Spanien: Amazon-Beschäftigte wollen erstmals streiken

Die Beschäftigten eines Logistikzentrums haben seit 2016 keine Lohnerhöhung erhalten. Die Angebote für mehr Lohn liegen unter der Inflationsrate.

19 12 2012 Rheinberg Amazon Logistik Zentrum Paket wird auf Foerderband gelegt
19 12 2012 Rheinberg Amazon Logistik Zentrum Paket wird auf Foerderband gelegt
1100 Beschäftigte wollen streiken – imago/biky

In Spanien wollen kommende Woche erstmals Amazon-Beschäftigte in einen Streik treten. Die Arbeitsniederlegungen seien am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche im Logistikzentrum in San Fernando de Henares nahe Madrid geplant, teilte die Gewerkschaft CCOO am Dienstag mit. Geplant ist demnach, dass gut 1100 Beschäftigte des Online-Versandhändlers die Arbeit niederlegen.

Nach Gewerkschaftsangaben protestieren die Amazon-Mitarbeiter mit ihrem Streik gegen anstehende Kürzungen bei den Zulagen für Nachtschichten und Überstunden. Außerdem habe Amazon Angebote für Gehaltserhöhungen gemacht, die unterhalb der Inflationsrate liegen, kritisierte die CCOO. Die Arbeiter in dem Logistikzentrum nahe Madrid, wo Pakete für Kunden in Spanien und ganz Europa gepackt werden, hätten seit 2016 keine Lohnerhöhung bekommen.

Amazon selbst erklärte, am "direkten Dialog" mit den Arbeitnehmervertretern festhalten und die bestmöglichen Arbeitsbedingungen bieten zu wollen.

Auch in Deutschland gibt es zwischen Amazon und der Gewerkschaft Verdi einen Tarifstreit, der sich mittlerweile seit Jahren hinzieht. Die Gewerkschaft fordert eine Bezahlung der Amazon-Beschäftigten nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels. Amazon betont stets, es könne auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein.

(APA/AFP)

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