Marek: "Einheitsschule ist kein Thema"

BERNADETTE BAYRHAMMER UND JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Die neue ÖVP-Bildungssprecherin Christine Marek wünscht sich im Interview mit der "Presse" mehr Geld für "Brennpunktschulen. Den Begriff „Ghettoklassen“ findet sie letztklassig.

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Die Presse: Man fragt sich bisweilen, wofür die ÖVP eigentlich eine Bildungssprecherin braucht. Würde es nicht ausreichen, einen Vertreter der Lehrergewerkschaft hinzusetzen? Die ÖVP ist ja zuletzt nicht durch innovative Ideen aufgefallen.

Christine Marek: Ich halte es für falsch, die Gewerkschaft immer als Blockierer hinzustellen. Zudem haben wir in der Koalition viel weitergebracht: Neue Mittelschule, Ganztagsbetreuung, um zwei Beispiele zu nennen.

Gerade diese beiden Reformen sind aber nun wirklich keine Initiativen der Volkspartei.

Da darf ich korrigieren. Die Initiative für die Ganztagsbetreuung geht auf die ÖVP-Ministerin Elisabeth Gehrer zurück. Und mit dem verpflichtenden Gratiskindergartenjahr, das ich selbst verhandelt habe, haben wir einen bildungspolitischen Meilenstein gesetzt.

 

Bei Ihrem Antritt haben Sie gesagt, das österreichische Bildungssystem sei besser als sein Ruf. Bildungstests sagen etwas ganz anderes. Verkennen Sie da nicht die Lage?

Wenn Sie sich die Jugendarbeitslosigkeit ansehen, stehen wir sehr gut da; bei der dualen Ausbildung sind wir exzellent. Es gibt sicherlich in vielen Bereichen Handlungsbedarf. Aber ich halte nichts davon, wenn wir permanent alles krank jammern.

 

Gerade in Wien sieht die Sache aber tatsächlich nicht gut aus, das zeigen die Bildungsstandards.

Wir müssen uns etwa die Hotspots der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache ansehen. Auch die soziale Situation ist ein Riesenthema. Sogenannte Brennpunktschulen sollten mehr Ressourcen bekommen.

 

Woher soll das Geld dafür kommen?

Da müssen Sie die Ministerin fragen. Eine schlankere Verwaltung in manchen Ländern etwa wird sicher ein Thema sein.

 

Zu einem anderen Thema: die Gesamtschule. Sehen Sie auch Argumente dafür?

Ich wüsste nicht, welche. Und das differenzierte Schulsystem hat sich sehr bewährt.

 

Teile der ÖVP sehen das aber anders. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter etwa.

Es gibt einen einstimmigen Beschluss, in dem wir uns für die Beibehaltung des Gymnasiums aussprechen. Es gibt kein Einheitskind, daher ist eine Einheitsschule kein Thema.

Dieser Logik nach gibt es zwei Arten von Kindern.

Die innere Differenzierung ist in den beiden Schultypen besser möglich. Und wir werfen Bewährtes nicht einfach so über Bord.

 

Bei manchen Themen, etwa der Ganztagsschule, hat man den Eindruck, dass die ÖVP einen Spagat hinlegen muss zwischen dem Bewahren und der veränderten gesellschaftlichen Realität.

Das sehe ich gar nicht so. Besonders im urbanen Raum ist klar, dass es die verschränkte Form und die reine Nachmittagsbetreuung braucht. Ich verwehre mich nur dagegen, dass eine der beiden verpflichtend ist. Generell müssen wir uns die Basis ansehen.

 

Ich nehme an, Sie sprechen vom Kindergarten.

Ja. Man fängt ein Haus ja auch nicht im ersten Stock zu bauen an. Der Kindergarten ist die erste Bildungseinrichtung. Die Frage ist, wie wir die Kinder optimal fördern können, damit sie mit guten Voraussetzungen in die Schule kommen.

Geht es für Sie da auch um die Frage nach den Deutschkenntnissen vor Schuleintritt?

Absolut. Derzeit werden die Kinder oft relativ lange in der Schule „mitgeschleppt“ – ohne ausreichende Förderung. Wenn sie aus der Schule kommen, haben sie zu wenig Chancen. Wäre es nicht gescheiter, sie von Anfang an in einer Intensivphase fit zu machen?

 

SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied lehnt den Vorschlag als „Ghettoklassen“ ab.

Den Begriff „Ghettoklassen“ finde ich letztklassig. Und ich halte es für falsch, den Vorschlag einfach abzuqualifizieren. Wie so etwas konkret aussehen kann, muss man sich ansehen. Man kann ja auch Mischformen machen, eine Art Kurssystem zum Beispiel.

