Geldwäscheverdacht: Aufseher nehmen Zyperns Banken unter die Lupe

Nikosia stimmt einer von der EU geforderten externen Überprüfung des zyprischen Bankwesens auf Einhaltung aller EU-Standards zu.

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(c) REUTERS (YORGOS KARAHALIS)

Brüssel/La. Im Tauziehen um ein Hilfspaket für das in finanzielle Schieflage geratene Euromitgliedsland Zypern haben die Geldgeber in spe einen Teilerfolg errungen: Die Regierung in Nikosia hat ihren Widerstand gegen eine externe Überprüfung des zyprischen Bankwesens auf Einhaltung aller EU-Standards aufgegeben. Nach Ansicht von EU-Währungskommissar Olli Rehn soll damit gewährleistet werden, dass Zyperns Banken nicht in Geldwäsche verwickelt sind – ein Vorwurf, der in den vergangenen Monaten in europäischen Hauptstädten immer wieder zu hören war.

Unklarheit herrschte am Dienstag allerdings noch darüber, wer die zyprischen Institute durchleuchten wird. Laut Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sollen private Experten als unparteiische Dritte zum Zug kommen, Zyperns Finanzminister Michalis Sarris sieht die Sache allerdings etwas anders: Die Überprüfung werde von der OECD gemeinsam mit der zypriotischen Nationalbank durchgeführt, sagte Sarris gegenüber der „Financial Times“.

 

Pflegeleichtes Offshore-Paradies

Zypern droht unter dem Gewicht seines aufgeblähten Finanzsektors zusammenzubrechen, der Umfang des benötigten Hilfspakets wird auf 17 Mrd. Euro bzw. rund 90 Prozent des zyprischen BIPs geschätzt. Dass sich vor allem Berlin lange Zeit gegen Hilfe für Zypern gesperrt und auf eine gründliche Überprüfung der Banken gepocht hat, hängt mit dem (nicht gänzlich unbegründeten) deutschen Verdacht zusammen, russische Oligarchen würden die Mittelmeerinsel als verschwiegenes und steuerlich pflegeleichtes Offshore-Paradies benutzen.

Um die Deutschen zu gewinnen, wird Finanzminister Sarris womöglich ein weiteres Zugeständnis machen müssen und die (vor allem ausländischen) Inhaber zypriotischer Konten an den Kosten des Hilfspakets beteiligen. Die Euro-Finanzminister wollten diese Option gestern nicht ausschließen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.03.2013)

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