Imagepolitur für die Unis

Minister Töchterle will mit jeder Universität ihre Stärken präsentieren. Das soll Mäzene anlocken. In den kommenden Monaten will er durch ganz Österreich touren.

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(c) APA ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)

Wien/Beba. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) will das Image der heimischen Hochschulen aufpolieren. In den kommenden Monaten will Töchterle durch ganz Österreich touren, um mit jeder einzelnen Uni ihre jeweiligen Stärken zu präsentieren und so das Positive in den Vordergrund zu rücken. „Unsere Universitäten haben nicht das Ansehen, das sie verdienen“, sagte der Minister am Dienstagabend beim traditionellen Neujahrsempfang der Universitätenkonferenz (Uniko).

Er mahnte, den oftmals negativ geführten Diskurs über die Unis zu beenden. Klarerweise gebe es dort und da Verbesserungsbedarf – dieser dürfe aber nie die Leistungen der Universitäten insgesamt überschatten. „Wir müssen gemeinsam Stärke und auch unsere Stärken zeigen und die zweifellos vorhandene Exzellenz in Lehre und Forschung präsentieren“, so Töchterle. Ein besseres Image der Universitäten könnte nicht zuletzt auch ihre Attraktivität für private Geldgeber und Mäzene steigern und so zusätzliches Geld bringen.

Rektorenchef Heinrich Schmidinger plädierte ebenfalls dafür, der Kommunikation über die Unis größere Sorgfalt zukommen zu lassen. „Unsere hochschulpolitische Wirklichkeit ist nur so gut oder schlecht, wie wir sie kommunizieren“, sagte Schmidinger.

 

Töchterle verteidigt Finanzierung

Minister Töchterle verteidigte beim Empfang auch die Pläne der Regierung zur Studienplatzfinanzierung, die die Rektoren zuletzt scharf kritisiert haben. Er sei sich durchaus bewusst, dass die Uni-Chefs mit dem Modell nicht zufrieden seien, sagte Töchterle. „In der derzeitigen politischen Konstellation und vor dem Hintergrund weltweit expandierender Hochschulsysteme ist es aber undenkbar, dass man die Zahl der Studienplätze zurückfährt.“

Die Rektoren monieren unter anderem, dass der ab Herbst geplante Testlauf für die neue Finanzierung – die dann auch Zugangsbeschränkungen ermöglicht – zu wenige Studienfächer umfasse. Zudem orientiere sich die im Gesetz festgeschriebene Zahl der Anfängerplätze nicht an den tatsächlichen Kapazitäten der Unis, sondern an der Anzahl der bisherigen Studienanfänger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.01.2013)

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