IWF warnt vor Schrottpapieren von vier Bio. Dollar

Das weltweite Volumen an Schrott-Papieren in den Bilanzen von Banken und Versicherungen ist weiter angewachsen, warnt der IWF. 3,1 Billionen der toxischen Papiere befinden sich in den USA.

Hundert Dollar-Noten
Hundert Dollar-Noten
(c) REUTERS (Lee Jae-won)

Das Volumen an Schrott-Papieren in den Bilanzen von Banken und Versicherungen könnte auf vier Billionen Dollar (2,96 Billionen Euro) angeschwollen sein. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hebt die Schätzungen für das Volumen von toxischen Wertpapieren allein aus den USA auf 3,1 Billionen Dollar. Die Belastungen aus Europa und Asien schlugen demnach mit 900 Milliarden Dollar zu Buche.

Bei der vorigen Schätzung im Jänner war der Fonds davon ausgegangen, dass Schrott-Papiere aus den USA die Finanzkonzerne bis Ende 2010 mit 2,2 Billionen Dollar belasten dürften. Im Oktober 2008 hatte der Fonds die Summe noch auf 1,4 Billionen Dollar geschätzt.

"US-Bankensystem praktisch zahlungsunfähig"

"Untergangs-Prophet" Nouriel Roubini, Professor für Volkswirtschaftslehre an der New York University, warnte bereits im Jänner in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor Kreditausfällen in der Höhe von mehr als drei Billionen US-Dollar. Wenn diese Einschätzung zutrifft, bedeutet das laut Roubini, dass das US-Bankensystem praktisch zahlungsunfähig ist, weil es nur mit 1,4 Billionen US-Dollar kapitalisiert ist. "Wir haben es mit einer systemischen Bankenkrise zu tun", sagte Roubini damals.

Roubini malte schwarz: "Die Bankensysteme sind in den meisten Ländern insolvent. Die zu erwartenden Verluste übersteigen ihre Kapitalbasis. Wir haben die größte Finanzkrise seit der Großen Depression, und die Lage der Finanzunternehmen wird immer schwieriger".

Und: "Es dreht sich dabei nicht nur um den berühmt-berüchtigten Subprime-Bereich, sondern auch um sogenannte Alt-A- und Prime-Kredite, Kredite für kommerzielle Immobilien, für den Kauf von Autos oder auch für die Finanzierung des Studiums, für die Finanzierung von Übernahmen und auch um Unternehmensanleihen." Roubini weiter: "Es ist kein 'Subprime-Problem', sondern das gesamte Finanzsystem ist als Resultat einer gigantischen Kredit- und Vermögenspreisblase 'subprime'."

(Ag./phu)

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