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Schule entwickelte Mittlere Reife auf eigene Faust

Schule entwickelte Mittlere Reife
Schule entwickelte Mittlere Reife / Bild: (C) PTS Mödling 

Eine Mödlinger Schule hat die politischen Diskussionen satt und testet die Schüler, mit einem Mini-Matura nach der achten oder neunten, einfach selbst.

 (Die Presse)

Mödling/J.n. Bildungsreformen gehen oft nur schleppend voran. Ein gutes Beispiel dafür: die Mittlere Reife. Der Plan, die Mini-Matura nach der achten oder neunten Schulstufe einzuführen und so gewisse Mindeststandards in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik zu etablieren, geriet nicht nur ins Stocken, sondern verschwand geradezu von der politischen Bildfläche. Die Polytechnische Schule für Wirtschaft und Technik Mödling (SWT) hatte die ständigen Diskussionen und Verzögerungen satt, schritt selbst zur Tat und konzipierte eine eigene Mittlere Reife.

Am Ende der einjährigen Ausbildung an der Mödlinger Schule steht also eine Art Mini-Matura. Hier wird das Wissen der Schüler in Mathematik, Deutsch und Englisch überprüft. Das Besondere: Es gibt keine Noten, sondern eine prozentuelle Beurteilung. Weiterführende Schulen sowie potenzielle Arbeitgeber der Absolventen sollen dadurch einen besseren Eindruck davon erhalten, was die Schüler tatsächlich können. In Mathematik gibt es etwa eigene Prozentangaben für die Bereiche Formeln und Gleichungssysteme, für die Theorie beziehungsweise für die Praxis. In Deutsch werden die Kategorien Erörterung, Grammatik und Sprachqualifikation einzeln bewertet.

 

Schule steigert ihre Attraktivität

Diese Art der mittleren Reife wurde heuer bereits zum dritten Mal an der Mödlinger Schule durchgeführt. Konzipiert wurde der Test vom Verein Spiel&Presse, der sich normalerweise mit der Ausbildung von Erwachsenen beschäftigt. Dort hat man bereits neue Pläne: Es soll noch ein zweiter Test entstehen. Unter dem Titel „Mittlere Reife Business“ soll es im kommenden Schuljahr eine Abschlussprüfung geben, die auf das abgestimmt ist, was sich die Arbeitgeber erwarten.

Neben dem „normalen“ Zeugnis können die Schüler dann sowohl den weiterführenden Schulen als auch den Arbeitgebern ein objektives Zertifikat vorlegen. Das macht die SWT Mödling zusehends attraktiv. Für das kommende Schuljahr gibt es so viele Anmeldungen wie noch nie zuvor.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2013)

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5 Kommentare

prozentabgaben statt noten!

das ist ja etwas völlig anderes. (ironie off)
ansonsten sind standardisierte kompetenzen bestimmt erstrebenswert, vor allem für diese altersgruppe

Und wer hat was genau davon?

Herr Schilcher hat das in der Steiermark auch schon versucht und ist nach einigen Jahren kläglich gescheitert. Dies mittlere Reife ist ein Marketing-Gag.

Eine absolut sinnvolle Alternative

zu den standardisierten Tests, über die nur die Schüler individuelles Feedback erhalten. Die Beherrschung der Grundkompetenzen ist nachweislich zu erfüllen, bevor die Anmeldung in weiterführende Schulen erfolgt. Abgänger von PTS sind nämlich nicht dazu verpflichtet, eine Aufnahmeprüfung für BMHS abzulegen. Daraus folgen die hohen Dropout- Raten und die BMHS erhalten den schwarzen Peter.

Super!!

Alle Schulen sollten sich ein Beispiel daran nehmen!!!

Schule entwickelte Mittlere Reife auf eigene Faust

hervorragend, so macht man das.

Gratulation an die Schule !!!!!!!!!!!!!!

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