Holzriese Schweighofer gelobt Besserung

In der Causa um Holz aus umstrittenen Quellen in Rumänien geht der österreichische Holzriese Schweighofer in die Offensive.

APA/HELMUT FOHRINGER

 Man wolle weiter im FSC-System bleiben, momentan ist das Unternehmen auf "Bewährung". Bis Februar 2017 muss das Unternehmen dem FSC einen Maßnahmenkatalog vorlegen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir den Anforderungen gerecht werden", heißt es von Schweighofer am Donnerstag.

Die Vorwürfe, die vom WWF gegen das in Rumänien tätige Unternehmen eingebracht wurden, wogen schwer. "Die Untersuchungskommission fand eindeutige und überzeugende Beweise dafür, dass die Schweighofer Gruppe am illegalen Einschlag oder Handel von illegalem Holz beziehungsweise Holzprodukten beteiligt war", so das Forest Stewardship Council (FSC) in seinem Untersuchungsbericht. Dass das Unternehmen nicht einfach ausgeschlossen wurde, verdankt es seiner starken Marktposition.

Das FSC ist eine internationale Non-Profit-Organisation und wird von Umweltverbänden wie dem WWF unterstützt. Die FSC-Zertifikate bescheinigen Firmen, kein Holz aus strittigen Quellen zu verwenden.

Für den Verbleib forderte FSC unter anderem ein klares Schuldeingeständnis von Schweighofer. "Darüber hinaus müssen in allen Unternehmensbereichen konkrete Schritte unternommen werden, um zeitnah Schlupflöcher für Holz aus zweifelhafter oder illegaler Herkunft in der eigenen Lieferkette dauerhaft zu schließen. Zusätzlich muss das Unternehmen zusammen mit Akteuren der Zivilgesellschaft einen Prozess für Reparationsleistungen und zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags initiieren", heißt es vom FSC.

"Maßnahmen gesetzt"

Frank Aigner, Geschäftsführer von Schweighofer, stimmt dem Bericht in weiten Teilen zu. "Es ist grundsätzlich nicht falsch, was drin steht", sagte er am Donnerstag in Wien, man müsse ihn aber differenziert betrachten. Schweighofer habe entsprechende Maßnahmen gesetzt und will sicherstellen, kein illegales Holz zu verwenden.

Das Maßnahmenpaket gehe weit über die gesetzlichen Erfordernisse der rumänischen Holzwirtschaft hinaus. Dafür wurde beispielsweise ein GPS-Tracking für alle Schweighofer-Lieferanten entwickelt, das den Transportweg vom Wald bis zum Werk überwachen soll. Bisher sind 125 Lkw mit Sendern ausgestattet, bis Ende März sollen es über 400 sein.

Verstoßen Zulieferer gegen die Einkaufspolitik des Unternehmens werde die Geschäftsbeziehung beendet, bis Dezember 2016 wurden laut Schweighofer 79 Lieferanten suspendiert. Man versuche auch, offen mit allen Stakeholdern wie NGOs, lokalen Forstverwaltungen und Naturparks zu kommunizieren. Ansprüche auf Schadenersatz werde man prüfen und gegebenenfalls Reparationszahlungen leisten.

"Für Zertifizierung, interne und externe Audits, und die Implementierung der heute präsentierten Maßnahmen rechnen wir für 2017 mit Kosten von circa einer Million Euro", heißt es von Schweighofer.

Schlüsselrolle möglich

Schweighofer könne aufgrund seiner starken Stellung am rumänischen Markt eine Schlüsselrolle im Kampf gegen illegale Rodungen, Landraub, Holzdiebstahl und Korruption im Forstsektor spielen. "Wenn man es mit dem Marktführer schafft, keinen Absatzmarkt mehr für illegal geschlagenes Holz zu bieten, verliert das an Attraktivität", so Lars Hoffmann vom FSC zur APA. Die Probleme mit Legalität und Nachhaltigkeit im rumänischen Forstsektor würden weit über die Schweighofer Gruppe hinausgehen.

Zurzeit sind laut Schweighofer 50 Prozent des Holzes, das in Rumänien zugekauft wird, in FSC-zertifizierten Wäldern gewachsen. Binnen fünf Jahren will das Unternehmen den Anteil an zertifiziertem Sägerundholz in Rumänien auf 100 Prozent steigern.

Die Schweighofer Gruppe verarbeitet als Marktführer laut FSC 40 Prozent des rumänischen Waldholzes. 2016 verarbeitete das Unternehmen nach eigenen Angaben in Rumänien 2,6 Millionen Festmeter Holz. Davon stammten 1,2 Millionen Festmeter aus Rumänien, 1,4 Millionen wurden nach Rumänien importiert.

(APA)

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