Sprachförderung: Schmied holt Stemer (ÖVP) als Berater

Der ehemaligen Vorarlberger Schullandesrat wird nach seinem Rücktritt wegen einer Schwarzgeld-Affäre Berater für Früh- und Sprachförderung.

Sprachfoerderung Schmied holt ExVPLandesrat
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Sprachfoerderung Schmied holt ExVPLandesrat
(c) APA LANDESPRESSESTELLE VORARLBER (LANDESPRESSESTELLE VORARLBERG)

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat den ehemaligen Vorarlberger Schullandesrat und Landesschulratspräsidenten Siegi Stemer (ÖVP) als Berater "für den Bereich frühe Bildung mit den Schwerpunkten nachhaltige Sprachförderung, regelmäßige Bewegung und kindgerecht begleitete Übergänge" engagiert. Damit soll Stemer maßgeblich an der Erarbeitung des bis März geplanten Maßnahmenpapiers zum Thema Sprachförderung beteiligt sein.

Stemer (62) trat im November 2012 wegen einer Schwarzgeld-Affäre im Umfeld der landeseigenen Sportservice Vorarlberg GmbH als Sport- und Schullandesrat zurück. Vor seiner politischen Tätigkeit war er Lehrer und Administrator. Im Ministerium wird er parallel zu seinem Pensionsantritt auf Werkvertragsbasis beschäftigt. Er soll unter anderem ein "Konzept für frühe Bildungsschwerpunkte mit dem besonderen Fokus auf eine früh beginnende und nachhaltige Lese- und Sprachförderung gemeinsam mit WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen" erarbeiten. Für Schmied gewährleistet das Engagement Stemers "die Verbindung von Sachexpertise und Praxis".

Unterdessen sprechen sich die Kindergartenpädagoginnen strikt gegen Sprachförderung von Kindern mit Deutschproblemen in separaten Vorschulklassen aus. "Die angedachte Maßnahme erreicht das Gegenteil von dem, was sie intendiert - Segregation statt Integration" warnt "Educare", eine Plattform für Elementarpädagogik, am Donnerstag in einer Aussendung. Stattdessen müssten die Rahmenbedingungen für Sprachförderung im Kindergarten verbessert werden. "In dieser Verbesserung liegt die Lösung für Kinder, die Entwicklungsprobleme in die Schule mitbringen - Jahre, nachdem sie in der Krippe/im Kindergarten auffällig wurden und nicht adäquat gefördert werden konnten", heißt es von der St. Nikolaus-Kindertagesheimstiftung der Erzdiözese Wien, Trägerin der meisten katholischen Kindergärten in Wien.

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