S&P: Eurobonds nicht automatisch Ramschstatus

Die Ratingagentur stellt klar, dass bei einer Gesamthaftung aller Schuldner die Bewertung besser ausfällt als die des schwächsten Schuldners.

Eurobonds würden in der Regel besser bewertet als Ramsch
Eurobonds würden in der Regel besser bewertet als Ramsch
(c) dapd (Steffi Loos)

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) will Eurobonds nicht automatisch als Ramsch bewerten. Anderslautende Aussagen vom Samstag hätten sich auf den Fall bezogen, dass jeder Teilnehmer einer gemeinsamen Anleihe nur für seinen eigenen Anteil an den Schulden geradestehen würde, erklärte die Agentur am Dienstag. Dann würde der Bond automatisch entsprechend der Bonität des schwächsten Schuldners bewertet. Bei gemeinsam garantierten Anleihen, bei denen alle Schuldner für den Gesamtbetrag haften, spielten eine Reihe von Kriterien eine Rolle. In der Regel würden sie besser bewertet.

Europa-Direktor Fritz Krämer hatte nämlich zum Abschluss des Forum Alpbach davor gewarnt, dass gemeinsame Anleihen der Euro-Staaten (Eurobonds) das Rating des schwächsten Mitgliedslandes haben könnten: Sollten die Anleihen so konstruiert sein, dass jeder staatliche Garant allein für seinen jeweiligen Anteil gerade stehe, werde das Rating wohl mit "CC" ausfallen, sagte Krämer. CC ist das gegenwärtige Rating Griechenlands.

Schwache Länder würden profitieren

Bei Eurobonds würden die Mitgliedstaaten gemeinsam am Kapitalmarkt auftreten. Länder mit geringer Kreditwürdigkeit würden, so die Verfechter der Gemeinschaftsanleihen, dabei von dem größeren Vertrauen in Staaten wie Deutschland profitieren und kämen in den Genuss niedrigerer Zinsen.

Österreichs Notenbank-Chef Ewald Nowotny hat  Eurobonds als Option für eine Schuldenfinanzierung ebenso eine Absage erteilt wie die deutsche Bundesregierung. Der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Hans-Joachim Otto sagte heute auf einer Bankentagung in Frankfurt: "Eurobonds sind so, als würde man einem Spielsüchtigen eine Dauerkarte fürs Kasino geben."

Für Eurobonds hatten unter anderem Italien und der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, plädiert. Auch Griechenland ist dafür.

(APA)

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