Die OMV schwimmt in russischem Gas

Der Einstieg in Sibirien beschert dem Konzern ein kräftiges Produktionsplus. Aber aus Russland kommt nicht nur billiges Gas, die OMV muss es auch günstiger weitergeben.

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Watering cans are palced in front of the logo of Austrian energy group OMV at a gas station in Vienna
Watering cans are palced in front of the logo of Austrian energy group OMV at a gas station in Vienna – (c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)

Wien. Der 1,7-Milliarden-Euro-teure Einstieg der heimischen OMV ins russische Gasfeld Juschno Russkoje macht sich bemerkbar. Im Schlussquartal produzierte das Unternehmen mit 377.000 Fass Öläquivalent pro Tag um gut zehn Prozent mehr Öl und Gas als in den drei Monaten zuvor. Und das, obwohl das westsibirische Feld die Produktion der OMV erst seit Dezember auffettet.
Ab dem heurigen Jahr will das Unternehmen zusätzliche 100.000 Fass Öläquivalent pro Tag in Juschno Russkoje fördern. Das entspricht etwa einem Viertel der gesamten Produktionsmenge der OMV. Der größte Vorteil für das Unternehmen sind die extrem niedrigen Förderkosten. In Summe sollen die durchschnittlichen Förderkosten pro Fass dadurch vom 16-Dollar-Höchststand vor drei Jahren auf sieben Dollar sinken.

Gas und Preis aus Russland

Aber nicht nur die Produktionskosten sind in Russland niedriger als in vielen anderen Regionen, in denen die OMV tätig ist. Auch der Preis, den das Unternehmen für das Gas letztlich erhält, ist deutlich niedriger. Gemäß Vereinbarung verkauft das österreichische Unternehmen die gesamte Produktion aus Juschno Russkoje an den russischen Staatskonzern Gazprom. Die Hälfte der Mengen werden zu einem international üblichen Preis (konkret zum deutschen Preis) abgenommen. Die andere Hälfte wird jedoch zum niedrigeren russischen Inlandspreis verkauft, heißt es auf Anfrage der „Presse“. Über die genaue Höhe des russischen Preises schweigt der Konzern lieber. Nicht die stärkere Produktion, auch ein Ölpreis, der stabil über 60 Dollar je Fass steht, bereitet der OMV derzeit Freude.
Negativ wirkt sich der gestiegene Ölpreis naturgemäß auf Raffineriemarge aus. Die OMV-Referenz-Raffineriemarge lag im letzten Quartal mit 5,68 Dollar pro Fass deutlich unter dem Wert des Vorquartals (7,04 Dollar pro Fass). Die Auslastung der Raffinerien ging in den letzten drei Monaten zwar leicht zurück, blieb mit 92 Prozent aber auf hohem Niveau.
Am 21. Februar will die OMV ihre gesamten Ergebnisse für das 4. Quartal und das Jahr 2017 publizieren. (auer)

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