22.05.2013 02:03 Merkliste 0

Schule: Zwei Drittel für eigene Deutsch-Förderklassen

18.09.2012 | 11:24 |   (DiePresse.com)

Die meisten Österreicher sind für spezielle Klassen zur Sprachförderung. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob die Befragten selbst einen Migrationshintergrund haben oder nicht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Zwei Drittel der Österreicher sprechen sich für eine Zusammenlegung von schlecht Deutsch sprechenden Schülern in speziellen Klassen aus, in denen intensiv Deutsch geübt wird. Erst wenn ausreichend Sprachkenntnisse vorhanden sind, sollten diese in den Regelunterricht aufgenommen werden, zeigt eine Umfrage des Österreichischen Integrationsfonds unter 1000 wahlberechtigten Österreichern.

Insgesamt 62 Prozent halten eine solche Maßnahme bei Schulklassen mit einem hohen Anteil an kaum oder nur sehr schlecht Deutsch sprechenden Schülern für "eher zielführend", für 32 Prozent ist sie "eher weniger zielführend" (Rest: keine Antwort). Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob die Befragten selbst über einen Migrationshintergrund verfügten oder nicht. Die Umfrage wurde Ende August durchgeführt - also noch vor der entsprechenden Forderung von Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP).

Kurz drängt auf Gesetzesänderung

Dieser sprach sich am Montag sich für eine Änderung der schulischen Sprachförderung aus. Vor Eintritt ins Regelschulwesen müssten Kinder zunächst ausreichend Deutsch können, so Kurz. In Österreich aufgewachsene Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse sollten im Rahmen eines Vorschulsystems ein Deutsch-Förderjahr absolvieren, später zugewanderte "Quereinsteiger" am Schulstandort drei- bis sechsmonatige "Crashkurse" machen, bevor sie den regulären Unterricht in ihrer Stammklasse besuchen.

Am Dienstag bekräftigte er seinen Vorstoß und verlangte nach einer entsprechenden Gesetzesänderung. Konkret will er, dass die Beherrschung der deutschen Sprache ein Kriterium bei der Ermittlung der Schulreife wird. Derzeit erfolgt die Beurteilung der Schulreife anhand körperlicher, intellektueller sowie sozioemotionaler Merkmale. Fehlende Deutschkenntnisse sind dagegen kein Grund für ein Verweigern der Schulreife. Der Staatssekretär kündigte an, das Gespräch mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) zu suchen. Diese hatte aber wenig Gefallen an seinem Vorstoß gefunden.

(APA/Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

77 Kommentare
 
12 3

Reine sozialistische Arbeitsplatzbeschaffung!

Gemäß den Berichten von Kindergärtnerinnen haben die beauftragten Lehrerinnen und Lehrer der frühen Sprachförderung und Wien selbst Migrationshintergrund und sind dem Deutschen nicht mächtig, werden jedoch gut für den "Unterricht" entlohnt.

Hauptsache man hat 2011/2012 1,7 Mio. Euro verbraten und kann sich brüsten 4.901 Kindern "geholfen" zu haben (http://www.wien.gv.at/rk/msg/2012/05/25014.html)

Gast: netzwerker5.
20.09.2012 21:18
0 0

an die gelähmten

Es gibt in Ö. außer dem Untersuchungs-ausschuss noch wirklich dringliche Politprobleme - zB die Sprachförderung. Wie lange muss der öffentliche Bereich noch auf diese politische Entscheidungen warten? Setzt euch jeden Tag hin und versucht, mit deutschunkundigen Menschen zu kommunizieren. Diese politischen Versäumnisse sind unzumutbar.

Gast: netzwerker5
20.09.2012 21:09
1 0

unwahrscheinlich

Nachdem hierzulande Parteiwohl immer noch vor Gemeinwohl kommt, wird es mit dieser höchst sinnvollen Empfehlung nichts werden. Ausser der SPD-Buschkowsky kann unsere Bildungsverantwortlichen beeindrucken...Sarrazin war auch von der SPD.

Empfehlung

Ich empfehle jeden Mulitkultigutmenschen das Buch des Bürgermeisters von Neukölln, Hr. Buschkowsky.

Hier wird in sehr kompetenter Form beschrieben, wohin das Aufgeben eigener Werte und zuvorkommende Nachgiebigkeit führt.

