Ganztagsschule: Gemeinden fordern Mitspracherecht

01.12.2012 | 11:08 |   (DiePresse.com)

Wenn Lehrer und Eltern nicht einig sind, soll die Gemeinde als Schulerhalter die Entscheidung treffen, fordert Gemeindebundpräsident Mödlhammer.

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VP-Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer fordert in der Debatte um den Ausbau der Ganztagsschule ein Mitspracherecht für die Gemeinden. Nachdem die ÖVP und die ÖVP-nahe Lehrergewerkschaft verhindert haben, dass ausschließlich die Eltern das Entscheidungsrecht bekommen, will es Mödlhammer jetzt für die Schulerhalter.

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Man hätte sich natürlich gewünscht, dass die Eltern das entscheidende Sagen haben, in welcher Form sie die Nachmittagsbetreuung wollen. Wenn es aber zu keiner Einigung zwischen Eltern und Lehrern komme, sollte der Schulerhalter, also die Gemeinde, das letzte Wort haben. Die Gemeinde als Schulerhalter sei schließlich für die Organisation verantwortlich und habe auch die entsprechenden Kosten zu tragen, sagte Mödlhammer im Ö1-Morgenjournal am Samstag.

Mödlhammer ortet Kommunikationsproblem

Entgegen den Beteuerungen der Gewerkschaft ist es offenbar durchaus schon vorgekommen, dass die Lehrer die Einführung der Ganztagsschule verhindert haben - diese kommt nämlich nur, wenn die Mehrheit der Lehrer zustimmt. Deswegen der Vorschlag Mödlhammers, wenn es zu keiner Einigung komme, sollte der Schulerhalter ein entscheidendes Wort mitzureden haben. Man wisse, dass vonseiten der Lehrer große Vorbehalte herrschen. Es gebe ein Problem beim Personal. Es sei aber notwendig, so der Gemeindebund-Präsident, auf die Veränderungen in der Gesellschaft Rücksicht zu nehmen. Man müsse die Wünsche und Forderungen der Eltern ernst nehmen. Mödlhammer sieht derzeit ein Kommunikationsproblem zwischen Lehrergewerkschaft und den Verhandlern. Er kann sich eine Lösung in Richtung mehr Lohn für die Lehrer und eine Änderung des Lehrerdienstrechts durchaus vorstellen.

(APA)

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22 Kommentare

Die Geminden sollten generell viel mehr Mitsprache recht haben

Denn sie wissen noch am ehesten über die Anliegen, Probleme, Wünsche, Lösungsvorschläge, etc, der BürgerInnne Bescheid. Sie hätten die Möglichkeit, sich zu informieren und zu engagieren.

Auch wenn klar ist, dass das nicht in allen Gemeinden so ist, ist es doch wahrscheinlicher dass so eher Politik für die Menshcen umgesetzt wird als von Landesbediensteten, die in einem anderen Milieu zu tun haben - von Lobbyisten untermauert.

Wahrscheinlich wäre es langfristig besser, die Landesregierungen ganz abzuschaffen und die Gemeinden zu stärken um so dem Bund die Möglichkeit zu geben, policy für die BürgerInnen zu machen; gepaart mit direkter und partizipativer Demokratie.

Idioten an der Macht?

Unfassbar welche intellektuellen Nackerpatzerln sich in Österreichs Entscheidungsgremien tummeln dürfen.

Von NGB und Amon abwärts geht es beim Thema Schule genau nie um unsere Kinder, sondern nur um Geld und Privilegien.
Natürlich kann man sagen, war nie anders, nur können wir uns das noch leisten?

Wo übrigens ist das ÖVP Expertenpapier, dass endlich ein überparteiliches Konzept für die Reform des Bildungssystem hätte werden können ?

Kleinkarierte Kommunalpoliker

Sind das Letzte was wir in dieser Diskussion brauchen. Herr Mödlhammer soll zuerst einmal die Gemeindebudgets sanieren, bevor er sich diese Fass aufmacht.

Re: Kleinkarierte Kommunalpoliker

2011 haben die Gemeinden österreichweit mehr als 400 Mio. Euro Maastricht-Überschuss gemacht. Ebenso ist der reale Schuldenstand erstmals gesunken.

