Braucht Niki Laudas neue Airline Anschubhilfe von Lufthansa?

Aus Wettbewerbsgründen durfte die Air-Berlin-Tochter Niki im Dezember nicht an die Lufthansa verkauft werden - sie könnte nun aber doch noch für deren Billigflieger Eurowings an den Start gehen.

Niki Lauda: Es ist noch nichts passiert
Niki Lauda: Es ist noch nichts passiert
Niki Lauda: Es ist noch nichts passiert – APA/ERWIN SCHERIAU

Die Lufthansa-Tochter Eurowings und der neue Niki-Eigentümer Niki Lauda seien sich über die Vermietung zahlreicher Maschinen samt Crews einig, berichtete das deutsche "Manager Magazin" vorab. Es gehe um die Mehrheit der 15 von Lauda übernommenen Maschinen, die samt Crews im so genannten "Wet Lease" an die Eurowings vermietet werden könnten.

"Es gibt noch keine Entscheidung", erklärte hingegen der Eurowings-Sprecher. Lauda selbst sagte am Donnerstag: "Wir haben darüber diskutiert, aber es ist noch nichts passiert." Beide Seiten bestätigten erst Gespräche, Verträge lägen noch nicht vor. Eurowings sei grundsätzlich an weiteren Wachstumsmöglichkeiten interessiert, sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter.

Eurowings musste ohnehin mit Niki Lauda über die Rückübertragung von Flugzeugen sprechen, die die Lufthansa bereits 2017 im Vorgriff auf die letztlich gescheiterte Übernahme der Niki übernommen hatte, heißt es. Allerdings sollen auch der Reiseveranstalter Thomas Cook und seine Flugtochter Condor Gespräche mit Lauda führen.

 

Vierzig Jahre Fliegen mit Lauda: Hochs, Tiefs und Pleiten

Anschubhilfe von Condor?

Nicht nur das "Manager Magazin", auch andere deutsche Medien mutmaßen, dass eine deutsche Fluggesellschaft Anschubhilfe geben wird - das heißt, dass Lauda anstelle eines eigenen Vertriebs die Maschinen an andere Gesellschaften verleasen könnte. Das Branchenportal airliners.de schrieb am Donnerstag, dass Condor (Thomas Cook) möglicherweise ganze Maschinen von Lauda Motion im Wet-Lease unter Vertrag nehmen werde. Das wollte man bei Thomas Cook aber nicht bestätigen. "Wir sind in Gesprächen mit Lauda Motion und sobald etwas feststeht, werden wir darüber kommunizieren."

Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa hatte ursprünglich von den Air-Berlin-Gläubigern den Zuschlag für den Ferienflieger Niki bekommen, doch der Plan scheiterte am Widerstand der EU-Kommission wegen Bedenken über zu starke Wettbewerbsbeschränkungen. Als nächstes scheiterte auch der britische Luftfahrtkonzern IAG (bzw. dessen Billigtochter Vueling) mit einem Kauf von Niki an einem Rechtsstreit um den Insolvenzort. Aus dem letztlich in Wien abgewickelten Verkaufsprozess ging überraschend der Airlinegründer Niki Lauda als siegreicher Bieter hervor.

Lauda will mit der Fluggesellschaft nun unter dem Namen Laudamotion im März durchstarten. Die Freischaltung der ersten Strecken wird demnächst erwartet.

Laut airliners.de sollen in den Buchungssystemen in den vergangenen Tagen bereits Flugplandaten für eine Reihe von Verbindungen geladen gewesen sein. Eine Buchungsfreigabe könnte noch in dieser Woche erfolgen. Von Laudamotion gab es heute auf APA-Anfrage keine Angaben dazu.

Niki-Insolvenz: Ankunft des letzten Fluges in Wien

(APA/dpa/Reuters)

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