Antworten Gast: Heingau
20.09.2012 09:22
0 3

Themaverfehlung.

Hier geht es um Kinder, die der Schriftsprache nicht mächtig sind. Und das sind am Land 60%+ ...

Antworten Antworten Gast: Calamaro
20.09.2012 13:37
5 0

Re: Themaverfehlung.

Irrtum. Hier geht es unter anderem um Kinder, die von Geburt an österreichische Staatsbürger sind, aber trotzdem beim Schuleintritt kein Wort Deutsch verstehen.

Re: Empfehlung

Darum geht es doch nicht.Die deutschen Grünen haben das klar formuliert:
Jürgen Trittin: „Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.”
Daher ist jede sachliche Argumentation sinnlos.

Topfen

diese Idee führt die Integration ad absurdum und zeigt nur das 'wir' mit 'denen' nichts zu tun haben wollen.

Antworten Gast: bärig
19.09.2012 14:01
4 0

Re: Topfen

Integration, wie sie derzeit an vielen Schulen läuft, hat sich schon ad absurdum geführt! Lehrer, die in Crashkursen "ausgebildet" werden (sowohl im Sonderpädagogischen Bereich als auch als Sprachlehrer für Kinder mit nicht deutscher Muttersprache), können nicht wirklich kompetent sein!

das volk

dass das volk bei vielen themen keine ahnung hat, zeigt sich bei dieser befragung. wozu gibt es experten, studien, etc.?

10 2

Re: das volk

Diese Experten standen noch nie Mals in einer Schulklasse!
Der größte Wahnsinn in unserem Bildungssystem war, als alle " Neuösterreicher" ( in Österreich geboren) als Muttersprache nicht deutsch angeben!
Wenn ein in ôsterreich geborenes Kind mit 6 Jahren der deutschen Sprache nicht mächtig ist, soll ein Teil des Kindergeldes einbehalten werden und der Sprachkurs finanziert werden! Wie kommt die Allgemeinheit dazu, dies zu bezahlen?

Re: Re: das volk

bei ihrer rechtschreibung und bei ihrem satzbau dürften sie sich eigentlich gar nicht aufregen, aber egal.

nur wenn ich in österreich geboren bin, muss deutsch meine muttersprache sein? ich glaube, sie meinen erstsprache. diese kann es aber nicht sein, wenn die eltern eine andere erstsprache haben. außerdem ist es gut, wenn das kind die erstsprache beherrscht. und am besten wäre es dann, wenn das kind zwei erstsprachen hat.

und wofür zahlt die allgemeinheit?!

Antworten Gast: bärig
19.09.2012 14:03
3 0

Re: das volk

Experten, die seit Jahren keine Schule mehr von Innen gesehen haben sondern nur mehr am Schreibtisch arbeiten, haben diese Bezeichnung nicht verdient!

Re: Re: das volk

daf/daz experten sehen sehr wohl schulen von innen ;)

Antworten Antworten Antworten Gast: bärig
20.09.2012 17:12
2 0

Re: Re: Re: das volk

Die wahren Experten sind jene, die DaZ unterrichten! An HS in Wien gibt es viele Lehrer, die sagen, dass eigene Klassen für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen sehr sinnvoll wären! Es gibt auch diesbezügliche Projekte, die erfolgreich waren aber aus ideologischen Gründen nicht fortgesetzt werden. Da geht es nicht um die Kinder, sondern um parteipolitische Grundsätze: Es wird integriert- auch wenn es für manche Kinder nicht zielführend ist!
Integration ist natürlich kostengünstiger- das sollte den Wählern auch einmal gesagt werden! Es fehlen nämlich jede Menge Sonderschullehrer und ebenso gut ausgebildetet DaZ Lehrer.

Re: Re: Re: Re: das volk

am besten ist aber sicherlich: wenig migranten in einer klasse. dann lernen diese wenigen schnell!

zu den daf/daz-lehrern: das sollte mehr gefördert werden, v.a. in der heutigen zeit. allerdings ist der verdienst nicht gerade enorm.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: bärig
21.09.2012 14:04
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: das volk

Genau! Aber in Wien sieht die Sache z.b. in den HS anders aus. Pro Klasse sitzen dort 2/3 Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen, dazu einige mit gar keinen (Seiteneinsteigern) und 2 Kinder mit Muttersprache Deutsch.
Es geht darum, ALLE möglichen Modelle zuzulassen und nicht alle Kinder über einen Kamm zu scheren. Es muss Standorte geben, wo spezielle Klassen vorhanden sind, auch wenn es so manchen integrationswütigen Experten nicht in den Kram passt!