Nähere Infos hier: http://www.gemeindebund.at/news.php?id=1610&m=5&sm=15

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Infrastruktur

Dann müssen die Gemeinden aber auch die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellen.

wir steueren auf die nächste volksbefragung zu!

wir bezahlen zwar mit unseren steuern das bildungssystem, die gemeinden und die politiker, abere die kriegen eh nix mehr auf die reihe. ok, dann soll das volk entscheiden, dafür muss anteilsmässig aber geld umverteilt werden. diese dauerhafte pleiten-pech-und-pannen-finanzierung per automatischer abzocke aller staatsbürger wird irgendwanneinmal bumm machen.

Ah scho wurscht

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich auch noch Leitl, Androsch und sonstige schulfremde Experten zu Wort melden.

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Unzumutbar!

Die Eltern sind die Steuerzahler, welche die Schule finanzieren und daher neben den Kindern auch die Kunden der Schule.

Mit einen Lebensmittelladen verglichen würde das heißen: Wenn ich eine Wurstsemmel kaufen möchte ordnet mir der Ladenbesitzer an wieviel von welcher Wurst ich bekomme - der Gute wäre bald pleite!

Und in der Schule kann es nicht anders sein - die Kunden sagen was sie für ihr Geld wollen und wenn dies den Lehrern nicht passt, dann sollen sie kündigen.
Es ist in keinster Weise nachvollziehbar warum man diesen Personaenkreis 40 Stunden zahlt und er nicht mal annähernd die Hälfte davon anwesend ist!

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Re: Der Vergleich hinkt...

und zwar in mehrerlei Hinsicht:

- Nicht nur die Eltern sind die Steuerzahler, sondern die Lehrer (und diese als Eltern) sowie die meisten anderen Personen sind Steuerzahler.

- Natürlich wird Ihnen kein Ladenbesitzer vorschreiben, wie viel Sie von welcher Wurst bekommen - diese Wahlfreiheit haben Sie im heutigen Schulsystem auch schon.

- Ad "die Kunden sagen, was sie für ihr Geld wollen": Führen wir dieses Gedankenexperiment jetzt einmal weiter: Sie sagen dem Fleischhauer nicht nur, dass Sie 10 dag Extrawurst in Ihre Wurstsemmel haben möchten, sondern Sie schreiben ihm auch vor, nach welcher Rezeptur er sie herzustellen hat. Oder Sie schreiben dem Automechaniker vor, wie er Ihr Auto zu reparieren hat. Oder auf die Schule umgelegt: "die Eltern" wünschen sich statt "Mathematik" und "Englisch" plötzlich "Origami" und "Kräuterheilkunde" - dann schaffen wir erstere ganz einfach ab - oder wie jetzt?

- Den letzten Absatz möchte ich nicht weiter kommentieren, da es offensichtlich völlig aussichtslos ist, manchen Leuten auseinanderzusetzen, dass 20 Stunden Unterrichtszeit nicht 20 Stunden Wochenarbeitszeit bedeuten

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Re: Re: Der Vergleich hinkt...

und abschließend:
Österreich hat eines der teuersten Bildungssysteme und die daraus resultierenden Ergbnisse sind eine der schlechtesten!
Dies ist kein Vergleich sondern eine eindeutig wissenschaftlich erhobene Tatsache.

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Re: Re: Re: Der Vergleich hinkt...

Und obwohl unser Bildungssystem so "schlecht" ist, stehen wir wirtschaftlich und vom Lebensstandard her betrachtet, ganz toll da. Ist ebenfalls wissenschaftlich erwiesen.

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Re: Re: Re: Re: Der Vergleich hinkt...

Vom Lebensstandard her gesehen stehen wir vieleicht nicht so schlecht da, allerdings auf Kosten unserer Kinder und Enkel.
Und wirtschaftlich gesehen sind wir schlicht und einfach verschuldet - tief verschuldet - sehr tief verschuldet - usw.

