Kraftwerksbau: Strabag übernimmt Ausbau des umstrittenen AKW Mochovce

AKW nur 120 km von österreichisch-slowakischer Grenze entfernt. Die Strabag übernimmt den Rohbau der zwei neuen Reaktorblöcke drei und vier. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 88 Mio. Euro.

(c) AP (Petr David Josek)

wien (mar). Der heimische Baukonzern Strabag hat den Zuschlag für den Ausbau des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce erhalten. Strabag-Sprecher Christian Ebner bestätigte gegenüber der „Presse“ eine entsprechende Meldung der Umweltorganisation Greenpeace. Dabei übernimmt Strabag den Rohbau der zwei neuen Reaktorblöcke drei und vier. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 88 Mio. Euro. Die Arbeiten sollen laut Ebner in den nächsten Wochen losgehen, die Bauzeit wird mit 18 Monaten veranschlagt.

Derzeit betreibt der slowakische Konzern SE, an dem der italienische Stromversorger Enel die Mehrheit hält, in Mochovce zwei Reaktoren des Typs WWER 440-213, einer älteren sowjetischen Bauart. Der Ausbau geht laut Greenpeace auf eine Entscheidung der Tschechoslowakei im Jahre 1986 zurück. Entsprechend umstritten ist das AKW selbst wie auch sein Ausbau vor allem jenseits der nahen Grenze zu Österreich. Umweltschutzgruppen und Wiener Politiker haben wiederholt Front gegen den Plan gemacht. Ebner argumentiert, der Konzern sei verpflichtet, Aufträge für seine rund 2000 slowakischen Arbeitnehmer zu beschaffen, und Entscheidungen für oder wider Atomkraft seien Sache der Politik. Dagegen wirft Greenpeace Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner vor, für eine für einen Großkonzern vergleichsweise kleine Auftragssumme Österreichs Antiatompolitik zu konterkarieren.

 

Kursinformation und Nachrichten über >Strabag< finden Sie auch beim WirtschaftsBlatt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2010)

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