Handels-KV: Erste Proteste in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck geplant

Die Gewerkschaft will die breite Öffentlichkeit für ihr Anliegen gewinnen. Vorerst wurde noch kein weiterer Verhandlungstermin zwischen den Sozialpartnern vereinbart.

AKTIONSTAG GPA-DJP, GEWERKSCHAFT VIDA IM PRIVATEN GESUNDHEITS- UND SOZIALBEREICH: DEMONSTRATION IN LINZ
AKTIONSTAG GPA-DJP, GEWERKSCHAFT VIDA IM PRIVATEN GESUNDHEITS- UND SOZIALBEREICH: DEMONSTRATION IN LINZ
Die Gewerkschaft ortet großes Unverständnis zum Angebot der Arbeitgeber. – APA/GPA-DJP

Im Ringen um einen Kollektivvertrag für die Beschäftigten im Handel erhöhen die Arbeitnehmervertreter den Druck auf die Arbeitgeberseite. In Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck werden morgen, Samstag, erste Proteste stattfinden, teilte die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) am Freitag mit.

Die breite Öffentlichkeit wird gleichzeitig eingeladen, unter dem Motto "Arbeit im Handel ist mehr wert!" online unter www.zukunftimhandel.at die Anliegen der Handelsangestellten zu unterstützen. "Es herrscht großes Unverständnis darüber, dass die Handelsangestellten mit 2,35 Prozent abgespeist werden sollen und so deutlich hinter anderen KV-Abschlüssen anderer Branchen zurückfallen würden", so Anita Palkovich, KV-Verhandlerin der GPA-djp in einer Aussendung.

In Wien wird der gewerkschaftliche Protest in der Mariahilfer Straße am Christian Broda Platz stattfinden, in Salzburg am Linzer Gasse Platzl, in Graz beim EKZ Murpark und in Innsbruck beim EKZ Sillpark.

Angebot der Arbeitgeber über 2,35 Prozent mehr Lohn

Die vierte Verhandlungsrunde für einen neuen Handels-KV ist wie berichtet am Mittwoch nach zehn Stunden abgebrochen worden. Gleichzeitig kündigte die Gewerkschaft für den 8. Dezember Aktionen und betriebliche Aktivitäten an, die nun auch stattfinden werden. Ab Montag (10. Dezember) sind auch Betriebsversammlungen vorgesehen.

Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt 2,35 Prozent Gehaltssteigerung angeboten, was die Arbeitnehmerseite bisher als "inakzeptabel" abgelehnt hat. Die Gehaltsforderung der Gewerkschaft liegt bei 3,5 Prozent oder mindestens 60 Euro.

Die Arbeitgeber orten hingegen ein abgekartetes Spiel. Sie sehen den Abbruch politisch motiviert, er sei eine "abgesprochene Sache". Die Gewerkschaften hätten für die heurigen Kollektivvertragsverhandlungen einen heißen Herbst angekündigt und setzten nach Warnstreiks bei den Metallern und bei den Eisenbahnern auch Protestmaßnahmen im Handel durch.

Einen neuen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Ein neuerliches Gespräch soll aber jedenfalls noch vor Weihnachten stattfinden. Der neue Kollektivvertrag für über 400.000 Handelsangestellte und 15.000 Lehrlinge soll nämlich bereits ab 1. Jänner 2019 gelten.

(APA)

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