Schulwarte fehlen: Personalmangel an den Schulen

Die Gewerkschaft klagt über Einsparungen. Die Arbeit sei kaum zu bewältigen, Nachbesetzungen seien langwierig und kompliziert. Die Bundesregierung will mit Postbeamten aushelfen.

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Symbolbild – (c) Clemens Fabry

Wien/Beba/APA. Ein AHS-Direktor, der mangels Schulwart morgens Schnee schaufelt, eine Schule mit 900 Schülern, die ohne Sekretär auskommen muss, und Nachbesetzungen, die ein halbes Jahr dauern – so sie denn überhaupt geschehen: Bei der Schulverwaltung liege derzeit vieles im Argen, kritisierte die Gewerkschaft am Freitag bei einer Pressekonferenz. Es herrsche krasser Personalmangel bei all jenen, die in der Schule arbeiten und keine Lehrer sind.

In den vergangenen zehn Jahren seien bereits 800 Planstellen eingespart worden – und das, obwohl die Ausstattung der österreichischen Schulen mit Unterstützungspersonal im internationalen Vergleich „zum Weinen“ sei, so Johann Pauxberger, der in der Gewerkschaft für die Schulverwaltung zuständig ist. Dass nun bei 6500 Mitarbeitern – etwa Schulwarten, Sekretären, Schulpsychologen, Schulinspektoren – bis 2016 weitere 880 Posten eingespart werden sollen, wie laut Stellenplan anvisiert, sei nicht zu machen. Die Arbeit sei kaum zu bewältigen, Nachbesetzungen seien langwierig und kompliziert. Bei vielen Kollegen sei die Grenze der Belastbarkeit längst überschritten: „Viele sind am Rand der Verzweiflung. Die Krankenstände und die Burn-out-Fälle mehren sich.“

Postler als Entlastung

Man sei sich dieses Problems bewusst, heißt es aus Unterrichts- und Beamtenministerium. Demnach soll der akute Bedarf durch den Einsatz von Post- und Telekom-Beamten behoben werden. An einer Vereinbarung werde gearbeitet. Laut Unterrichtsministerium fehlen 2013 rund 200 Personen in der Schulverwaltung, in den Jahren 2014 bis 2016 je 500. Diesen Mehrbedarf habe man beim Finanzministerium bereits deponiert. Zudem soll im Rahmen der Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht auch über zusätzliches Personal zur Entlastung der Lehrer gesprochen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2013)

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