Die Forderungen des Bildungsvolksbegehrens

Insgesamt umfasst der Text des Bildungsvolksbegehrens zwölf Forderungen. Die wichtigsten in Kürze.

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(c) VBBI (Willy Haslinger)

Der Kurztext für das Unterstützungserklärungs-Formular, der in Gemeinden und Bezirksämtern aufliegt, lautet: "Wir fordern mittels Bundes(verfassungs)gesetzlicher Regelung ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem, das so früh wie möglich alle Begabungen des Kindes fördert und Schwächen ausgleicht, autonome Schulen ohne Parteieneinfluss, eine leistungsdifferenzierte, hochwertige gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht und ein Angebot von ganztägigen Bildungseinrichtungen, eine Aufwertung des LehrerInnen-Berufs und die stetige Erhöhung der staatlichen Finanzierung für Unis auf 2 Prozent des BIP bis 2020". Insgesamt umfasst der Text zwölf Forderungen. Die wichtigsten in Kürze:

Autonomes Schulsystem: Das Ministerium soll Bildungsziele vorgeben und sich um die Qualitätssicherung kümmern. Schulen legen autonom pädagogische Ziele fest und sind für das Personalmanagement zuständig, wobei die Schüler, Eltern und Lehrer eingebunden werden. Bezirksschulräte sollen ersatzlos gestrichen werden.

Kindergärten: Nicht mehr die Länder, sondern der Bund soll dafür zuständig sein. Ausbildung, Dienstrecht und Besoldung sollen für die Arbeit im Kindergarten dieselbe sein wie für alle anderen Pädagogen. Außerdem wird ein flächendeckendes Angebot an ganztägigen Einrichtungen bis 2020 gefordert.

Schule: Das Volksbegehren will hier die Abschaffung der 50-Minuten-Stunde, der Sonderschule und des Sitzenbleibens. In der Oberstufe sollen Kurssysteme eingeführt und insgesamt das Nachholen von Bildungsabschlüssen erleichtert werden. Bis 2020 sollen verschränkte Ganztagsschulen, in denen sich Unterricht und Freizeit abwechseln, die Norm werden. Durch innere Differenzierung soll jeder einzelne Schüler gefördert werden.

Lehrer: Bis spätestens 2015 sollen alle Lehrer sowie Kindergartenpädagogen gemeinsam ausgebildet werden. Diese sollen außerdem moderne Arbeitsplätze bekommen und von Experten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich unterstützt werden. Bis 2013 fordern die Initiatoren ein gemeinsames Dienst- und Besoldungsrecht.

Hochschulen: Bis 2020 soll der Anteil an Hochschulabsolventen eines Jahrgangs von derzeit 22 auf 40 Prozent gesteigert werden, dabei soll den Fachhochschulen eine Verdopplung der Studentenzahlen bis 2017 ermöglicht werden. Bis 2020 soll außerdem die öffentliche Finanzierung von Hochschulen und Unis auf zwei Prozent des BIP und die Finanzierung der öffentlichen Forschung bis 2015 auf vier Prozent des BIP angehoben werden.

Migranten: Durch "kalkulierbare Rahmenbestimmungen" sollen sie von der Elementar- bis zur Hochschulbildung dieselben Bildungs- und Berufschancen haben wie Personen ohne Migrationshintergrund.

(APA)

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