Ex-Rennfahrer Friesacher kauft Gmundner Keramik

Markus Friesacher übernimmt das Traditionsunternehmen von Maximilian Graf von Moy. 130 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Traditionsunternehmen Gmundner Keramik
Traditionsunternehmen Gmundner Keramik
Traditionsunternehmen Gmundner Keramik – (c) MATTHIAS WITZANY PHOTOGRAPHER

Der ehemalige Formel-3-Fahrer Markus Friesacher hat das Traditionsunternehmen Gmundner Keramik von der Familie von Moy per 1. August gekauft. Es soll in seine MF Gruppe eingegliedert werden. Die 130 Mitarbeiter in der Manufaktur in Gmunden sowie die Erlebniswelt dort und die Geschäfte in Salzburg und Wien sollen erhalten bleiben, hieß es in einer Presseaussendung am Mittwoch.

Damit bereichert der ehemalige Formel-3-Fahrer und Tankstellenbesitzer das Portfolio seiner ohnehin mit Immobilien, Versicherung, Software, etlichen Tankstellen und mehr breit aufgestellten MF Gruppe in Anif um eine weitere Branche. Per August soll das Keramikhandwerk in die Gruppe eingegliedert werden. "Es ist mir ein großes Anliegen, eine so traditionsreiche österreichische Marke nun weiter in die Zukunft zu führen und damit auch dem Standort weiteres Wachstum zu ermöglichen", äußerte sich Friesacher.

Österreichische Lösung

Die Manufaktur in Gmunden am Traunsee mit ihren 130 Mitarbeitern und der Erlebniswelt soll erhalten bleiben, ebenso die Geschäfte in Salzburg und Wien, teilte das Unternehmen in einer Presseaussendung am Mittwoch mit. "Wir hatten auch Angebote ausländischer Investoren, mit Markus Friesacher gemeinsam aber eine österreichische Lösung gesucht und gefunden. Das war uns beiden wichtig," kommentierte Maximilian Graf von Moy den Deal. Die Keramikmanufaktur war seit 1997 im Privatbesitz seiner Familie.

Die Traditionsfirma hatte 2014 mit dem seit Juli 2012 amtierenden Geschäftsführer Jakob von Wolff den Turnaround geschafft, nachdem von Verlusten in den vorherigen Jahren die Rede war. Von Wolff wurde im Sommer 2017 von Martin Eras abgelöst. Eras soll auch jetzt Geschäftsführer bleiben, erfuhr die APA. Über den Umsatz wollte das Unternehmen nichts sagen, außer dass er im vorigen Jahr im niedrigen zweistelligen Millionenbereich gelegen sei. Auch über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Gmundner Keramik blicke auf äußerst erfolgreiche Jahre zurück und präsentiere sich heute als profitabler Betrieb, meinte Friesacher.

Die 1492 gegründete Firma beschäftigt derzeit 40 Keramikmaler und -malerinnen und ist mit einer Produktkapazität von 5.000 Stück am Tag laut eigenen Angaben die größte Keramikmanufaktur Europas. Jedes Teil entsteht in Handarbeit in Gmunden. Weltweit gibt es 3.271 Händler. Der Exportanteil liegt bei 25 Prozent, hauptsächlich beliefert werden derzeit Deutschland, die Schweiz und die USA.

Der 43-jährige Friesacher kommt aus einer Gastronomie- und Unternehmerfamilie aus Anif bei Salzburg. Nach seiner Rennfahrer-Karriere eröffnete er 2009 die erste Hofer-Tankstelle. 2016 verkaufte er deren 66 an die OMV, als deren Senior Vice President er seither tätig ist. Im Juni 2018 wurde er in den Aufsichtsrat der Hypo Salzburg berufen. Seit einem Monat ist der umtriebige Unternehmer auch Honorarkonsul von Bosnien und Herzegowina für das Land Salzburg.

 

(APA)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Ex-Rennfahrer Friesacher kauft Gmundner Keramik

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.