Re: Re: Re: Der Vergleich hinkt...

na klar, wenn eine frau u-mini viele 'Experten' zahlen muss, viele Studien zahlen muss um ihre Parteilinie zu unterstreichen und noch zusätzlich jede Woche einen teuren Schminkkoffer benötigt, dabei auch noch wohlwollensstiftende Inserate in versch. Printmedien zahlen muss - ja, dann ist es kein Wunder, dass dieses Ressort so viel Kohle braucht...

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Re: Re: Re: Der Vergleich hinkt...

Wissenschaftlich erhoben ist das allerdings nicht.
Aber Österreich hat sicher eines der "schlechtestgeredeten" Bildungssysteme, weil 1) von der OECD so gewünscht und 2) politisch opportun. (Mit Südkorea etc. können wir in der Tat nicht mitreden, aber machen Sie sich einmal schlau darüber, welch enormem Leistungsdruck Schüler dort ausgesetzt sind und wie man ihnen die Kindheit stiehlt - wollen wir das?) Geht es nur um "learning to the test, stehen wir vielleicht wirklich schlecht da. Aber was vernetztes und eigenständiges Denken anbelangt, sind zumindest unsere 15-18jährigen Schüler sicher nicht schlecht aufgestellt.
Zu dem Vorwurf, dass Österreich eines der teuersten Schulsysteme besitzt: Klar ist, dass man in der Verwaltung deutlich einsparen könnte und auch sehr viel Geld zum, eindeutig inneffizient arbeitenden, BIFIE fließt. Aber wussten Sia auch:
- dass in Österreich die pensionierten Lehrer ins Bildungsbudget gerechnet werden ?
- dass der Bund im Bereich der Bundesschulen die Gebäude für diese von der ebenfalls bundeseigenen BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) anmieten muss und diese Kosten ebenfalls dem Bildungsbudget zugerechnet werden?

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Re: Re: Re: Re: An die Rotstrichler:

Nicht, dass ich Probleme damit habe, aber die Wahrheit hört man wohl nicht so gern...

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Re: Re: Der Vergleich hinkt...

- wenn Lehrer als Eltern ihrer Kinder auftreten sind sie selbstverständlich auch Kunden
- über die nächsten beiden Absätze könnte man noch diskutieren;Tatsache ist, wenn ich den Ladenbesitzer oder die Autowerkstatt wechseln möchte, tu ich es; als ich unser Kind in eine andere Schule geben wollte, musste ich es bei einem Freund am Wohnort anmelden um die Bürokratie auszutricksen;
- sie sind wahrscheinlich einer dieser Ausnahmelehrer die ich auch gerne unterstütze; mein Umfeld zeigt mir aber leider was anderes;

Re: Re: Re: Der Vergleich hinkt...

sie überfordern die eltern leider maßlos! drei viertel der eltern meiner schüler können nicht einmal die angabe meiner maturabeispiele fehlerfrei lesen, geschweige denn verstehen...
;-)
sie können deswegen nicht als KUNDEN agieren, weil sie nicht wirklich wissen (können), was sie bekommen.
bildungserwerb ist nicht wurstsemmelkaufen!
einen besinnlichen advent!

frage

Und wie wäre es mit dem Salzamt - sollten das nicht auch mitsprechen ?

Fachleute sollen entscheiden

Und dass sind nuneinmal die Lehrer.

Am wenigsten Ahnung haben die Politiker.

Denen geht es nur um Stimmenfang und Machterhalt!

Re: Fachleute sollen entscheiden

vor allem die Lehrer die so flexibel wie eine Gehsteigkante sind.

Re: Re: Fachleute sollen entscheiden

meine erfahrung zeigt, dass die flexibilität der lehrer zum beispiel in bezug auf arbeitszeit weit höher ist als die der beschäftigten in der sog. privatwirtschaft: wenn zb ein elternsprechtag ansteht, werden von den meisten kollegen nachtschichten eingelegt, um für die eltern den aktuellen stand ihrer kinder zu ermitteln...
versuchen sie einmal, diese flexibilität von einem handwerker zu verlangen...

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Am Ende ....

.... werden unendlich viele Fraktionen mitreden, von denen die meisten keine Tau von der Materie haben (allem voran die Politiker), dass wie kompletter Blödsinn dabei rauskommt (wie üblich).

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