Schmied: Sprachförderung aus Wahlkampf raushalten

14.01.2013 | 15:37 |   (DiePresse.com)

Unterrichtsministerin Schmied will die Anstrengungen zum Deutscherwerb verstärken und enger mit Staatssekretär Kurz zusammenrücken: "Es sollte kein Blatt zwischen uns passen."

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Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) will das Thema Sprachförderung und mehrsprachige Kinder an Schulen aus den kommenden Wahlkämpfen heraushalten. "Alles, was in Richtung Diskriminierung und Missbrauch dieses Themas für einen vermeintlichen Ausländerwahlkampf geht, bekommt von mir eine klare Absage", so Schmied. Es dürfe keine "Abwertungskultur" geben, "die dieses Land im vergangenen Jahrhundert schon einmal erlebt hat. Daher: Wehret den Anfängen."

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Das Thema bedürfe einer seriösen und differenzierten Herangehensweise: Maßnahmen wie das verpflichtende Kindergartenjahr und die Sprachförderung an den Schulen seien richtig gewesen, die Anstrengungen müssten aber verstärkt werden, so Schmied. Ziel sei, dass alle Kinder mit spätestens zehn Jahren die Bildungssprache Deutsch beherrschen.

Vorschuljahr für Schmied eine Möglichkeit

Fördermaßnahmen müssten im Kindergarten anders aussehen als im schulischen Bereich, betonte Schmied. Rücksicht müsse man auch auf die Unterschiede zwischen städtischem und ländlichem Raum legen. Schwerpunktprogramme an Volksschulen könnten durchaus auch ein Vorschuljahr für Kinder mit Sprachproblemen umfassen, nahm Schmied auf die jüngste Diskussion mit Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) Bezug.

Gleichzeitig gab sie zu erkennen, "integrative Ansätze zu bevorzugen". Wenn Freunde oder Klassenkameraden die deutsche Sprache beherrschten und mit ihnen redeten, würde dies die Motivation der Kinder zum Deutschlernen verstärken. Ausdehnen will Schmied auch die Sprachförderung an Schulen. Die derzeitige Befristung dieser Maßnahme sei "kein gutes Signal". Auch die Lehreraus- und -weiterbildung soll einbezogen werden: Deutsch-Didaktik sei nicht nur eine Frage der Deutschlehrer, sondern für alle Pädagogen.

Kurz: Förderung vor Wahlkampf umsetzen

Den Staatssekretär selbst will Schmied zu ihren Verbündeten zählen: "Es sollte zwischen uns kein Blatt passen, und schon gar nicht eines, das ein Papier der FPÖ ist." In seiner Reaktion sagte Kurz, er wolle so bald wie möglich an der Arbeit an konkreten Maßnahmen zur Sprachförderung beginnen und darüber mit Schmied Gespräche führen. Damit Sprachförderung nicht zu einem Wahlkampfthema werde, müsse sie vor dem Wahlkampf umgesetzt werden. "Das heißt: jetzt Tempo machen", so Kurz in einer Aussendung.

Kurz fordert u.a. ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr bzw. Vorschule für Kinder mit Sprachdefiziten und Deutschintensivkurse für ältere Quereinsteiger mit Sprachproblemen. Nachdem Schmied vergangene Woche eingelenkt hat, was eine mögliche Sprachförderung in Vorschulklassen betrifft - dies sei in Ballungszentren möglicherweise eine sinnvolle Lösung, so Schmied -, bewegt sich nun offenbar auch Kurz einen Schritt auf die Ministerin zu: Laut Aussendung kann auch er sich nun "differenzierte Modelle im ländlichen Raum" vorstellen.

Expertenrat für sachliche Diskussion

Nach dem jüngsten Schlagabtausch zwischen Kurz und Schmied hat auch der Expertenrat für Integration eine differenzierte Diskussion zur schulischen Sprachförderung eingefordert. Die Sprachförderung dürfe "nicht zu einem kurzlebigen, parteipolitisch besetzen Thema hochstilisiert werden", heißt es in dem Schreiben, das u.a. von Expertenrat-Leiter Heinz Faßmann und Sprachwissenschafterin Ruth Wodak gezeichnet ist. Stattdessen brauche es eine sachliche und parteiunabhängige Diskussion durch "die besten Köpfe".

Die Wissenschafter betonen, dass schulische Sprachförderung nicht nur Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache, sondern "ALLE Kinder betrifft, die für eine schulische Kommunikation und Verständigung noch nicht ausreichend Deutsch sprechen". Je früher mit der Sprachförderung begonnen werde, umso besser, verweisen die Forscher auf die wichtige Rolle des Kindergartens. Auch Mehrsprachigkeit müsse in einer umfassenden Konzeption berücksichtigt werden.

Spezialmodule oder Sommerkurse

Zusätzlich sollen auch "international erprobte Modelle" wie Spezialmodule und Sommerkurse für Schüler, die erst nach der Volksschule als Quereinsteiger in das österreichische Schulsystem eintreten, erwogen werden. Außerdem fordern die Experten die Berücksichtigung von unterschiedlichen regionalen Voraussetzungen - so gebe es im ländlichen Raum mit seinen Dialekten möglicherweise andere Deutschkenntnisse und -kompetenzen als in der Stadt mit einer hohen Konzentration an Kindern nicht-deutscher Muttersprache.

"Es gibt also kein einziges 'one size fits all' Modell", betonen die Forscher. Ein modulares System würde hingegen ermöglichen, auf die individuellen Bedürfnisse und Vorqualifikationen der Schüler Rücksicht zu nehmen. Fördermaßnahmen müssten "mittel- und langfristig konzipiert werden", betonen die Wissenschafter.

(APA)

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20 Kommentare

Heraushalten ist unpolitisch - Politk ist schlecht

Am Besten alles aus dem Wahlkampf heraushalten, was das Gemeinwesen betrifft, also eine unpolitische Freundlichkeitswahl. Dafür aber die Parteien durch die Stimme loben, dass sie wieder ihre Förderung bekommen, die wir neben anderen korrupten Ausgaben durch unsere gerechten Steuern finanzieren.

Re: Heraushalten ist unpolitisch - Politk ist schlecht

Politische Versäumnisse, Realitäts-verweigerung zum Schaden des Gemeinwohls, Hinhaltetaktik, Parteipolitik vor Sacharbeit sind Fakten. Schluss mit den Meinungsmonopolen und Meinungshoheiten, Schluss mit nicht endenwollenden Expertenhertings, die "besten Köpfe" hatten bereits ihre Zeit- die überfälligen politischen Entscheidungen sind gefragt.

Nur ein Grund warum Europa immer weiter zurück fällt!

Die jahrzehntelange Einwanderung von funktionalen Analphabeten zeigt Folgen.

Die legale Zuwanderung müsste stark regelmentiert werden um nur die Besten nach Österreich zu lassen.

Nur die Besten werden kaum gewillt sein das niedrige Lohnniveau auch noch zu 50% mit dem Staat zu teilen.

Und die Kommunalkredit sollte man natürlich aus aus dem Wahlkampf heraushalten.


Schmied: Sprachförderung aus Wahlkampf raushalten

was können Kinder dafür das sie mit ihren Eltern gezwungenermaßen mitgehen mußten.
Laßt diese Wissenschaftler endlich beiseite und entscheidet so wie ihr es für eigene Kinder entscheidet.
Die Sprache beeinflußt auch das Denken. Wenn also Kinder die deutsche Sprache lernen, so werden sie automatisch auch die Denkweise übernehmen.
Nur das kann das Ziel sein !!!!!!

Mul -ti kul -ti aus dem Wahlkampf heraushalten?

Na das hätten die Genossen gerne!

Basti,

lass dich nicht erdrücken von ihr!

sie ist bald weg, dann ist die luft wieder atembarer!

14

Das Versagen von Fr. Schmied

soll aus den Wahlkampf rausgehalten werden.
Tickt sie noch richtig ?

10

Natürlich

wird die einzige sinnvolle Lösung nicht diskutiert - sofortiger strikte Reduktion oder temporärer Stopp dieser fatalen Masseneinwanderung. ich frag mich ja wen sie zum Beispiel in Wien noch wohin integrieren wollen - Afgahnen in Tschetschenen - Nigerianer in Pakistani - oder umgekehrt? Mir tun nur jene österreicher leid, die es sich nicht leisten können, in andere wohngegenden zu entfliehen - und mitansehen müssen wie ihre kinder diesem Irrsinn hilflos ausgesetzt sind..

Beim scnell hinschauen

hab ich doch zuerst glatt gelesen "Schmied aus Wahlkampf raushalten"!

BILD

The mummy and the cockerel

Verständlich

... dass sie ihre Probleme und Versäumnisse nicht thematisiert haben will...
Vielleicht kommt sie ja noch auf die Idee, eine Integrations-Deutschuntericht-Steuer zu erfinden, dann wär es wahrscheinlich interessant für die Frau Genossin...

lernens geschichte frau unterrichtsministerin :-)

... als unterrichtsministerin einen werfel und wie sie alle geheissen haben so zu beleidigen (die konnten nicht deutsch ??) ...

übrigens : wie geht es bei den ermittlungen bezüglich der milliarden euro die mit derivatspekulationen bei der kommunalkredit vermutlich in den sand gesetzt worden sind, voran ? ..

oder sind die ermittlungen der staatsanwaltschaft jetzt bestandteil der so beklagten abwertungskultur ?

Godwin's Law.

Schon zückt Frl. Schmied die braune Karte ("Abwertungskultur im vergangenen Jahrhundert blablabla...") und stellt die Verbindung zur FPÖ her.

Wie der Schelm denkt, so ist er.

Possierlich auch die Vorgabe, was Wahlkampfthema zu sein hat, und was nicht. Sprich: worüber das tumbe Volk abzustimmen hat...und wie!

Bei der Wehrpflicht hatte Häupl ja auch keine Hemmungen, diese für seinen Wahlkampf zu thematisieren- weil als LH ist seine Agenda ja direkt davon betroffen.

Weitere Tabu-Themen: Untersuchungs-Ausschuß, Salzburger Finanzposse, anhängige Verfahren ( so weit sie Rote betreffen), Inserate, Kommunal-Credit, Faymann und sein C.V., Integration, Immigration und überhaupt...

Sehr interessant

Vielleicht sollte ein Genosse der Frau Schmied mal erklären was Demokratie eigentlich bedeutet.

Zu sagen, entscheidende und für unser Zukunft überlebenswichtige Fragen (die den Mächtigen aufgrund ihgrer Ideologie unangenehm sind) sollten aus dem Wahlkampf rausgehalten werden ist schon mehr als absurd.

Aber die Frau ist als Ministerin genauso eine Katastrophe wie als Bankmanagerin. Auch wenn es kaum möglich ist, jetzt richtet sie noch mehr Schaden an, als seinerzeit bei der Kommunalkredit.

genug diskutiert!

Stattdessen brauche es eine sachliche und parteiunabhängige Diskussion durch "die besten Köpfe". Zitatende. Was haben die sogenannten Experten bisher getan? Welche Elementarinformation hat die Politik zur Entscheidungsfindung von diesen sicher nicht schlecht bezahlten Experten denn bisher bekommen? Wertlose Sitzungsprotokolle? Unver-wertbare Expertisen? Und jetzt sollen die besten Köpfe ran - wer war denn bisher in den Expertenrunden?? Jetzt muss endlich die Politik entscheiden!

Schmied ist eine Totalversagerin

und wird von den Medien trotzdem geschont...
Tja...

Schmied und Kurz

ein Herz und eine Krone? Geht der Schmusekurs zwischen Rot und Schwarz jetzt doch munter weiter? Ja, das Leben in unserem Land wird von Tag zu Tag schwieriger, insbesondere vor Wahlen. Einmal hü, einmal hot, und da sollen sich die WählerInnen noch schlüssig sein, wo sie ihr Kreuz in der Wahlkabine machen sollen? Da werden sich viele WählerInnen wahrscheinlich selbst bekreuzigen und einen ungültigen Wahlzettel abgeben.

Abwertungskultur

Immer wenn es für die Linxlinxen eng wird, kommt die N-Keule - "da gab es doch mal eine Abwertungskultur, die dieses Land im vergangenen Jahrhundert schon einmal erlebt hat"

Sehr geehrte Genossin Schmid - wir wollen Sachpolitik, und nicht vor den Wahlen mit Gummibärchen vertröstet werden.


Kurz selbst will Schmied zu ihren Verbündeten zählen: "Es sollte zwischen uns kein Blatt passen, und schon gar nicht eines, das ein Papier der FPÖ ist."

Das wird sich nicht ganz ausgehen, wenn nicht sofort die Zuwanderung eines bestimmten Landes drastisch eingeschränkt wird!

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/3218439/zahl-schueler-zuwanderfamilien-hat-sich-verdoppelt.story

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