Bildung: PISA-Test, Zentralmatura, neue Schranken an den Unis

28.12.2012 | 18:11 |   (Die Presse)

Neuerungen: Ab 2013 muss ein Teil der Studenten wieder Gebühren zahlen. An den Schulen startet die Abschaffung des Sitzenbleibens.

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Wien/RED. Auch im Bildungsbereich treten im Jahr 2013 zahlreiche Neuerungen in Kraft. Für die Studierenden bringen diese ein Déjà-vu. Denn genau ein Jahr nach dem Auslaufen der alten Studiengebührenregelung wird diese ab dem Sommersemester geringfügig adaptiert wieder eingeführt. Wie schon zwischen 2009 und Herbst 2011 müssen „Bummelstudenten“ und Nicht-EU-Bürger Gebühren entrichten. Rund 15 Prozent aller Studenten werden damit zur Kasse gebeten. Langsame Studenten zahlen pro Semester 363,36 Euro. Neu ist, dass die Nicht-EU-Bürger das Doppelte zahlen.

Eine weitere Veränderung für Studierende bringt das am 1. Oktober startende Wintersemester. Dann treten nämlich neue Zugangsbeschränkungen an den Unis in Kraft. Im Zuge eines Pilotmodells zur Studienplatzfinanzierung soll in den fünf Studienfeldern Architektur und Städteplanung, Biologie und Biochemie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften – insgesamt 19 Studienfächer – eine fixe Zahl an Anfängerplätzen festgelegt werden. Diese orientiert sich an den Studienanfängern im Herbst 2011 – gibt es mehr Interessenten als Plätze, können die Universitäten Aufnahmetests durchführen.

Auch im Schulbereich wird sich im Jahr 2013 einiges ändern. Mit dem kommenden Schuljahr wird ab der zehnten Schulstufe an AHS und berufsbildenden höheren und mittleren Schulen (BMHS) schrittweise ein Modulsystem eingeführt. Damit wird das Sitzenbleiben quasi abgeschafft. Alle Fächer werden semesterweise in Module unterteilt. Bei einer negativen Note muss nicht die ganze Klasse wiederholt werden, sondern nur das Modul. Mit zwei negativen Modulen darf man in die nächste Klasse aufsteigen, mit Zustimmung der Konferenz sogar mit drei. Bis Herbst 2017 soll das System an allen 850 AHS-Oberstufen und BMHS umgesetzt sein.

Ernst wird es in Sachen Zentralmatura – allerdings vorerst nur für eine Schule. Ein Kärntner Gymnasium führt die neue Reifeprüfung bereits im Frühling 2014 in allen Fächern durch. Verpflichtend ist das für die AHS allerdings erst ein Jahr später.

Weiter geht es außerdem mit der Umstellung der Hauptschulen auf Neue Mittelschulen (NMS): Ab September 2013 werden voraussichtlich 945 Schulen als Neue Mittelschulen geführt. Das sind 247 mehr als bisher.

Schließlich gibt es wieder einmal nationale und internationale Tests: Am 17. April steht in der vierten Klasse Haupt- bzw. Neue Mittelschule sowie in der AHS-Unterstufe die Überprüfung der Bildungsstandards im Fach Englisch auf dem Programm, am 28. Mai in den vierten Klassen der Volksschule die Überprüfung der Standards in Mathematik. Die Ergebnisse werden dann im Dezember präsentiert – genau wie die neueste Ausgabe der PISA-Studie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2012)

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3 Kommentare

Nach der Pflichtschule

sollte das wirkliche Leben beginnen. Pflichtschüler haben das Recht den ganzen Stoffe zu hören. Auszubildende, die nicht können oder wollen, sind nur Sand im Getriebe.

abschaffung des sitzenbleibens

ist o.k.
jeder ist froh, dass die potentiellen sitzenbleiber so schnell wie möglich das system verlassen.
die selektion wird eben an den universitätstoren durchgeführt. ob das besser ist, wird sich zeigen.

Re: abschaffung des sitzenbleibens

Meine Güte da kennt sich wieder wer aus. Und lesen ist auch schwer....
Die neue Regelung ist sogar strenger als die alte, weil man vorher mit der Aufstiegsklausel mit nicht bestandenen Fächern bis zur Matura kam. In der modularen Oberstufe muss man JEDES Modul positiv abschließen, um maturieren zu dürfen.

Das ist mit Sicherheit besser!

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