Ölmangel: IEA prophezeit Weltwirtschaftskrise im Jahr 2013

Auf die Finanzkrise könnte schon bald eine noch schlimmere, von Ölmangel ausgelöste, weltweite Krise folgen, warnt die Internationale Energieagentur. Der Ölpreis soll auf bis zu 200 Dollar steigen.

(c) AP (Ana Maria Otero)

Auf die derzeitige Wirtschaftskrise könnte nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) schon bald eine noch schlimmere, von Ölmangel ausgelöste weltweite Krise folgen. "Wir könnten auf eine neue Krise zusteuern, deren Ausmaß die gegenwärtige übertreffen könnte", warnte IEA-Direktor Nobuo Tanaka in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe).

Fatal könnte sich der aktuell niedrige Ölpreis auswirken: Weil große Ölkonzerne derzeit ihre Investitionen in neue Förderprojekte stoppten, könne es bei Wiederanziehen der Nachfrage schon 2013 zu einem Versorgungsengpass kommen.

Ein Engpass würde den Ölpreis explodieren lassen, was die Inflation antreibt und das Weltwirtschaftswachstum gefährdet. Tanaka erwartet, dass die Lage sich bis 2013 zuspitzt, weil weltweit die Ölförderkapazitäten sinken und die Reservevorräte bis dahin stark schrumpfen. Je stärker die Ölnachfrage nach 2010 steigt, desto früher könnte der Engpass eintreten.

Ölpreis bei bis zu 200 Dollar

Bei dem prophezeiten Engpass könnte der Höchststand des Ölpreises vom Sommer 2008 übertroffen werden und bis zu 200 Dollar pro Barrel erreichen. "Deswegen mahnen wir die Ölgesellschaften, zu investieren", sagte Tanaka.

Der IEA-Chef rief die Industriestaaten zu einer radikalen Wende in der Energiepolitik auf. Er bedauerte, dass wegen der Wirtschaftskrise auch die Investitionen in Erneuerbare Energien und in Atomkraft zurückgingen.

Wenn keine zusätzlichen Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen würden und die CO2-Emissionen im gleichen Maße zunähmen, verursache dies einem Anstieg der Erdwärme um sechs Grad Celsius am Ende dieses Jahrhunderts. "Das wäre ein Desaster", sagte Tanaka.

(Ag.)

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