Karikaturist geht gegen deutsche Rechtsextreme vor

Der Däne Westergaard klagt über missbräuchliche Verwendung seiner Mohammed-Karikatur. Gegen die Vereinnahmung durch die deutsche rechtsextreme Kleinpartei „Pro NRW“ setzt er sich nun zur Wehr.

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(c) EPA (PETER�ENDIG)

Köln/Berlin/Apa/Dpa. Seine Mohammed-Karikatur hat dem dänischen Zeichner Kurt Westergaard schon genug Probleme eingebracht. Gegen die Vereinnahmung durch die deutsche rechtsextreme Kleinpartei „Pro NRW“ setzt er sich nun zur Wehr: Er habe den dänischen Journalistenverband gebeten, gegen die missbräuchliche Nutzung seines Namens und seines Werks vorzugehen, sagte Westergaard dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Ich lehne es strikt ab, mit einer politischen Partei oder Bewegung in Verbindung gebracht zu werden.“

Der 76-jährige Westergaard hatte 2005 in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ eine Karikatur über den Propheten Mohammed veröffentlicht. Seither wird er von muslimischen Extremisten mit dem Tod bedroht und lebt ständig unter Polizeischutz.

 

Ausschreitungen bei Demo

Rechtsextreme Demonstranten zeigen in Deutschland die Karikatur derzeit bei Demonstrationen vor Moscheen. In Bonn war es am Samstag bei einer Pro-NRW-Aktion zu schweren Ausschreitungen radikalislamischer Salafisten gekommen.

Er hätte „Pro NRW“ die Genehmigung zum Zeigen der Karikatur niemals gegeben, sagte Westergaard. Rechtsradikalen Wirrköpfen sei etwas wie Copyright „vollständig gleichgültig“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2012)

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