Regierungskritischer Priester in Russland ermordet

Pawel Adelgeim wurde nahe seiner Kirche erstochen. Der Geistliche unterstützte offen die russische Protestband Pussy Riot.

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Regierungskritischer Priester Russland ermordet
Russische Fahne

In Russland ist ein regierungskritischer orthodoxer Priester, der sich auch für die Frauenband Pussy Riot eingesetzt hatte, ermordet worden. Wie die Polizei der westlichen Stadt Pskow nahe der Grenze zum Baltikum am Dienstag mitteilte, wurde die Leiche des 75-jährigen Pawel Adelgeim am Abend zuvor mit Stichwunden nahe einer Kirche gefunden. Den Ermittlern zufolge ist ein junger Mann mit psychischen Problemen tatverdächtig, der drei Tage lang bei dem Priester gewohnt hatte.

"Der letzte freie Priester wurde getötet"

Der junge Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, nachdem er sich bei seiner Festnahme selbst mit dem Messer verletzt hatte. Die Polizei brachte die kritischen Äußerungen des Priesters aus der Vergangenheit nicht mit dem Mord in Verbindung, sein Tod löste aber Empörung aus. "Der letzte freie Priester des Moskauer Patriarchats wurde getötet", schrieb der bekannte Blogger und Erzdiakon Andrej Kurajew.

Der Priester hatte wiederholt Kritik am Verhältnis zwischen der Kirche und dem russischen Staat geübt. Er war außerdem einer der Unterzeichner eines Schreibens Hunderter russischer Persönlichkeiten zur Unterstützung der inhaftierten Frauen der Punkband Pussy Riot, die eine Protestaktion gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin in einer Kirche in Moskau aufgeführt hatten.

Die Frauen hätten "die Lüge der russischen orthodoxen Kirche" sowie deren "unnatürliches Verhältnis" zum russischen Staat entlarvt, schrieb Adelgeim vor kurzem in seinem Blog.

(APA)

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