Schmied wünscht sich in Verhandlungen mit der Lehrergewerkschaft mehr Unterstützung von der ÖVP. Kann sie mit Ihnen rechnen?

Es sind Sozialpartnerverhandlungen und keine Parteienverhandlungen.

 

Die politische Symbolik wäre nicht unwichtig.

Es geht nicht um die politische Symbolik. Es geht darum, dass die Sozialpartner vernünftige Rahmenbedingungen schaffen.

Zur Person

Christine Marek (44) ist seit zwei Wochen neue ÖVP-Bildungssprecherin. Als Familienstaatssekretärin hatte sie zwischen 2007 und 2010 schon Berührungspunkte mit dem Thema Bildung. Im September des Vorjahres kehrte Marek nach einer kurzen Zeit als Chefin der ÖVP Wien in den Nationalrat zurück. Sie folgt als Bildungssprecherin auf Werner Amon, der die europa- und außenpolitischen Agenden der ÖVP übernimmt. [APA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2012)

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126 Kommentare

Keine 100% richtig!

Und trotzdem ist Neid ein schlechter Berater.

Re: 100% richtig!

Die bekommen das doch sowieso in der Privatschule. Wollen Sie jetzt auch noch das öffentliche Gym für Kinder, die intelligent sind, deren Eltern sich aber keine Privatschule leisten können ruinieren?

wenn es schon früher eine bildungsreform gegebenhätte dann würden nicht solche leute wie die in der politik sein


Einheitsschule kein Thema ?

Wir haben für alle von der 1. bis zur 4. Schulstufe eine Einheitsschule die dem Einheitskindergarten folgt.
(ein paar Privatschule- bzw. -kindergärten ausgenommen !!!!

Wir haben für die 10-14-jährigen im Bezirk Zwettl eine "Einheitsschule" weil 95% in die Hauptschule dort gehen und in Liesien gehen ebenso 97% ins Gymnasium ....

Die AHS-Unterstufe hat halt teurere Lehrer und der Bund zahlt den Sachaufwand, und für die Hauptschulen haben wir halt L2-Lehrer und die Gemeinden zahlen den Sachaufwand ....

und in der "Oberstufe" oder der BHS treffen sie dann wieder aufeinander ohne dass die AHS-ler wirklich signifikant besser wären.

Die marek verteidigt eben bloß die L1-Privilegien für die Lehrergewerkschaft

Re: Einheitsschule kein Thema ?

Hallo Konrad!

Du hast aber schon die Ergebnisse der Standardtestung in M mitbekommen oder???

Da waren sich aber wirklich alle einig (von der U-Mi. bis zu den diversen Postern) dass es ein no na Ergebnis ist, dass die Gyms weit weit vorne liegen.

Re: Re: Einheitsschule kein Thema ?

Da es sehr von der Herkunftsregion (dem Wohnort) der Schüler abhängt wie viele eines Jahrganges in eine AHS Unterstufe gehen, ....können auch die Tests "in M." keine allgemeingültige Aburteilung der Hauptschulen beweisen !!!

Es gibt keinen vernünftigen Grund einer Gruppe von Schülern wesentlich teuerere Lehrer zur Verfügung zu stellen nur um irgendwelche Dünkel zu pflegen ......


Re: Einheitsschule kein Thema ?

Dem kann ich nur zustimmen. Ich selbst besuche derzeit eine BHS - da ist absolut kein Unterschied zwischen früheren Gymnasiasten oder Hauptschülern.

Re: Re: Einheitsschule kein Thema ?

Ich besuchte auch eine BHS und im Maturajahr waren fast nur mehr ehemalige AHSler übrig und das war vor nichtmal 5 Jahren

Re: Re: Re: Einheitsschule kein Thema ?

das kann dann aber keine HTL und auch keine HAK gewesen sein ?

und ich kenne zu viele Absolventen von BHS die sehr wohl aus der HS gekommen sind.

DASS die AHS auch deshalb gewählt wurde, weil man sich den "Leistungsgruppendruck" entziehen konnte ... und das war den Hauptschulen eben seit mehr als 20 Jahren die Regel war

danke an dieser Stelle an die ÖVP

dass sie die Hauptschulen Frau Schmied kampflos als Experimentierfeld überlassen hat. Es ist zwar süß, dass die ÖVP sich nur auf Schulen ihrer Klientel - Gymnasien - konzetriert. Aber drei Viertel der Kids besuchen immer noch eine Hauptschule - die durch die Schmiedsche NMS nun ziemlich kaputt gemacht wurde.

