hebel ansetzen: Ohio, Pennsylvania, Illinois, Indiana und Tennessee. Nach Angaben der Organisatoren soll nicht in den Wahlkampf eingegriffen werden. Vielmehr gehe es darum, vor dem für die Kontrolle über den Kongress entscheidenden Urnengang am 6. November das Thema Zölle in die politische Debatte einzubringen. Bis zum Ende des Jahres soll die Kampagne auf zwölf weitere Bundesstaaten ausgedehnt werden. 

(Reuters)

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