Wiener Biotech-Firma Marinomed bereitet Börsegang vor

Das Wiener Biotech-Unternehmen Marinomed hat eine Wandelanleihe im Volumen von sieben Millionen Euro am Wiener Kapitalmarkt platziert. Nächstes Ziel ist der Börsegang.

Marinomed-Vorstand Eva Prieschl-Grassauer
Schließen
Marinomed-Vorstand Eva Prieschl-Grassauer
Marinomed-Vorstand Eva Prieschl-Grassauer – WB/Rohrauer

Das 2006 als Spin-off der Veterinärmedizinischen Universität Wien gegründete Biotech-Unternehmen Marinomed plant mittelfristig einen Börsegang. Als ersten Schritt wurde erfolgreich  ein Wandelanleihe am dritten Markt der Wiener Börse (MTF) platziert. Mit Unterstützung der Ausgabebank Erste Group zeichneten institutionelle wie private Investoren insgesamt ein Volumen von sieben Millionen Euro. Die Wandelanleihe soll bis Juli 2021 laufen. Marinomed zahlt einen Kupon von vier Prozent. Im Falle eines Börsegangs haben die Investoren ein Wandlungsrecht in Aktien.

Andreas Grassauer, CEO und Mitgründer von Marinomed, sieht in dieser gelungenen Platzierung der Wandelanleihe eine Anerkennung der erfolgreichen Geschäftsentwicklung der letzten Jahre: "Unser Fokus auf die Entwicklung von patentgeschützten Technologieplattformen als Grundlage innovativer Therapien hat sich bewährt. 2016 gab es weltweit insgesamt 19 Produkteinführungen von auf unserer Mavirex-Plattform basierenden antiviralen Nasen- und Rachensprays sowie Pastillen, wodurch sich der Umsatz mehr als verdoppelt hat. Mit Hilfe des nun frisch erhaltenen Kapitals werden wir unsere klinische Entwicklung ausweiten."

In Vorbereitung dieser Emission wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Damit wurde eine wesentliche gesellschaftsrechtliche Voraussetzung für einen Börsegang (IPO - Initial Public Offering) geschaffen. Andreas Graussauer und Eva Prieschl-Grassauer sind als Vorstand bestellt. Beide halten je 13,58 Prozent der Anteile. Mit rund 10 Prozent sind der aws Mittelstandsfonds und die Invest Unternehmensbeteiligung der RLB Oberösterreich beteiligt, Herman Unger hält knapp 14 Prozent. Größter Aktionär mit 33,29 Prozent ist die Beteiligungsfirma Acropora der bei den Saudi-Araber Sheikh Al Abdulmohsen und Sheikh Mohammed al.

Das kann Marinomed

Die Mavirex-Technologieplattform führte kurz nach der Gründung von Marinomed zur Entwicklung eines als Carragelose bezeichneten Polymers aus Rotalgen mit außergewöhnlicher Wirksamkeit bei viralen Infekten der Atemwege. Die Wirkung entsteht dabei durch ein Umschließen der Viren, was das Andocken und Eindringen in die Zellen der Nasenschleimhaut verhindert. Gleichzeitig bildet das Polymer einen wohltuenden und schützenden Feuchtigkeitsfilm in der Nase. Marinomed konnte die klinisch nachgewiesene Wirksamkeit  schon in einer Reihe von Nasen- und Rachensprays und Pastillen gegen respiratorische Viren nutzen, die heute von Partnern auf allen Kontinenten vertrieben werden.

Im Zuge der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Erweiterung ihres Produktangebots mit Kombinationspräparaten, gelang es den Forscherinnen und Forschern bei Marinomed die zweite Technologie-Plattform Marinosolv zu entwickeln. Sie erlaubt es, stabile wässrige Lösungen von schwer löslichen organischen Molekülen, wie beispielsweise Kortikosteroide, herzustellen. Im Falle einer therapeutischen Anwendung werden diese aktiven Komponenten damit schneller und effizienter für den Körper verfügbar gemacht.

Basierend auf der zum Patent angemeldeten Marinosolv-Plattform entwickelt das Unternehmen zusätzlich Produkte im Bereich Allergie und Autoimmunerkrankungen.

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft
      Kommentar zu Artikel:

      Wiener Biotech-Firma Marinomed bereitet Börsegang vor

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.