Studenten mit Kind leben traditionell

Fast alle Väter verlassen sich bei der Betreuung auf den anderen Elternteil. Sie kommen dafür neben dem Studium für den Lebensunterhalt der Familie auf.

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(c) FABRY Clemens

Studenten mit Kind leben ein eher traditionelles Familienbild: Väter kommen durch erhöhte Erwerbstätigkeit für den Lebensunterhalt der Familie auf, Mütter widmen sich dagegen vor allem in den ersten Lebensjahren des Kindes stärker der Kinderbetreuung. Das zeigt eine Sonderauswertung der jüngsten Studierenden-Sozialerhebung. Demnach sind fast alle studierenden Väter neben dem Studium erwerbstätig - 80 Prozent üben den Job während des ganzen Semesters aus, die meisten von ihnen sind vollzeitbeschäftigt. Im Schnitt entspricht das Erwerbsausmaß der Mütter dagegen "nur" einer Teilzeitstelle.

Es gibt kaum studierende Elternpaare

"Besonders in den ersten Lebensjahres des jüngsten Kindes liegt die finanzielle Verantwortung stärker bei studierenden Vätern als bei studierenden Müttern", heißt es im Bericht. "Je älter das jüngste Kind ist, desto stärker tragen Mütter durch erhöhte Erwerbstätigkeit zur Familienfinanzierung bei." An den Hochschulen gibt es kaum studierende Elternpaare - die meisten Studenten mit Kindern leben mit Partnern zusammen, die nicht studieren, sondern ausschließlich erwerbstätig sind bzw. sich um häusliche Verpflichtungen kümmern.

Die traditionelle Rollenverteilung zeigt sich auch bei der Kinderbetreuung: Fast alle Väter (87 Prozent) verlassen sich bei der Betreuung auf den anderen Elternteil bzw. ihre Lebenspartnerin, umgekehrt tut dies nur etwa die Hälfte der Mütter (57 Prozent).

Viele Eltern machen Lehrerausbildung

Insgesamt haben in Österreich neun Prozent aller Studenten Kinder unter 27 Jahren im gemeinsamen Haushalt: Drei Prozent sind Eltern von Kleinkindern (bis drei Jahre), zwei Prozent Kinder im Vorschulalter (drei bis sechs Jahre) und jeweils rund zwei Prozent Kinder im schulpflichtigen Alter oder darüber. Am höchsten ist der Anteil studierender Eltern an den Pädagogischen Hochschulen (PH; 18 Prozent der Studentinnen und 30 Prozent der Studenten), gefolgt von den Unis (jeweils neun Prozent) und den Fachhochschulen (FH; sechs Prozent der Studentinnen und neun Prozent der Studenten). Im Unibereich weisen die Uni Linz und die Uni Klagenfurt hohe Elternanteile aus, kaum Eltern gibt es dagegen an der Veterinärmedizinischen Universität.

Kinderbetreuung direkt an der eigenen Hochschule wird nur selten genutzt (Mütter: neun Prozent, Väter: sechs Prozent). Das liegt zum Teil daran, dass nicht alle Einrichtungen diese Möglichkeit anbieten. Vor allem stundenweise Kinderbetreuung an der Hochschule wird kaum in Anspruch genommen.

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) will die Vereinbarkeit von Studium und Familie in den Leistungsvereinbarungen mit den Unis verbessern. So seien etwa in den jüngsten Verträgen mit den Unis für die Jahre 2013 bis 2015 entsprechende Regelungen vereinbart worden.

(APA)

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