Re: danke an dieser Stelle an die ÖVP


Die Hauptschulen wollen das ja so. Letztlich geht es ihnen um das zusätzliche Geld.

Re: Re: danke an dieser Stelle an die ÖVP

Wie kommst du auf den Gedanken dass "die Hauptschulen" das so wollten? Das zusätzliche Geld kommt übrigens sicher nicht dort an, wo es wirklich benötigt wird.

Re: danke an dieser Stelle an die ÖVP

das konzept schmieds geht nur auf, wenn ALLE 10-14-jährigen gemeinsam unterrichtet werden.

Re: Re: danke an dieser Stelle an die ÖVP

Nun - ich hoffe dass das nie passieren wird. Oder erst bis meine Kids maturiert haben. Denn so wie Schmied das plant und durchführt ists eine Nivelierung nach ganz ganz unten.

zuerst will sie bei der Wiener ÖVP

keiner mehr,dann übernimmt sie das freie Mandat von frau Rauch kallat im Nationalrat und jetzt bildungssprecherin ? super

Marek liegt 100%ig richtig

Offenbar liegt Christine Marek inhaltlich 100%ig richtig, denn was ich hier an Kommentaren lese, enthält großteils keinerlei inhaltliche Kritik, sondern ist einfach letztklassig! Da sind wohl linke, angeblich intellektuelle Machos zum Kampfposten ausgerückt.
Hat „nur“ Matura und kann daher nicht Bildungssprecherin sein? Hat von der Sache „naturgemäß“ keine Ahnung? Aufgrund welcher „Natur“?
Weil sie ÖVP-Politikerin ist, darf sie sich zu Bildungsfragen ohnehin nicht äußern?!
Durch ihr Eintreten für Sozialpartnerschaft disqualifiziert sie sich und macht sich?!

Re: Marek liegt 100%ig richtig

links, intellektuell + macho ist ein widerspruch in sich

Re: Marek liegt 100%ig richtig


Danke für diesen Beitrag.

Mir ist auch klar, warum die "Presse" (Wirtschaftsbund) diesen Personen ein Forum bietet, denn letztlich geht es darum, den ÖAAB zurückzudrängen und denen das Ruder in die Hand zu spielen, die mit der Gesamtschule viel Geld verdienen möchten, und zwar gleich auf mehreren Ebenen: als Schulerhalter (hohe Schulgelder), als Unternehmer (Erhöhung der Arbeitszeit, Senkung der Gehälter, Einführung von Hire & Fire, Erhöhung der Arbeitslosigkeit) und als Profiteure im politiknahen Bereich (Standardisierungen, Berater, etc.).
Idealzustand: Spanien, Griechenland (50% Jugendarbeitslosigkeit)

Re: Re: Marek liegt 100%ig richtig

wo haben sie das her?

Talent

Das einzige was die ÖVP von Bildung versteht ist der Zeichen und Malunterricht. Das nennt sich umfärben. Aber auch nur von Rot in Schwarz.
Und das ist eine Gabe ,ein Talent. Die sollen das bloß nicht mit Bildung verwechseln.

"neue ÖVP-Bildungssprecherin Christine Marek"

...das kann doch nur ein Irrtum sein, ein Druckfehler vielleicht. Schön sprechen habe ich Fr. Marek noch nie gehört und ihre eigene Erfahrung mit Bildung na ja, Matura ist sich gerade ausgegangen. Die ÖVP will unbedingt noch mehr Stimmen verlieren. Jetzt werden die Parteien als Nachwuchs noch mehr Gastarbeiter brauchen, weil die Österreicher sind zu überqualifiziert.

Ist Amon geeignet?

Hat eigentlich Amon schon einen Englisch Test für Brüssel gemacht oder braucht der extra einen Dolmetscher? Und wer bezahlt den? Könnte dem Amon nicht einmal ein Reporter auf den Zahn fühlen?

Die ÖVP Bildungspolitik ist grandios gescheitert, siehe Strasser etc.

Jemand der einen Strasser, eine Schotter-Mizzi und einen Amon in seinen Reihen hat der sollte sich von Bildungsfragen überhaupt fern halten.

mit modeworten wie 'hotspots'

und abscheu vor politisch inkorrekten formulierungen wie 'ghettoklasse' wird das problem nicht geloest.

Die

Schwarzen Blasenredner sollten immer vorher den Neugebauer fragen, was Sie sagen sollen und dürfen. Ohne dem Beamtengewerkschaftler geht halt gar nichts. Er ist der Bremsklotz.

