ÖVP-Schwenk bei Ausbau der Ganztagsschule

 (Die Presse)

Drei Tage nach der Regierungsklausur in Laxenburg kann sich die ÖVP doch einen raschen Ausbau der Ganztagsschulen vorstellen – allerdings nur, wenn alle Forderungen der auch ÖVP berücksichtigt werden.

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Wien/Apa/Thea. Eine herbe Abfuhr erhielt die SPÖ bei der Regierungsklausur für ihre Forderung nach mehr Mitteln für den Ausbau der Ganztagsschulen. Weil es zu keiner Einigung mit der ÖVP kam, wurde sogar eine weitere Klausur für März angekündigt.

Drei Tage nach der Klausur in Laxenburg schaut die Sache schon wieder ganz anders aus. So kündigte ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf am Montag an, dass die von der SPÖ geforderte Verdoppelung der Mittel auf 160 Millionen Euro doch vorstellbar sei – allerdings nur, wenn alle Forderungen der ÖVP berücksichtigt werden. Und das heißt: Die Ganztagsschule muss ein freiwilliges Angebot bleiben.

Sollte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) rechtzeitig ein „mit den Ländern ausverhandeltes Konzept vorlegen“, könne der Ausbau „noch heuer“ im Ministerrat beschlossen werden. Ein „forcierter Ausbau“ der Ganztagsschule sei für die ÖVP wichtig, weil es sich um ein Bedürfnis von Eltern und Wirtschaft handle, so Kopf.

Claudia Schmied zeigt sich über die Ankündigung Kopfs in einer ersten Reaktion „hocherfreut“. Sie werde „so rasch wie möglich“ mit ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon die entsprechenden Gesetzesvorlagen ausarbeiten, erklärte Schmied gegenüber der „Presse“.

 

Finanzierung noch offen

Für die Finanzierung der Ganztagsschule wälzen beide Regierungsparteien allerdings Ideen, die beim Gegenüber auf wenig Begeisterung stoßen. Bundeskanzler Werner Faymanns (SPÖ) Vorschlag, die Erbschaftssteuer dafür wieder einzuführen, erteilte Kopf erwartungsgemäß eine Abfuhr. Sein Gegenvorschlag, über mögliche Privatisierungen nachzudenken – jedoch ohne konkrete Beispiele zu nennen –, dürfte allerdings bei der SPÖ ähnlich wenig Anklang finden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2012)

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67 Kommentare
 
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Armes Österreich!

Es ist leider wieder typisch für Österreich: die Minister/innen mit den krausesten Ideen und der wenigsten Ahnung sitzen im Bildungsministerium. War schon immer so, wird wohl auch so bleiben. Arme Kinder, armes Österreich!

Die Schulen der Politiker...

Es ist ja sattsam bekannt, dass unsere Politiker jedweder Couleur ihr Kinder in Privatschulen untergebracht haben - da können sie an den öffentlichen Schulen herummurksen, wie sie wollen, ohne ihre eigenen Kinder in Mitleidenschaft zu ziehen.
Herr Faymann sollte sich ernsthaft überlegen, ob er das für seine Kinder gewollt hätte, was seine Ministerin jetzt mit Gewalt durchzupeitschen sich anschickt. Im Übrigen kann man ihm nur ein berühmtes Zitat - in Abwandlung - zurufen: "Junger Mann, gehen Sie doch (selbst) in die Schule!"

aufgebrachte lehrerInnen

schreiben viele Kommentare. die haben angst um ihren halbtags Job.

Re: aufgebrachte lehrerInnen

Um es nochmal festzuhalten: der Lehrberuf ist KEIN Halbtagsjob, die Wochenarbeitszeit beträgt in den Unterrichtswochen durchschnittlich mindestens 45 Stunden für eine normale Lehrverpflichtung mit ca. 20 Unterrichtseinheiten.

aha

Warum erst jetzt ÖVP? wird bei der nächsten Wahl doch nichts mehr nützen......

Warum eigentlich Zwang?

An unserer Schule schaffen wir jedes Jahr mit Müh und Not gerade EINE einzige Nachmittagsbetreuungsgruppe in den 1. + 2. Klassen (insgesamt rund 250 SchülerInnen).
So viel zum "ungeheuren" Bedarf bzw. Interesse.