Integration?

Es wird wenig bringen, Kinder mit Migrationshintergrund aus sehr integrationsunwillien Bevölkerungen (z.B. der Türkischen) in Sammelklassen zusammenzusetzen. Da wird wenig dabei heraus kommen.
Integration würde aber bedeuten, dass eine geringe Anzahl an schlecht deutschsprachigen Kindern mit einer größerzahligen Gruppe an akzeptabel bis gut deutschsprachigen Kindern in einer Klasse sitzt.

Das wäre INTEGRATION.

So wie es heute läuft wird das nie etwas werden.
Vor ein paar Tagen war hier in der Presse zu lesen, dass bei Lehrern eine Stadtflucht existiert. Warum wohl?
Klassen mit 80% und mehr Migrationshintergrundskindern, Gewalt und Aussichtslosigkeit sind ein oftmaliger Grund für diese Stadtflucht.

Gast: Heinrich Heine
18.09.2012 21:19
6 1

Typisch

In Österreichs Schulen muss sich immer und alles am schwächsten Talent orientieren. Welche Stärken ein Kind hat interessiert niemanden. Anstatt die Stärken zu stärken lässt man die Talente des Kindes brach liegen und starrt nur auf das was das Kind am wenigsten kann.
Ist schon jemals geprüft worden, wie effizient die teuren Extraförderungen sind? Wahrscheinlich nicht. In der Schule wird ja nie geprüft, ob irgendetwas effizient ist oder nur .......... Naja, lassen wir das, wird sonst eh gelöscht.

Re: Typisch

die kids aus der eselsbank sind heute auf der überholspur.

Gast: Hellmesberger
18.09.2012 20:18
8 2

Das ist eine grundvernünftige Sache.

Schrecklich, dass man ideologisch so verbogen und verbohrt sein kann, das als „Ghettoklassen" zurückzuweisen, nur weil es vom politischen Gegner kommt. Daraus ersieht man auch, was es mit den Förderklassen auf sich hat, die angeblich Grundbedingung für die Einführung der Gesamtsonderschule sind. Offenbar nicht ernst zu nehmen, selbst, wenn Platz und Personal dafür da wäre. Alles muss zusammengeschmissen werden, damit dumpfes, in keiner Hinsicht herausragendes Mittelmaß herauskommt, bis zur Einheitsmatura, die man besser Einheiz-Matura nennen sollte. Hengstschlägers Durchschnittsfalle wird hier gebaut und scharf gemacht.

Finde den Vorschlag super!

Bin auch voll dafür.

Nur erklären Sie dann bitte auch Herrn und Frau Österreicher, dass auch ihre Kinder in der Klasse landen - denn mitllerweile gibt es genug österr. Kinder, die ihre eigene Mttersprache Deutsch mehr als mangelhaft beherrschen.

Antworten Gast: bärig
18.09.2012 19:42
5 0

Re: Finde den Vorschlag super!

Es ist ein Unterschied, ob ich Wörter nicht richtig schreiben kann oder ob ich deren Bedeutung nicht weiß! Zumal es sich um Wörter wie: Geschwister (wird als Schwester verstanden), Zebrastreifen, Straßenbahn... handelt! Die kennt aber auch der bildungsresistenteste Deutschmuttersprachler!

Antworten Antworten Gast: PP8M
20.09.2012 09:24
0 1

Nein, es geht

um die Kinder, die mit Dialekten oder Slang aufwachsen - während in der Schule die Schriftsprache (fälschlich von manchen als Hochdeutsch bezeichnet) beherrscht werden MUSS, um durchzukommen. Und da gibt es ausserhalb der 3 Großstädte massive Probleme.

Zwei Drittel dafür!

Na, dann wunderts mich nicht wenn die Schmied dagegen ist!

Gast: da sprach der alte häuptling der indianer
18.09.2012 18:37
3 0

bei richtiger fragestellung

könnten sogar 100% herauskommen. alle wissens...

 
12 3

Schlagzeilen Bildung