Wirtschaftsweiser warnt: EZB könnte geldpolitische Wende zu spät einleiten

Der deutsche Wirtschaftsweise Volker Wieland hat die Europäische Zentralbank vor einem zu langsamen Kurswechsel ihrer lockeren Geldpolitik gewarnt.

APA/dpa/Boris Roessler

"Die EZB läuft Gefahr, die geldpolitische Wende zu spät einzuleiten", schrieb der deutsche Wirtschaftsweise Volker Wieland in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag".

"Das heißt, die Inflation könnte schneller steigen, es könnten noch mehr riskante Kredite vergeben, unproduktive Investitionen getätigt und Ressourcen falsch eingesetzt werden." Risiken für die Finanzstabilität würden damit weiter zunehmen. Wieland forderte die EZB zu einer Abkehr von ihrer aktuellen Politik auf. "Die EZB könnte die Zinsen früher anheben. Außerdem müsste sie dringend erklären, wann und wie schnell sie ihre Bilanz reduziert. Sie sollte nicht auf so viel Staatsanleihen sitzen bleiben, sondern Bestände abbauen."

Das bisherige Vorhaben der EZB, ab Jahresende zwar keine zusätzlichen Staatsanleihen mehr aufzukaufen, Altbestände aber vorerst weiter zu halten und auslaufende Papiere zu ersetzen, sei gefährlich. "Hohe Staatsanleihenbestände schaffen Begehrlichkeiten, Staatsfinanzen zulasten der Notenbankbilanz zu sanieren."

(Reuters)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Wirtschaftsweiser warnt: EZB könnte geldpolitische Wende zu spät einleiten

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.