Türkischer Schüler: "Faustschlag" war übertrieben

Die Wogen in türkischen Medien gehen hoch, nachdem Schüler über schlechte Behandlung durch österreichische Lehrer geklagt haben.

Tuerkischer Schueler soll sich
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Tuerkischer Schueler soll sich
(c) APA (Herbert Neubauer)

Medienberichte über angebliche Misshandlungen türkischstämmiger Schüler an ihrer Schule hat die Direktorin des Gymnasiums Ettenreichgasse in Wien-Favoriten energisch zurückgewiesen. Ein zwölfjähriger Schüler hatte sich über die schlechten Behandlung durch die Lehrer beschwert, die sich insbesondere gegen Türken richte. "Einmal hat mich ein Lehrer sogar mit der Faust geschlagen", wurde das Kind zitiert.

In türkischen Medien waren die Wogen nach der Äußerung hoch gegangen. Berichtet wurde über die Episode unter anderem bei CNN-Türk sowie in den Zeitungen "Radikal" und "Star". Die Berichte stützen sich auf Meldungen der Agenturen Anadolu Ajansi (AA) und Dogan Haber Ajansi (DHA). Minister Davutoglu sei völlig überrascht gewesen, hieß es in den türkischen Medienberichten. "Ist das euer Ernst?" habe der Minister die Schüler gefragt. Davutoglu dankte den Schülern demnach für ihren Mut, das Thema zur Sprache zu bringen.

Vorfall nicht richtig dargestellt

Inzwischen habe der Schüler inzwischen eingeräumt, dass er einen vier Wochen zurückliegenden Vorfall nicht richtig dargestellt habe, sagte Direktorin Reingard Glatz am Freitag. Offenbar habe der betreffende Schüler das "Bad in der Menge genossen". Es sei ihm aber scheinbar nicht bewusst gewesen, was er mit seinen Äußerungen gegenüber dem Außenminister angerichtet habe.

Sie habe den Schüler sowie auch den beschuldigten Lehrer daraufhin zu dem angeblichen Vorfall befragt, so die Direktorin "Es hat sich herausgestellt, dass sich der Schüler in einer Turnsaal-Umkleide aufgehalten hat, wo er nicht sein durfte. Daraufhin hat der Lehrer ihn an der Schulter genommen und hinausgeführt", schilderte Glatz den Vorfall.

Positives Klima nicht erwähnt

In den 13 Jahren Tätigkeit an ihrer Schule sei ihr noch kein Vorfall zu Ohren gekommen, wo Lehrer Schüler geschlagen hätten, betonte die Direktorin. Dass der beschuldigte Lehrer den Schüler geschlagen habe, halte sie für ausgeschlossen. Zudem hätten Schüler an ihrer Schule mit türkischen Wurzeln mit türkischen Medien Kontakt aufgenommen und vom positiven Klima an der Ettenreichgasse erzählt - was aber nicht erwähnt worden sei.

Das Gymnasium in Wien-Favoriten war wegen des hohen Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund für einen gemeinsamen Besuch des türkischen und österreichischen Außenministers ausgesucht worden. Der Schüler, der den Medientrubel ausgelöst hatte, entstammt einer türkischen Familie, ist aber in Wien geboren.

(Red./APA)

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