"Eliteschule" für Parteikinder schon!!!


nicht zusammen was nicht zusammen gehört

Kinder unterschiedlichster Qualifikation, Veranlagung, Kultur und Sprache können nicht jahrelang in einer Schulform gehalten werden. 4 Jahre Gesamtschule in der Volksschule sind bei weitem genug - der Kindergarten als Gesamttschule würde reichen, dann geht die Entwicklung unweigerlich auseinander.

Re: nicht zusammen was nicht zusammen gehört

Die Entwicklung geht nur deshalb auseinander weil wir es mit unserem ineffektiven und auf Selektion getrimmten Schulsystem zulassen.

besser

ich glaub die Frau ist besser als der Ruf, den ihr manche gerne andichten - mir ist nur nicht klar, was die in der ÖVP verloren hat.

Irrelevante Meinung einer Weggelobten ... !

Zu vergessen, hat von der Sache selbst naturgemäß keine Ahnung, oder denkt Marek an ihre Volksschulzeit zurück ? Die Aussagen lassen es vermuten !

"Es gibt kein Einheitskind, daher ist die Einheitsschule kein Thema"

Da bin ich mit Frau Marek einer Meinung!

ja, ja das System

Schule, System und LehrerInnen können nichts dafür, wenn die SchülerInnen nichts mitbringen. Bildungn Veranlagung und österreichische Kultur kamen bisher auch zu einem Großteil aus dem Elternhaus - dem ist nun nicht mehr so.

Marek

abwarten, Tee trinken und arbeiten lassen. dann kann man erst ein Fazit abgeben, meines Erachtens zumindest.

Sozialpartner verantwortlich!

Brennpunktschulen. Hotspots. Politische Symbolik. Alles Schlagworte mit der üblichen Beruhigungsmasche - alles wird wieder gut. Nachdem die ÖVP nichts zu entscheiden hat -danke für die Meinungsäußerung. "Angesehen"-wie Frau Marek sagt, haben sich alle Parteien die Brennpunktbereiche schon viel zu lange. Es kann doch nicht die nächste Diskussionsrunde für das kommende Jahrzehnt eingeläutet werden. Inzwischen spricht in unseren Schulen niemand mehr deutsch, nur wird es das "Oberhaus" vor lauter Realitätsverlust noch nicht mitbekommen haben. Wann werden endlich Nägel mit Köpfen gemacht? Politik ist da, um Entscheidungen zu treffen, gute und sinnvolle.


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Die ÖVP hat einen Todestrieb

Frau Marek hat als Politikerin doch bisher eigentlich alles verbockt, was sie angerührt hat. Ausserdem ist sie von der Weltanschauung her viel eher am rechten Flügel der SPÖ angesiedelt, als in dem, was zumindest früher die ÖVP war. Das ist ihr natürlich nicht vorzuwerfen, es kann jeder so linksliberal sein, wie er möchte. Nur: wieso um Gottes Willen machen die Schwarzen diese Person zur Bildungssprecherin? Wollen die mit aller Gewalt zeigen, dass sie Frau Gehrer noch unterbieten können?

damit ist alles gesagt

".......hatte sie zwischen 2007 und 2010 schon Berührungspunkte mit dem Thema Bildung....."


die nächste Quack-Ente

ich kann sie nicht hören, geschweige denn lesen

Re: die nächste Quack-Ente

Oba a liebes Gsicht hot sie. Also für eine Dupa Party könnte ich sie mir sehr gut vorstellen.

frau marek, Sie verstehen das nicht!

bitte mund halten und wieder artig hinsetzen!

Re: frau marek, Sie verstehen das nicht!

leute, ich dachte immer, die presse wäre sowas wie Ö qualitätsmedium. welche gang hat auch dieses forum geentert? ich les hier keine argumente, sondern nur extrem tiefe schimpfereien, unterstellungen.
DAS IST NICHT WITZIG!

Re: Re: frau marek, Sie verstehen das nicht!

angesichts des zustandes heimischer korrupter und unfähiger politiker (in wahrheit wird dieses land ja niedergewirtschaftet) braucht sich die verhasste politische kaste nichts mehr zu erwarten!

im marketing würde man sagen: diese branche ist ruiniert; da kann nichts mehr helfen außer der konkurs!

