Geübt im Konkurs: Chronologie der Kneissl-Geschichte

Die Tiroler Skifirma hat bereits 1980 und 2003 Konkurs angemeldet, sich aber immer wieder erfangen. Außerdem kamen mit "Big Foot" und dem ersten Carving Ski auch eine Menge Ski-Innovationen von Kneissl.

KNEISSL
KNEISSL
Kneissl – (c) APA/BARBARA GINDL (Barbara Gindl)

Die Tiroler Skifirma Kneissl hat nicht zum ersten Mal in ihrer Firmengeschichte Konkurs eingebracht - auch 1980 und 2003 war es schon einmal so weit. Daneben kann Kneissl aber auch auf einige Höhepunkte in der Geschichte der österreichischen Skiproduktion verweisen. So feierte Kneissl mit "Big Foot "und Carving Ski Höhenflüge. Eine Chronologie.

  • 1919 - Erster Ski: Franz Kneissl senior fertigt den ersten Ski Österreichs. Der Kneissl Ski wird als Marke angemeldet.
  • 1946 - Industrielle Fertigung: Franz Kneissl junior übernimmt die Firma und baut das Unternehmen auf. Gemeinsam mit seinem Bruder Walter stellt er den Handwerksbetrieb auf Industriefertigung um.
  • 1960er Jahre - Meilenstein: Kneissl entwickelt mit dem "White Star" den ersten Kunststoff-Ski mit Holzkern, der als Meilenstein in der Skiindustrie gefeiert wird.
  • 1980 - Konkursantrag I: Der deutsche Langlaufhersteller Trak übernimmt Kneissl.

 

  • 1989 - Eigentümerwechsel: Die Mehrheit hält nun eine Unternehmergruppe um den als Sanierer bekannten Erhard Grossnig und Hans Peter Haselsteiner, heute Strabag-Chef.
  • 1990 - Big Foot: Der von Kneissl entwickelte Kurzski "Big Foot" entwickelt sich zum Verkaufsschlager.
  • 1991-Fusion: Kneissl fusioniert mit dem oberösterreichischen Sportartikelhersteller Dachstein. 
  • 1992 - Carving Ski: Kneissl bringt den ersten Carving-Ski "Ergo" auf den Markt, die Branche erlebt einen Aufschwung.
  • 1992 - Börsegang: Kneissl Dachstein wird zur "Kneissl Dachstein Sportartikel AG".
  • 1995 - Expansion: Kneissl übernimmt unter anderem den Schweizer Sportartikelhersteller Raichle.
  • 1999 - vier Standorte: Der Standort in Oberösterreich wird geschlossen, die Zentrale wird nach Kufstein in Tirol verlegt. Kneissl hat zwei Standorte in Ungarn, einen in der Schweiz und einen in Tirol.
  • 2002 - Expansionsstrategie geht nicht auf: Die Skiproduktion in Kufstein - das Kerngeschäft - wird eingestellt und teilweise vom Konkurrenten Fischer übernommen.
  • 2003 - Konkursantrag II: Kneissl hat 18 Millionen Euro Schulden. 

 

  • 2003 - Neue Eigentümer: Ein Tiroler Bieterkonsortium, darunter Fritz Unterberger und Richard Labek übernehmen die marode Firma.
  • 2006 - Produktionsstopp: Kneissl lagert die Skiherstellung an zahlreiche Partnerfirmen aus. 
  • 2007 - Laufend Finanzspritzen: Andreas Gebauer wird Geschäftsführer bei Kneissl. Die Firma schreibt weiterhin Verluste, die verbliebenen Eigentümer (darunter Unterberger) müssen laufend Geld nachschießen.
  • 2008 - Al Jaber steigt ein: Der austro-arabische Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber hält nun 60 Prozent. Kneissl soll mit frischem Geld zu einer Lifestyle-Marke für Bekleidung und Erlebnisgastronomie werden. 
  • 2010 - Exekutionsanträge: Gegen Kneissl wurden fünf Exekutionsanträge eingebracht. Unter anderem von der Wiener Modeunternehmerin Susan Strasser und dem ehemaligen Eigentümer Fritz Unterberger. 
  • November 2010 - Konkursantrag III: Die Gesellschafter segnen eine Kapitalerhhöung durch Al Jaber ab, Unterberger bringt den ersten Konkursantrag gegen Kneissl ein. 
  • Dezember 2010 - Erste Frist vorbei: Al Jaber lässt die erste Frist für die Kapitalerhöhung verstreichen, die ihm die Behörden gesetzt haben. 
  • 5. Jänner 2010 - Konkursantrag IV: Unterberger bringt erneut Konkursantrag ein.
  • 12. Jänner 2011 - Letzte Hoffnung: Laut Geschäftsführer Gebauer hat Al Jaber das für die Kapitalerhöhung nötige Dokument unterzeichnet. Das Geld fließe demanch bald.
  • 7. Februar 2011 - Konkursrichter: Gebauer wird einvernommen, bekommt eine letzte Frist bis zum Abend. 
  • 8. Februar 2011 - Insolvenzantrag: Der Scheich hat nicht gezahlt.

(APA)

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