Lehrerdienstrecht: Das Ende der Pragmatisierung?

22.05.2012 | 12:55 |   (DiePresse.com)

Die Lehrergewerkschaft reagiert skeptisch auf die Pläne von Unterrichtsministerin Schmied, wonach das Ende der Pragmatisierung von Lehrern Gegenstand der Verhandlungen sein soll.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hatte es wiederholt angekündigt, laut "Kurier" und "Kleiner Zeitung" (Dienstag-Ausgaben) soll es nun auch Gegenstand der Verhandlungen mit der Gewerkschaft zum neuen Dienst- und Besoldungsrecht sein: das geplante Ende der Pragmatisierung für Lehrer. De facto wird bereits seit einigen Jahren die Pragmatisierung bei Bundes- und einem Teil der Landeslehrer nicht mehr vollzogen. Bei den Lehrervertretern reagiert man auf Schmieds Plan dennoch skeptisch. "Ich wünsche mir ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis. Ob das Pragmatisierung heißt oder anders ist egal, aber es braucht Sicherheit gegen Willkür", so der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger (FCG).

Mehr zum Thema:

Lehrer benötigten "eine Form der Druckresistenz", um Aufgaben wie die Notengebung zu erfüllen, meinte Kimberger. Er hält außerdem eines der Hauptargumente gegen die Pragmatisierung von Lehrern, wonach man diese trotz Verfehlungen nicht kündigen könne, für nicht stichhaltig. "Auch ein pragmatisierter Lehrer hat relativ schnell mit dienstrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, wenn er keine Leistung bringt oder seine Dienstpflichten verletzt."

Bei den Landeslehrern (Volks-, Haupt, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schule) stehen im Moment rund 47.000 (pragmatisierte) Beamte knapp 30.000 (nicht pragmatisierten) Vertragsbediensteten gegenüber. An den Bundesschulen (AHS; berufsbildende mittlere und höhere Schulen, BMHS) gibt es derzeit knapp 13.600 Beamte und rund 27.300 Vertragsbedienstete.

Keine Details zu Stand der Verhandlungen

Was die Inhalte der bisherigen Verhandlungen angeht, gab es von Kimberger weiterhin keine Aussagen. Auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) waren am Dienstag am Rande des Ministerrates keine Details zu entlocken. Sie betonte nur das gute Gesprächsklima und ihre Zuversicht, zu einem guten Ergebnis zu kommen - und zwar "zu Dritt", also auch mit Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP). Deren Unterstützung ist sie sich "absolut sicher", sagte Schmied auf die Frage nach der Finanzierung von Verwaltungspersonal. Fekter zeigte sich diesbezüglich zurückhaltend: Es sei immer ein großer Wunsch der Lehrer gewesen, von Verwaltungsarbeit entlastet zu werden. Dies werde man "in die Verhandlungen einbeziehen", sagte sie nur.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

18 Kommentare
Gast: Trautmann
23.05.2012 09:57
0 0

polemische Überschrift...

So um 97/98 wurden die letzten Lehrer pragmatisiert. Alle Neuaufnahmen danach sind befristiete oder unbefristete Vertragsbedienstete.

finanziell gesehen

ist die pragmatisierung ein nachteil.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
23.05.2012 09:01
1 1

Re: finanziell gesehen

Muahahahahaha, vor allem beim Ruhegenuss, welcher bei den Bundeslehrern ja schon länger genossen wird als deren aktive Dienstzeit war.


Gast: Dampf
23.05.2012 00:05
0 0

es gibt sie - es gibt sie nicht

also eigentlich gibt es die Pragma nicht mehr.
Wer in den letzten Jahren ansuchte, bekam eine Antwort wie zB "leider sind sie zu alt".

Ist man allerdings bei der Gewerkschaft, am Sprung ins Ministerium oder den SSR Wien, gibt es dann die Pragma wieder doch.

Typisch Österreich. Vorwärts Piraten!

Gast: Schramagl
22.05.2012 19:13
1 1

das Ende der Pragmatisierung von Lehrern

gut so. Wozu? Ich bin auch der Meinung. Jeder soll für seinen Beruf Verantwortung übernehmen.
Fixe Arbeitsverträge wie auch anderswo denk ich genügen.

