Wer das Klima retten will, sollte auf Kinder verzichten

Schwedische Forscher haben analysiert, was der Einzelne für den Klimaschutz tun kann. Am wirksamsten wäre es demnach, auf Kinder zu verzichten. Auch vorne mit dabei: keine Autos, keine Flugreisen - und Vegetarier werden.

Kinder in Bangladesch
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Kinder in Bangladesch

Was kann der Einzelne tun, um das Klima zu schützen? Dieser Frage sind schwedische Forscher der Universität Lund nachgegangen - und sie warten mit vier Vorschlägen auf. Ganz oben auf der Liste: keine Kinder bekommen. Außerdem helfen laut der Studie, von Autos und Flugreisen abzusehen und auf eine vegetarische Ernährungsweise umzustellen. 

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es vier Maßnahmen gibt, die den persönlichen Kohlendioxidausstoß entscheidend verringern können: vegetarische Ernährung, der Verzicht auf Flugreisen und Auto - und weniger Kinder machen", erklärte Seth Wynes von der  Universität Lund.

Die wissenschaftliche Arbeit wurde am Dienstag im US-Fachmagazin "Environmental Research Letters" veröffentlicht. Mit dem Verzicht auf ein Auto könne ein Mensch jährlich 2,4 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid einsparen, rechneten die Forscher vor. Eine Ernährung ohne Fleisch spare 0,8 Tonnen CO2 pro Jahr, der Verzicht auf Flugreisen verringere den Kohlendioxid-Ausstoß um durchschnittlich 1,6 Tonnen im Jahr.

58,6 Tonnen CO2 pro Kind pro Jahr

Der Verzicht auf Kinder ist der Studie zufolge aber bei weitem die wirksamste Klimaschutzmaßnahme: Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind bedeute eine CO2-Einsparung von 58,6 Tonnen im Jahr. "Eine amerikanische Familie, die sich entscheidet, weniger Kinder zu haben, trägt im gleichen Maße zur Verringerung der CO2-Emissionen bei wie 684 Heranwachsende, die entscheiden, den Rest ihres Lebens ihre Abfälle systematisch zu recyclen", schrieb das Forscher-Team.

Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler 39 Studien aus Wissenschaftspublikationen sowie Regierungsberichte zu dem Thema aus. Außerdem analysierten sie die Klimaschutzmaßnahmen, die die Behörden in den USA, Kanada, Australien und in Europa ergriffen. Dabei kamen die Forscher zu dem Schluss, dass diese Maßnahmen weitaus weniger wirksam sind als die von ihnen empfohlenen Strategien. So seien beispielsweise Energiesparlampen und gewissenhaftes Recycling vier bis acht Mal weniger wirksam als eine vegetarische Ernährung.

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