Foren sind - man mag es wollen oder auch nicht - zum Ventil für den Frust über die derzeitige Politik und die PolitikerInnen geworden. Eine zwangsläufige Entwicklung, bei den starken "Persönlichkeiten", die sich so wichtig nehmen und glauben, das "Programm" ihrer Partei ist das allein "seligmachende". Das trifft auf alle Parteien und fast alle ihrer Repräsentanten zu.


Re: Foren sind - man mag es wollen oder auch nicht - zum Ventil für den Frust über die derzeitige Politik und die PolitikerInnen geworden. Eine zwangsläufige Entwicklung, bei den starken "Persönlichkeiten", die sich so wichtig nehmen und glauben, das "Programm" ihrer Partei ist das allein "seligmachende". Das trifft auf alle Parteien und fast alle ihrer Repräsentanten zu.

sich darüber öffentlich ausschleimen ist kontraproduktiv und verstärkt den frust nur. möchte lieber in anderen, zielorientierten kanon einstimmen und negativspirale durchbrechen.
meine feste überzeugung: nix ist 'zwangsläufig', sonst können wir gleich aufgeben;-)

Re: Re: Foren sind - man mag es wollen oder auch nicht - zum Ventil für den Frust über die derzeitige Politik und die PolitikerInnen geworden. Eine zwangsläufige Entwicklung, bei den starken "Persönlichkeiten", die sich so wichtig nehmen und glauben, das "Programm" ihrer Partei ist das allein "seligmachende". Das trifft auf alle Parteien und fast alle ihrer Repräsentanten zu.

wenn wir uns mit und vor strache fürchten, vergrößern wir die angst.
angst spüren ist ok, kann guter lehrmeister sein - wer sich ihr aber ausliefert, hat schon verloren.

Re: frau marek, Sie verstehen das nicht!

sie schon?

Re: Re: frau marek, Sie verstehen das nicht!

natürlich verstehe auch ich nicht alles, versuche halt dahinterzusteigen, ob ich in mareks äußerungen auch etwas anderes erkennen kann als pure abwehr. mit pädagogik beschäftige ich mich jedenfalls sicher länger als sie + versuche immer weiterzudenken. es gibt keine einfachen lösungen in dem bereich, das ist ein entwicklungsprozess, der immer auch von den leuten abhängen wird, die in betreiben. man muss vertrauen haben zu denen, die die den zug haben, etwas neues auszuprobieren.
gesamtschule für alle zu verordnen, birgt natürlich gefahren - allerdings kenne ich auch einige gynasium so gut, dass ich weiß: für viele der schülerInnen, die sie besuchen, ist das nicht die richtige schulform, und zwar nicht, weil sie es nicht irgendwie schaffen würden, sondern weil sie etwas anderes viel besser könnten und weil es für ihre zukunft absolut nichts bringt. und sie hätten vielleicht etwas anders gemacht, wenn sie nicht seit der volksschule 'auf schiene' wären. wenn man in einem system drinsteckt, ist es sehr schwer, alternativen zu sehen. dabei könnte alles auch ganz anders sein, und es ist nur seltsamer zufall, wo man gelandet ist.

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Schon wieder "Innere Differenzierung"

Irgendwer hat das Märchen von der "Individualisierung und inneren Differenzierung" aufgebracht - und alle glauben, diesen Mist nachbeten zu müssen.

Man stelle sich eine Arztpraxis vor, wo 30 Patienten im Wartezimmer sitzen. Die "Individualisierung" funktioniert, weil ein Patient nach dem anderen die Ordination betritt. Der Arzt kann auf den jeweiligen Patienten eingehen und ihn entsprechend behandeln.

Und wie stellen sich unsere "Bildungsexperten" vor, wie eine Arztpraxis funktionieren soll?

Alle 30 Patienten betreten zugleich die Ordination, jeder will als erster drankommen und jeder hat ein anderes Problem. Viel Spaß beim "Individualisieren und inneren Differenzieren"!

Re: Schon wieder "Innere Differenzierung"

Es gibt nun mal Begriffe, die klingen gut.
Ob sie passend angewendet werden, ist bedeutungslos, da auch die Adressaten der Differenzierungsvorschläge auf Politebene zumeist das aktuelle Schulleben nur vom Hörensagen kennen. Das Gequatsche der "Bildungsexperten" wird halt irgendwann fad- es macht keinen Spaß mehr, zuzuhören.

Re: Re: Schon wieder "Innere Differenzierung"

Die sind auch gut, wenn das Konzept dahinter stimmt!

Re: Schon wieder "Innere Differenzierung"

besser kann man es nicht ausdrücken. ich werde nicht aufhören, die nms zu kritisieren. dass ich das hier tu, mögen sie mir bitte nachsehen.

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