Boom nach Pleite: Schwedenbomben-Umsatz vervierfacht

Die „Rettung" der Schwedenbomben jährt sich zum sechsten Mal. Das wird groß gefeiert. Produziert werden die beliebten Süßwaren mittlerweile in zwei Schichten.

Schwedenbomben sind wieder begehrt
Schwedenbomben sind wieder begehrt
Schwedenbomben sind begehrt – APA/GEORG HOCHMUTH

Der Umsatz bei Niemetz Schwedenbomben ist seit der Übernahme durch die Schweizer Heidi Chocolat AG vervierfacht worden. Es handelt sich um mittlerweile etwa 18 Millionen Euro, zumal Verwaltungsratsvorsitzender Gerald Neumair auf 4,5 Millionen Euro vor der Insolvenz des Wiener Traditionsunternehmens im Juni 2013 verwies. Der Mitarbeiterstand sei auf mehr als 180 gestiegen.

Die Rettung der Schwedenbomben "jährt sich zum sechsten Mal", erinnerte Neumair im Gespräch mit der APA. Am 14. Juni 2013 habe der Insolvenzverwalter die Schlüssel übergeben, weshalb am Freitag am Produktionsstandort in Wiener Neudorf/NÖ auch eine ganztägige Jubiläumsfeier steige. Man habe "nie vorgehabt", ins Ausland zu gehen. "Wir sind im Großraum Wien geblieben", betonte der Verwaltungsratsvorsitzende.

Obwohl der Süßwarenmarkt gesamt gesehen stagniere, hätten sich die Umsätze positiv entwickelt, sagte Neumair. Das gelte nicht nur für die Schaumküsse selbst, sondern auch für Manja und Swedy. Vor sechs Jahren seien der Haselnuss- und der Erdnuss-Riegel "fast nicht mehr vorhanden" gewesen. Es zeige sich, dass "Local Heroes" gegen internationale Marken "durchaus bestehen" könnten, resümierte Neumair zufrieden.

Zweite Schicht aufgebaut

"Wir arbeiten weiterhin nach der Konditormethode", erinnerte Gerhard Schaller, Geschäftsführer der Heidi Chocolat AG Niemetz Schwedenbomben Niederlassung Österreich. Weil die Haltbarkeit der Schaumküsse somit unverändert bei drei Wochen liege, bleibe die "lückenlose Kühlkette in der Distribution eine große Herausforderung".

"Enorme Nachfragezuwächse" habe eine jüngste TV-Kampagne gebracht, so Schaller weiter. Weil Bestellungen "gar nicht mehr zu produzieren waren", sei binnen vier Wochen eine - nunmehr seit Mitte April tätige - zweite Schicht aufgebaut worden. Das Wachstum sei "super erfreulich", der Betrieb in zwei Schichten natürlich "kostenintensiv".

Gearbeitet wird in Wiener Neudorf auch an der Entwicklung des Standorts selbst. 120 Quadratmeter seien zugebaut, eine 2000 Quadratmeter große benachbarte Halle für Lager, Büro und einen zweiten Workshop-Bereich sei angemietet worden, sagte Schaller.

Nicht zuletzt kündigte Neumair einen Relaunch bei den Heidi-Schokoladen an. Das Produkt stehe für "Handarbeit", wie es auch bei den Schwedenbomben der Fall sei.

(APA)

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