Dass in den Großstädten der Bedarf ungleich höher ist, ist mir schon klar, aber warum soll z.B. ein Kind in Tirol einen ganzen Tag in der Schule sitzen, weil es in Wien dafür Bedarf gibt?

Und:
Wie in vielen unten angeführten Postings erwähnt wird: Wenn alle Räume der Schule ganztägig "bespielt" würden, bliebe kein Platz mehr für (sportliche) Freigegenstände, ebenso keine Zeit mehr für die Kinder, bei Sportvereinen, Pfadfindern, Musikstunden in der Musikschule, Feuerwehr, .... mitzumachen, weil sie den ganzen Tag mehr oder weniger erfreut in der Schule sein müssen.

An eines sollte man dabei auch noch denken: Wenn alle LehrerInnen 40 Stunden in der Schule anwesend sein müssen, kann ich von keinem mehr verlangen, sich Arbeitsunterlagen (vor allem Computer !!) zu Hause auf eigene Kosten selbst anzuschaffen, um dort seine Vor- und Nachbereitungen / Korrekturen zu erledigen.

Da müssen sich die Kollegen halt dann um die
vorhandenen 5 Computerplätze an der Schule raufen, wenn sie Unterlagen für den Unterricht brauchen.

Denn freiwillig wird sicher niemand mehr privat Geld ausgeben, wenn ihm der Dienstgeber bei 40 Stunden Anwesenheit pro Woche nicht einmal den nötigen Platz und die nötigen Arbeitsunterlagen zur Verfügung stellt.

alle, die ganztagsschulen fordern

sollten sich zuerst fragen, ob sie selber solche besuchen möchten.

Die Ganztagesschule kostet in Schweden weniger, als unser Halbtagsmodell!

Wo geht das Geld hin, fragt man sich, wenngleich auch schon die OECD das überdurchschnittliche Gehalt unserer Lehrer, bei glztg unterdurschnittlicher Unterrichtstätigkeit verwundernd festgestellt hat.

Deutschland und Österreich sind die zwei Länder, die mit ihren alten Halbtags/Schulmodellen noch immer und fast alleine im 19 JHD weilen. Wundert uns da der Frust von Lehrern (siehe Postings hier) und Schülern (siehe enorme Ausgaben für Nachhilfe) ?

Leider hat sich Herr Faymann persönlich dem Thema der Ganztagsschule angenommen. Ob das gut ist wird sich zeigen. Andererseits hat er immer dtl mehr erreicht, als die ÖVP.

Nebst bei darf den Lehrern hier gesagt sein, dass die überwiegende Mehrheit der Eltern FÜR eine Ganztagesschule ist und von den gut bezahlten Lehrern auch erwartet, den ganzen Tag dort anwesend zu sein!


Re: Die Ganztagesschule kostet in Schweden weniger, als unser Halbtagsmodell!

Es ist nicht der Großteil der Eltern für eine Ganztagsschule. Dieser rechnerische Fehler ergibt sich aus der mit Suggestivfragen gespickten Umfrage, die um sündteures Geld vom Wr. Bürgermeister in Auftrag gegeben worden ist. Viele (selbst gebildete) Eltern waren mit der Formulierung der Fragen derart überfordert, dass sie unabsichtlich genau das angekreuzt haben, was die Wiener Regierung haben wollte!

Re: Die Ganztagesschule kostet in Schweden weniger, als unser Halbtagsmodell!

Schon wieder das Propagandabeispiel mit Schweden !
In Schweden gibt es neben der Ganztagsschule und Gesamtschule auch über 900 Freie Schulen !
Siehe www.friskola.se !
Kein Schulgeld auch bei diesen Privatschulen !
Schweden hat zwei Schulsysteme, das wird in der roten Propaganda immer verschwiegen !

Re: Die Ganztagesschule kostet in Schweden weniger, als unser Halbtagsmodell!

Sie sollten nicht von sich auf andere schließen! Im ländlichen Raum besteht wenig bis kein Bedarf an Ganztagsschulen.

