Unternehmer-Legende droht zweiter Schiffbruch

Vor 28 Jahren wurde seine spanische Privatholding Rumasa zwangsverstaatlicht. Nun könnte Jose Maria Ruiz-Mateos auch mit seinem neuen Firmenimperium scheitern.

UnternehmerLegende droht zweiter Schiffbruch
UnternehmerLegende droht zweiter Schiffbruch
(c) REUTERS (� Brian Snyder / Reuters)

Die spanische Unternehmer-Legende Jose Maria Ruiz-Mateos steht vor ihrem zweiten Absturz: Knapp drei Jahrzehnte nach der Zerschlagung der größten spanischen Privatholding Rumasa droht dem 80-jährigen Ruiz-Mateos auch mit seinem neuen Firmenimperium ein Schiffbruch. Der Großunternehmer beantragte für die zehn wichtigsten Firmen seiner Gruppe Nueva Rumasa die Einleitung eines Gläubigerverfahrens. Betroffen sind unter anderem der Milchproduzent Clesa, das Lebensmittelunternehmen Dhul und der Fußballverein Rayo Vallecano, der den Aufstieg in die erste spanische Liga anstrebt.

Situation erinnert an 1983

Die Unternehmen sind nach Medienberichten vom Freitag mit insgesamt 700 Millionen Euro verschuldet. Sie konnten zuletzt teilweise ihre Kredite bei der Instituten Royal Bank of Scotland, Santander und Area nicht mehr bedienen und die Sozialabgaben nicht zahlen. Zu der Gruppe gehören insgesamt mehr als 100 Firmen mit 10.000 Beschäftigten.

Ruiz-Mateos hatte 1983 im Mittelpunkt des größten Wirtschaftsskandals in der jüngeren spanischen Geschichte gestanden. Der Staat enteignete damals das von dem Unternehmer aufgebaute Imperium Rumasa, zu dem 754 Einzelfirmen und 20 Banken gehörten. Die Regierung begründete den spektakulären Schritt damit, dass die Holding vor dem Bankrott gestanden habe und 60.000 Arbeitsplätze gefährdet gewesen seien.

(APA/Ag.)

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