Amazon rückt im Großraum Wien bald mit eigenen Zustellern aus

Der Online-Riese plant ein Verteilzentrum in Großebersdorf. Der heimischen Post, dem größten Kunden, wurde mitgeteilt, dass Amazon mit eigenen Zustellern operieren werde.

28 06 2016 Berlin Reinickendorf Amazon er�ffnet zweites deutsches Verteilzentrum in Berlin
28 06 2016 Berlin Reinickendorf Amazon er�ffnet zweites deutsches Verteilzentrum in Berlin
Im Bild ein Verteilzentrum in Berlin. – (c) imago/Bernd Friedel (imago stock&people)

Die Marktanalyse des Branchenradars zählte im Vorjahr 105,7 Millionen Pakete, die zwischen Unternehmen und Konsumenten verschickt wurden. Eine stolze Steigerung um über 27 Prozent gegenüber 2016. Einen Löwenanteil davon, laut Branchenradar mehr als 70 Prozent davon räumt die österreichische Post, der Marktführer, ab. Dort wollte man gegenüber der „Presse“ noch vor wenigen Tagen keine Details zu Großkunden liefern. "Den Online-Boom spüren wir natürlich", hieß es lapidar.

Nun wurde bekannt, dass der Online-Riese Amazon in Wien künftig die Pakate über eigene Zusteller anliefern wird, berichtet das Online- Magazin „futurezone“. Das wurde auch von Post-Sprecher David Weichselbaum bestätigt. „Amazon hat uns darüber in Kenntnis gesetzt, dass man künftig auch Eigenzustellung anbieten wird. Das hatten wir bereits erwartet und entsprechend in unseren Planungen berücksichtigt“, so die Post.

Während Amazon in Deutschland bereits fünf Verteilzentren betreibt, soll demnächst der erste Standort im Großraum Wien entstehen. Unterstrichen werden diese Pläne durch mehrerer Jobausschreibungen. So sucht Amazon Logistics für das niederösterreichische Großebersdorf Standortleiter, Schichtleiter, Bereichsleiter sowie einen Teamleiter Logistik.

Weitere Services möglich

Im Gegensatz zu anderen Lieferdiensten sind die Zusteller nicht bei Amazon beschäftigt. Die Auslieferung erfolgt laut „futurezone“ über lokale Partnerunternehmen, sogenannte DSPs (Delivery Service Provider). Diese sollen deutlich flexibler agieren als klassische Anbieter und legen beispielsweise auf Wunsch Pakete auch an ungewöhnlichen Orten ab.

Wobei trotz des neuen Österreich-Standortes die Post ein Partner von Amazon bleibt, bestätigt Post-Sprecher Weichselbaum: „Wir werden weiterhin auch für Amazon zustellen." Mit welchem Volumen sei derzeit aber noch unklar, die Auswirkungen auf das Geschäft werden sich zeigen. „Wir haben im Vorjahr mehr als 97 Millionen Pakete zugestellt. Wie sich das auf unser Geschäft auswirken wird, wird sich noch zeigen.“

Welche weiteren Veränderungen die Amazon-Niederlassung im Großraum Wien puncto Service bringen könnte, ist noch offen. In Deutschland wird derzeit Prime Now etwa in Berlin und München angeboten. Gegen Mehrkosten können Amazon-Kunden eine schnelle Zustellung Kunden innerhalb einer Stunde oder eine Lieferung innerhalb eines Zweistundenfensters zu wählen. Bei Bestellungen ab einem Wert von 40 Euro ist das Service kostenlos.

>>> Bericht in "futurezone"

(red./herbas)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Amazon rückt im Großraum Wien bald mit eigenen Zustellern aus

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.