Re: Die Ganztagesschule kostet in Schweden weniger, als unser Halbtagsmodell!

"Nebst bei " - solche phrasen verwenden die überdrübertypen.

Unvergleichbarkeit

1. In Österreich müssen die Schulen etwa die Schulgebäude von der BIG mieten und das scheint in den Bildungsausgaben auf, und weiterer Unfug dieser Art - sowas gibts z. B. in Schweden nicht.
2. JEDE Berufsgruppe in Österreich verdient deutlich über dem OECD-Schnitt (denken Sie mal, welche Länder da alles dabei sind). Gleichzeitig: in kaum einem OECD-Land werden LehrerInnen im Vergleich zu anderen Berufen so schlecht bezahlt, siehe: http://diepresse.com/home/bildung/schule/lehrerbildung/1280280/Lehrer-verdienen-weit-weniger-als-andere-Akademiker- .
3. Ich kann schon den ganzen Tag in der Schule anwesend sein, aber muss in den unterrichtsfreien Zeiten arbeiten (unterschätzen Sie nicht, welchen Aufwand die Vor- und Nachbereitungsarbeiten vernünftigen Unterrichts bedeuten) und kann nicht gleichzeitig nebenher die SchülerInnen betreuen, so funktioniert das also nicht.

Oha, jetzt wird's langsam pathologisch:

"Ich möchte", "meine Prioritätenliste", "Faymann will",...

"L'État, c'est moi!", aber Obacht Wernerle, Österreichs definitiv letzter Kaiser ist 1990 gestorben!

Kindern würde gefallen

wenn der studienabbrecher und seine partie sich schleichen und zwar bald

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Klar will Faymann das!

Es sollen alle Österreicher auf sein Niveau kommen! ;-)))

eigene Kindheit vergessen?

Können sich die Befürworter der Ganztagsschule nicht mehr an ihre eigene Kindheit erinnern? An das wunderbare Gefühl, das einen befiel, wenn man zu Mittag wieder aus der Schule rausdurfte? Wären die Herrschaften gern den ganzen Tag geblieben? Ich glaube, dass es den Kindern heute auch lieber ist, ihre Lern- und Freizeit selber einzuteilen. Dass manche Eltern die Ganztagsschule wollen oder eben für ihre Kinder brauchen, kann ich verstehen, aber sicher nicht ALLE! Auf diese Zwangsbeglückung können sicher viele verzichten!

Re: eigene Kindheit vergessen?

die befürworter der ganztagsschule wären wahrscheinlich lieber in der schule gewesen als zu hause, gstört wie die sind.

wieso

bezieht man nicht auch die Schüler in diese Entscheidung mit ein?

Schulthema

Bundeskanzler und "Prioritätenliste" Schule. Warum zu diesem Thema nicht eine Volksbefragung?! Ah ja, da könnten ja wirklich Alle eine Meinung dazu haben, tatsächliches Wissen zum Thema vielleicht auch noch.
hese



Hier eine sehr informelle Seite Ganztagsschulen in Bayern betreffend. Trifft auch auf Österreich zu.

Kann von unten angegebener Internetseite auch als Pdf-Datei heruntergeladen werden.

http://ganztagsschulen.wordpress.com/pro-contra-ganztagsschulen/

Es wird Zeit, auszuwandern, und zwar in Staaten, die kein kommunistisches Gesellschaftsmodell anstreben.


Re: Es wird Zeit, auszuwandern, und zwar in Staaten, die kein kommunistisches Gesellschaftsmodell anstreben.

ja bitte so schnell als möglich
. wenn Ganztagsschulen Kommunismus sein sollen dann hilft ihnen wahrlich nur die flucht. aber wohin? ausser in Bayern herrscht überall schon Kommunismus.

Dann ist es also aus mit Musikschule, Sportverein und ähnlichen Freizeitaktivitäten am Nachmittag!

Der/die SchülerIn muss Nachmittag in der Schule seine Stunden absitzen, ganz egal ober den Lehrstoff schon in der halben Zeit geschafft hätte oder ob er ihn wegen Dummheit oder Motivationsschwäche ohnehin nie schaffen wird.

 
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