US-Wahl: "Die schlimmste Art von trivialer Politik"

Der Ton zwischen den Republikanern wird rauer: Gingrich wirft Romney vor, gezielt "Falschinformationen" zu verbreiten. Dieser geht in die Offensive und veröffentlicht seine Steuererklärung.

Republican presidential candidate former Massachusetts Governor Mitt Romney and former Speaker of the
Schließen
Republican presidential candidate former Massachusetts Governor Mitt Romney and former Speaker of the
(c) REUTERS (Scott Audette)

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner wird der Ton immer rauer: Eine gute Woche vor der wichtigen Vorwahl in Florida lieferten sich die beiden Spitzenreiter Mitt Romney und Newt Gingrich bei einer Fernsehdebatte am Montagabend einen heftigen Schlagabtausch. Multimillionär Romney ging gegen den früheren Parlamentspräsidenten massiv in die Offensive und warf ihm vor, er habe sein Amt "in Schande" aufgeben müssen und jahrelang als Lobbyist in Washington die Fäden gezogen.

Gingrich hielt seinem Rivalen im Gegenzug vor, mit seinen Angriffen "die schlimmste Art von trivialer Politik" zu betreiben. "Ich werde den Abend nicht damit verbringen, hinter Romneys Falschinformationen herzurennen", sagte Gingrich bei der TV-Diskussion in Tampa.

1,6 Millionen Dollar für Beratungstätigkeit

Romney legte nach und warf seinem schärfsten Konkurrenten vor, vom inzwischen verstaatlichten Hypothekenfinanzierer "Freddie Mac" als Lobbyist 1,6 Millionen Dollar an Honoraren eingestrichen zu haben. Während der Finanzkrise musste "Freddie Mac" schließlich von der Regierung gerettet werden. Gingrich wies den Vorwurf zurück und bestand darauf, er sei für Beratungstätigkeit als Historiker bezahlt worden. Um dies zu untermauern, legte er ebenfalls am Montag seinen Beratervertrag mit Freddie Mac vor.

Newt Gingrich: Das Urgestein steigt aus dem Rennen aus

6,2 Millionen Dollar Steuern

Auch Romney soll am Dienstag seine Steuererklärung veröffentlicht haben, berichtete "Spiegel Online". Denn der Ex-Gouverneur von Massachusetts war unter Druck geraten, als bekannt wurde, dass er nur 15 Prozent Steuern bezahle - obwohl die Steuer auf Lohneinkommen in den USA bei 35 Prozent liegt.

Laut "Spiegel Online" sollen Romney und seine Frau Ann im Jahr 2010 insgesamt 21,7 Millionen Dollar (16,7 Mio. Euro) eingenommen haben - dafür bezahlten sie aber nur 13,9 Prozent Steuern. Im vergangenen Jahr betrug Romneys Einkommen 20,9 Millionen Dollar - bei erwarteten Steuerabgaben in Höhe von 15,4 Prozent. Das ergibt in Summe 6,2 Millionen Dollar Steuern. Weiters sollen sie rund sieben Millionen Dollar gespendet haben - wodurch das Einkommen gemindert und der Steuersatz entsprechend gesenkt wurde. Damit zahlt der 64-Jährige weit weniger Steuern als die meisten Normalverdiener in den USA.

Mitt Romney: ''Polit-Chamäleon'' ist gescheitert

Seit Gingrichs Überraschungssieg bei den Vorwahlen in South Carolina am Samstag ist wieder völlig offen, wer im November gegen Präsident Barack Obama antritt. Zuvor galt Romney als klarer Favorit. Ein von der Polit-Webseite "realclearpolitics.com" ermittelter Durchschnitt jüngster Umfragen sieht den Ex-Gouverneur von Massachusetts bei knapp 30 Prozent, Gingrich bei 23 Prozent. Bei der Wahl in Florida liegen beide praktisch gleichauf.

(Ag./Red.)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen

Mehr zum Thema:

Kommentar zu Artikel:

US-Wahl: "Die schlimmste Art von trivialer Politik"

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen