Hilfe für Lehrer mit schwierigen Schülern

18.03.2012 | 18:36 |   (Die Presse)

Das niederösterreichische Projekt „Helv“ (Helpdesk für Lehrer verhaltensauffälliger Schüler) bietet anonyme Onlineberatung an.

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Wien/Thea. Immer mehr Lehrer würden sich mit Erziehungsaufgaben überfordert fühlen, klagte in der Vorwoche die Lehrergewerkschaft. Das sei der Grund, warum so mancher auf Strafen aus einer vergangen geglaubten Zeit zurückgreife: Winkerlstehen, Nachsitzen oder Kollektivstrafen wären demnach keine Seltenheit. Neben einem Katalog an Verhaltensvereinbarungen, der von den Schulpartnern bis März erarbeitet werden soll, gibt es schon jetzt Projekte, die überforderten Lehrern Hilfe anbieten.

Etwa das niederösterreichische Projekt „Helv“ (Helpdesk für Lehrer verhaltensauffälliger Schüler). Dabei handelt es sich um eine Internetplattform, die anonyme Onlineberatung anbietet. Seit zwei Jahren haben niederösterreichische Lehrer die Möglichkeit, sich über diese Plattform anonym beraten zu lassen, wenn sie sich in ihrem Schulalltag überfordert fühlen.

 

Schwächen zugeben lernen

Denn genau an diesem Punkt müsse man ansetzen, sagt Stefan Germany, Koordinator von Helv. „Viele Lehrer müssen auch erst lernen, zuzugeben, dass etwas nicht so gelungen ist, wie man es sich vorgestellt hat.“ Insofern seien gerade niederschwellige Angebote sehr wichtig.

Die Probleme, mit denen sich Lehrer an Helv wenden, seien ganz unterschiedlich – von methodischen Fragen zum Unterricht bis hin zum Umgang mit aggressiven Schülern. Wendet sich ein Lehrer an Helv, schickt er eine anonymisierte Anfrage. Binnen drei Werktagen erhält er Antwort von einer Schulpsychologin oder einem Beratungslehrer. Sofern erwünscht, wird die Onlineberatung nach dem Erstkontakt weitergeführt, oder die Hilfesuchenden werden an weiterreichende Angebote verwiesen.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

http://helv.ph-noe.ac.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2012)

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4 Kommentare
Gast: Be-obachter
25.03.2012 11:58
0

Das Symbolbild

passt da aber nicht dazu. Die wirklich Schwierigen sehen anders aus.

Gast: Lara Klara
20.03.2012 20:31
0

Wer gibt Hilfe den Schülern. Für schwierige Lehrer

Auch darüber solte man nachdenken.

Gast: Hänschenklein
19.03.2012 14:04
0

Immer auf die Kleinen

Wir haben 9 Schüler auf einen Lehrer, aber in den Klassen sitzen 30 und mehr Schüler.
Wenn alle Lehrer 8 Stunden täglich in der Schule wären, hätten wir Klassen mit 10 Schülern einschließlich Ganztagsbetreuung.
Aber nein, 3 von 4 Lehrer sind sonstwo und der eine der arbeitet, muss die Arbeit von 3 bis 4 Lehrern übernehmen. Der klagt verständlicherweise über Überlastung.
Schuld sind natürlich nicht die durch Abwesenheit glänzenden Lehrer, sondern die Schüler. Ist ja wahnsinnig praktisch. Schüler haben keine Lobby. Denen kann man alles in die Schuhe schieben. Schämt euch!

Die Probleme der Lehrer sind hausgemacht. Unser Schulsystem ist sowas von verfahren, dass es nur eine Lösung gibt: Privatisierung.

Eine "Onlineberatung"

ist gänzlich für die Katz. Wenn die "Hilfe" nicht vor Ort und jederzeit erreichbar ist, nützt sie gar nichts.

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