Statistiker: Beträchtliche Ungenauigkeit bei PISA-Ranking

Die Stichprobenauswahl bei der PISA-Erhebung würde zu vierfach ungenauereren Ergebnissen führen, als wenn die Schüler zufällig ausgewählt würden. Das kritisieren Statistiker der Uni Linz.

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Statistiker der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) kritisieren die Ungenauigkeit in den Länder-Rankings der PISA-Studie. Grund für die Unschärfe sei die komplexe Stichproben-Auswahl. Diese führe zu etwa vierfach ungenaueren Ergebnissen, als wenn zufällig Schüler für den Test herangezogen würden, haben die Forscher ausgerechnet. Eine zufällige Auswahl der Stichprobe wäre aber viel teurer, hieß es in einer Aussendung am Montag.

"Es werden nicht alle Schüler in Österreich oder anderen Ländern geprüft, sondern nur eine auf sehr komplexe Art und Weise ausgewählte Stichprobe daraus", erklärt Andreas Quatember vom Institut für Angewandte Statistik, aus der Hochrechnung ergebe sich dann der PISA-Wert. Dieser unterliege einer beträchtlichen Ungenauigkeit. "Wenn Länder da halbwegs knapp beieinander liegen, sind die Resultate wegen der Stichprobenschwankung statistisch gar nicht unterscheidbar", so Quatember.

Er wolle aber nicht die PISA-Studie an sich kritisieren, räumte der Statistiker ein: "Eine einfache zufällige Auswahl wäre viel teurer, weil dann weitaus mehr Schulen besucht werden müssten." Unter dem gegebenen Budget liefere die PISA-Studie ausgezeichnete Ergebnisse, betonte er.

(APA)

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