OECD-Studie: E-Learning ist in Österreich nur wenig verbreitet

Was internetbasiertes Lernen betriftt, hinkt Österreich im internationalen Vergleich hinterher. Nur 36 Prozent nützen das Web für formelles Lernen.

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(c) Dapd (Philipp Guelland)

E-Learning ist in Österreich im internationalen Vergleich nur wenig verbreitet. Fast die Hälfte aller Internetnutzer (47 Prozent) in OECD-Ländern gibt an, dass sie das Internet für formale Bildungsaktivitäten nutzen, in einigen Ländern wie Finnland, Island, Luxemburg und Portugal geben sogar mehr als 70 Prozent der Internetnutzer an, das Web für formelles Lernen einzusetzen. In Österreich tun das hingegen lediglich 36 Prozent, zeigt der "Internet Economy Outlook 2012" der OECD.

Nur in sieben OECD-Ländern gibt ein noch geringerer Anteil der Befragten an, das Internet für formales Lernen zu nutzen: In Estland (36 Prozent), Großbritannien (35 Prozent), Tschechien (31 Prozent), der Slowakei (22 Prozent), den Niederlanden (21 Prozent), Mexiko (9 Prozent) und Chile (7 Prozent). Spitzenwerte werden hingegen in Finnland (78 Prozent), Portugal (77 Prozent), Island (76 Prozent) und Luxemburg (73 Prozent) erreicht. Der OECD-Schnitt liegt bei rund 47 Prozent.

Höchsten Schul-Wert erreichen die Niederlande

Über dem OECD-Schnitt landet Österreich hingegen bei der Internetnutzung an Schulen laut Schülerbefragung: An knapp 97 Prozent der Schulen wird den Schülern laut deren Angaben Internetzugang ermöglicht, 81 Prozent der Befragten nutzen diesen auch. Im OECD-Schnitt gaben 93 Prozent der Schüler an, dass sie an ihrer Schule das Internet nutzen können, 70 Prozent taten dies auch. Die höchsten Werte erreichten die Niederlande (knapp 100 bzw. 96 Prozent), Dänemark (99 bzw. 94 Prozent) und Australien (99 bzw. 91 Prozent), die geringsten Italien (73 bzw. 45 Prozent), die Türkei (77 bzw. 44 Prozent) und Japan (84 bzw. 46 Prozent).

Wer das Internet nutzt, hängt laut den OECD-Daten im Allgemeinen stark mit dem Bildungsniveau zusammen: Je höher die Bildung, umso höher das Einkommen und die Computerfähigkeiten, umso wahrscheinlicher die Internetnutzung. Österreich gehört dabei zu jenen Ländern, in denen unter Hochschulabsolventen ein deutlich größerer Anteil das Internet verwendet (94 Prozent) als unter Menschen, die maximal die Pflichtschule abgeschlossen haben (56 Prozent).Noch größer ist die Differenz in Slowenien (95 bzw. 31 Prozent), Griechenland (84 bzw. 18 Prozent) und der Türkei (82 bzw. 21 Prozent). Nur geringe Unterschiede bei der Internetnutzung gibt es indes in Island (knapp 100 Prozent bei hohem, 90 Prozent bei geringem Bildungsniveau) und den nordischen Staaten (z.B. Norwegen: 99 bzw. 87 Prozent).

Internetnutzung nach Einkommensgruppen

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Internetnutzung nach Einkommensgruppen: Während 96 Prozent der Bestverdiener in Österreich das Internet nutzen, sind es unter jenen mit den geringsten Einkommen nur 53 Prozent. Die geringsten Unterschiede gibt es in Norwegen und Südkorea (jeweils 100 bzw. 84 Prozent) und Island (100 bzw. 87 Prozent), am größten ist die Kluft in Ländern wie Portugal, Polen und Tschechien, wo rund 90 Prozent der Bestverdiener, aber nur rund 30 Prozent aus der untersten Einkommensschicht das Internet verwenden.

(APA)

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