Ich würde auch nur Justiz und Polizei Pragmatisieren.

Das wie Direktoren wegén der Partei was unter jemand schreibt. Das gehört abgeschafft.

Jeder Beruf hat Qualifikation. Je nach dem sollen diese den Direktorenposten zb bekommen.

Da schreibt auch jemand weiter unten. Vor Ca 10 Jahren wurden Lehrer das letzte mal Pragmatisiert. Na dann braucht eh kein Lehrer mehr Pragmatisiert werden.

die

headline ist eine frechheit, und die presse-online auf gratisblatt niveau. bitte etwas genauer recherchieren, bevor man so einen blödsinn fragt.

1 0

Vorsichtig sein!

Das wohlwollende Eingehen der Ministerin auf mehr Verwaltungspersonal kann auch eine geplante Ablenkung sein von einer stillen Erhöhung der Lehrverpflichtung, die sie damals nicht geschafft hat.

unis

um es klar zu sagen - bei den uni-lehrern (professoren, ass., usw) gibt es sowas wie pragmatisierung schon seit bald 10 jahren nicht mehr - also brauchen lehrer sowas auch nicht

2 1

Re: unis

gibt es auch bei den lehrer seit jahren nicht mehr - genauer lesen!

Re: Re: unis

bei den landeslehrern schon

Wenn man als Akademiker mit knapp 40 Jahren rund

1600,- netto im Monat verdient, hat man es voll super erwischt. Besonders Mathematiker und Kaufleute werden in Scharen in die Schmied-Schulen strömen.

Antworten Gast: Merkurius
22.05.2012 21:34
2 1

Re: Wenn man als Akademiker mit knapp 40 Jahren rund

Lieber Hr. Akademiker! Für einen Halbtagsjob und Pragmatisierung keine so schlechte Sache.

Was soll dieser Blödsinn!

Pragmatisierung im Schulbereich gibt es schon lange nicht mehr!

Vor ca. 10 Jahren wurden die letzten Lehrer(innen) an Höheren Schulen pragmatisiert.

Gast: Fredak
22.05.2012 13:48
1 3

Wozu sollen Lehrer Pragnatisiert werden

Nur mehr die Justiz und die Polizei. Alle ander sollte jeder für seinen Beruf Verantwortung übernehmen müssen

Re: Wozu sollen Lehrer Pragnatisiert werden

Pragmatisierung schützt aber auch Lehrer(innen)

vor der politischen Willkür

diverser Direktoren(innen),

die generell parteipolitisch besetzt werden.

Rot in Wien,schwarz in Niederösterreich und blau in Kärnten.

Wollen sie parteipolitische Einheits-Schulen diverser Parteien,je nach Politfarbe des Direktors oder des jeweiligen Landesschulrates?

Wenn Sie glauben,dass Partei-Politik in der Schule,wie auch in der Justiz und Polizei, keine Rolle spielt,sind Sie ein naiver Traumtänzer!

Antworten Gast: Eulenspiele
22.05.2012 14:28
3 0

Re: Wozu sollen Lehrer Pragnatisiert werden

Nur Justiz und Polizei soll (braucht) für den jeweiligen Beruf keine Verantwortung übernehmen? Das ist IHRE Meinung?

Folgerung:
Der Lehrer gibt ja schließlich kein Urteil ab.
Was ist schon das bisschen AHS-Reife oder das Reifezeugnis, sowie andere berufliche Befähigungsnachweise im Vergleich zu einem Wurstsemmeldieb.

3 0

Re: Wozu sollen Lehrer Pragnatisiert werden

und Justiz/Polizei sollen weiterhin keine Verantwortung übernehmen? interessante Logik...

Antworten Gast: sapperlotte
22.05.2012 14:25
5 0

Re: Wozu sollen Lehrer Pragnatisiert werden

mmh. Ein äußerst wohl durchdachter Kommentar. Mit Ausnahme von Polizisten und Richtern sollte jeder für seinen Beruf Verantwortung übernehmen müssen ...

Schlagzeilen Bildung

AnmeldenAnmelden