20 Millionen Menschen droht der Hungertod

Die UNO warnt vor der „größten humanitären Krise“ seit 1945. Vor allem vier Länder sind betroffen. "Auch Österreich muss einen Beitrag leisten", fordert die Caritas.

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(c) APA/AFP/TONY KARUMBA

New York/Wien. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien griff zu einem nur selten verwendeten Superlativ, um die Dramatik der Lage klarzumachen. „Wir stehen an einem kritischen Punkt in der Geschichte. Schon zu Jahresanfang sind wir mit der größten humanitären Krise seit der Schaffung der Vereinten Nationen konfrontiert“, redete er den Botschaftern im UN-Sicherheitsrat vor Kurzem ins Gewissen. Wenige Tage zuvor war der Brite von einer Reise nach Ostafrika und dem Jemen zurückgekehrt. Sein Fazit: Mehr als 20 Millionen Menschen droht dort der Hungertod.

O'Brien war nicht allein in seinem Bemühen, auf die Krise aufmerksam zu machen. UN-Chef António Guterres hatte die Staatengemeinschaft aufgerufen, eine Katastrophe abzuwenden. Hilfsorganisationen wandten sich an die Öffentlichkeit, so auch die Caritas Österreich, die vor Ort hilft: „Eine derartige humanitäre Katastrophe verlangt nach größter humanitärer Verantwortung. Auch Österreich muss einen Beitrag leisen.“

Laut O'Brien betrifft die Krise vor allem vier Länder: den Südsudan, Somalia, das nordöstliche Nigeria inklusive der Tschadsee-Region sowie den gegenüber Ostafrika gelegenen Jemen. Doch es sind auch andere Länder betroffen. Allein in Kenia leiden 2,7 Millionen Menschen an der Hungerkrise, bis April könnte die Zahl laut O'Brien auf vier Millionen steigen. Die Regierung in Nairobi hat den Notstand ausgerufen.

Ist die Krise in Kenia vor allem auf die anhaltende Dürre zurückzuführen, spielen in anderen Ländern zusätzlich Konflikte eine große Rolle. So wüten Kämpfe im Südsudan, im Nordosten Kenias sind im Kampf gegen die Terrorsekte Boko Haram Hunderttausende geflohen, in Somalia treibt al-Shabaab ihr Unwesen, und der Jemen versinkt im Bürgerkrieg. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.03.2017)

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