Wer gewinnt, wenn Palmöl verliert

Die EU will kein Palmöl mehr, die Anbauländer toben. Beobachter warnen vor den Nebenwirkungen der Abkehr vom stigmatisierten Öl.

Ernte auf einer malaysischen Palmölfarm. Viele Firmen im Hauptexportland betonen, mittlerweile nachhaltig zu produzieren.
Ernte auf einer malaysischen Palmölfarm. Viele Firmen im Hauptexportland betonen, mittlerweile nachhaltig zu produzieren.
Ernte auf einer malaysischen Palmölfarm. Viele Firmen im Hauptexportland betonen, mittlerweile nachhaltig zu produzieren. – REUTERS

Wien. Folgende Meldung könnten europäische Konsumenten als Scherz auffassen: Die Lebensmittelaufsicht straft den Supermarkt, wenn er die Produkte mit dem „Palmöl-frei“-Label nicht aus dem Regal nimmt. In Europa ist man gewöhnt, dass Palmöl mit abgefackelten Wäldern, vertriebenen Orang-Utans und krebserregender Schokolade assoziiert wird und Supermärkte mit der Abkehr davon werben. In Indonesien, von wo die Meldung stammt, ist die Lage anders: Gemeinsam mit Malaysien produziert das Land 85 Prozent des weltweiten Palmöls. Dort halten die Behörden Aufklärungskampagnen über die gesundheitlichen Vorzüge des Öls ab und verklagen Händler, die weiter „Palmöl-frei” verkaufen. Solche Labels seien „Teil einer Schmutzkampagne, um die Wettbewerbsfähigkeit des indonesischen Palmöls zu untergraben”, ließ die Chefin der dortigen Lebensmittelaufsicht, Penny Lukito, diese Woche wissen. Damit spricht sie an, worum es im Grunde geht: Wettbewerb.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2019)

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