Humanitäres Engagement

Doris Regele: "Schenken wir Taten statt großer Worte"

Doris Regele hilft als Präsidentin der Make-A-Wish-Foundation® Österreich dabei, schwerkranken Kindern einen Herzenswunsch zu erfüllen. Sie ist in der Kategorie Humanitäres Engagement nominiert.

Doris Regele
Doris Regele
Doris Regele ist in der Kategorie Humanitäres Engagement als "Österreicherin des Jahres" nominiert. – (c) Make-A-Wish Foundation

Seit mittlerweile fünf Jahren ist Doris Regele ehrenamtliche Präsidentin der Make-A-Wish-Foundation® Österreich, die sie 1997 mitbegründete. Der international aktive Verein schenkt schwerkranken Kindern neue Lebensfreude, indem sie ihnen einen Herzenswunsch erfüllt. In Österreich gibt es mittlerweile fast 100 Ehrenamtliche, die betroffene Kinder zu zweit besuchen, mit ihnen gemeinsam den Herzenswunsch herausfinden und ihn dann umsetzen.

Die Wünsche sind so vielfältig wie die Kinder: das Idol persönlich treffen, mit einem Sternekoch gemeinsam kochen, mit einem Ballon in den Himmel steigen oder zum ersten Mal das Meer sehen – alles weit weg vom Krankenhaus, um die oft jahrelangen Behandlungen, die Angst und die Schmerzen zu vergessen. Für viele Kinder kann eine Wunscherfüllung ein positiver Wendepunkt in der Behandlung sein.

Internationale Organisation

„Schon bei der ersten Erfüllung eines Herzenswunschs, bei der ich vor mehr als 20 Jahren dabei war, habe ich erlebt, was das bewirken kann“, sagt Regele, die im Brotberuf seit 2011 Geschäftsführende Gesellschafterin der Consulting-Firma Redmont GmbH in Wien ist. „Ein Bub aus Deutschland – selbst sehr musikalisch – wollte in Wien auf Beethovens Spuren wandeln. Als er dann sogar auf dessen Klavier spielen durfte, ging ein Strahlen von ihm aus, das alle im Raum angesteckt hat. Ich wusste damals, dass er diesen Augenblick niemals vergessen wird. Und ich habe ihn auch nicht vergessen.“

Eine große Motivation für sie sei zudem, dass Make-A-Wish eine internationale Organisation ist – mit rund 40.000 Ehrenamtlichen in beinahe 50 Ländern. Regele: „Wir lernen voneinander, und es gibt uns auch die Sicherheit, dass Kinder, deren Wunsch ins Ausland führt, dort gut betreut sind.“

Tapferkeit und Durchhaltevermögen

Gelernt habe sie auch viel von den Kindern: Tapferkeit, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, sich auch über kleine Dinge riesig zu freuen. Besonders berührt habe sie die Begegnung mit einer Mutter, die ihr vor Kurzem erzählt habe: „Für Markus war es ein wichtiger Schritt zu einem neuen Umgang mit sich selbst. Dass Leute etwas für ihn machen, weil sie daran interessiert sind, dass es ihm gut geht – nicht die eigene Mutter und nicht die Ärzte, sondern jemand von außerhalb –, das war für ihn neu und auch so wichtig. Das Ganze hat einen Prozess in Bewegung gesetzt, Markus kämpft jetzt. Und er will weiterkämpfen.“

Regeles Appell lautet daher: „Schenken wir Mitgefühl statt Mitleid, Taten statt großer Worte. Machen wir mit kleinen Gesten einen großen Unterschied für ein Kind – mit positiver Wirkung auf seine Situation und vielleicht sogar auf sein ganzes Leben.“

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