Insolvente JoWood bei Investorensuche unter Druck

Fünf Millionen Euro braucht der Computerspiele-Hersteller für die Gläubiger. Nur zwei Monate verbleiben für die Investorensuche.

Insolvente JoWood Investorensuche unter
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Clemens Fabry

Der insolvente Computerspiele-Produzent JoWooD Entertainment AG mit Sitz in Wien wird etwa fünf Millionen Euro aufbringen müssen, um die Gläubigeransprüche zu erfüllen. Diese Summe bestätigte Insolvenzverwalter Helmut Platzgummer dem "WirtschaftsBlatt". Falls das Sanierungsverfahren angenommen wird, beträgt die Quote 20 Prozent, zahlbar auf zwei Jahre. Die Verbindlichkeiten des Softwareproduzenten betragen rund 20 Mio. Euro.

JoWooD selbst arbeitet dem Bericht zufolge derzeit mit allen Kräften an der Sanierung. Erst am Montag verhandelte die Unternehmensspitze mit einem potenziellen Investor. "Es waren Gespräche mit einem Unternehmen aus unserer Branche. Ein strategischer Investor wäre für uns die Ideallösung", so JoWooD-Sprecher Philipp Brock. Aktuell verhandle man mit fünf Interessenten, darunter auch Finanzinvestoren.

Der steirische Spielhersteller JoWooD musste nach wirtschaftlich schwierigen Jahren Anfang Jänner 2011 Insolvenz anmelden. In den ersten neun Monaten  bis September 2010 fuhr JoWooD unterm Strich einen Konzernverlust von 25 Mio. Euro ein.

Zeit drängt

Viel Zeit hat JoWooD nicht, einen neuen Geldgeber zu finden: Das Insolvenzgericht hat die entscheidende Sanierungsplantagsatzung für den 7. April angesetzt. Damit bleiben noch rund zwei Monate Zeit, um einen neuen Geldgeber zu finden.

Eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens hat für den Masseverwalter oberste Priorität: "Ich bezweifle stark, dass im Fall einer Liquidation von JoWooD die Gläubiger 20 Prozent ihres Geldes sehen würden." Platzgummer rechnet mit keinem "Game Over": "Ich bin zuversichtlich, dass es gelingt, das Unternehmen weiterzubetreiben. Das Image von JoWooD in der Branche ist gut", sagte der Masseverwalter.

(APA)

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