Studie: Studenten sind verschuldet

26.06.2013 | 17:33 |   (Die Presse)

Mehr als jeder dritte Studierende steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das zeigt eine neue Studie. Die Österreichische Hochschülerschaft interpretiert die Ergebnisse als „Denkzettel an die Regierung“.

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Wien/J. N. Jeden zweiten Tag Fisch oder Fleisch zu essen, das können sich knapp ein Viertel der Studierenden nicht leisten. Jedem zehnten Studierenden fällt es sogar schwer, die eigene Wohnung angemessen zu heizen. Ähnlich viele haben nicht genug Geld, um dringende medizinische Behandlungen durchführen zu lassen.

Das sind die Detailergebnisse einer neuen Studie, die am Institut für Soziologie der Uni Wien unter der Leitung von Martin Unger vom Institut für Höhere Studien (IHS) entstanden ist. Insgesamt haben demnach mehr als ein Drittel der rund 5000 befragten Uni-Studenten (sehr) große finanzielle Probleme. Jeder Vierte überzieht deshalb regelmäßig das Konto, und immerhin rund 16 Prozent der Studierenden geben an, dass sie ob ihrer prekären finanziellen Situation bereits einen Kredit aufgenommen haben. „Die Zahlen stehen für sich“, so der Kommentar von Experte Unger.

Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH), die ebenso bei der Studie mitgewirkt hat, interpretiert die Ergebnisse als „Denkzettel an die Regierung“. Diese müsse endlich die „Baustelle Beihilfensystem“ angehen, sagt Angelika Gruber, die stellvertretende Vorsitzende der ÖH, die ihr Amt am Freitag abgeben wird (siehe Artikel links). Die Reaktion aus dem Wissenschaftsministerium kam prompt: Die Studienförderung sei „gut ausgebaut“, außerdem werde „ständig an einer Verbesserung gearbeitet“.

Verzögerung durch Geldprobleme

Dass sich die finanzielle Situation der Studenten weiter verschlechtert hat, hängt mitunter mit der Kürzung der Familienbeihilfe zusammen, die am 1. Juli 2011 in Kraft trat. Seither wird die Familienbeihilfe nur noch bis zum 24. Geburtstag statt wie zuvor bis zum 26. Geburtstag ausgezahlt.

Der Kreis der Bezieher ist dementsprechend deutlich kleiner geworden und liegt derzeit bei 43,4 Prozent. Das wiederum sorgt dafür, dass Studenten immer häufiger neben dem Studium arbeiten müssen. Der Effekt aufs Studium bleibt nicht aus: 22,8 Prozent rechnen mit einen Studienverzögerung von ein bis zwei Semestern. Weitere 20,7 Prozent gehen davon aus, dass sie sogar mindestens drei Semester länger brauchen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2013)

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89 Kommentare
 
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was für schwachsinn

bevor ich studieren gegangen bin habe ich 1 jahr vollzeit gearbeitet und fast den gesamten lohn gespart. jetzt arbeite ich in den freien monaten vollzeit, in der vorlesungszeit geringfügig sa und so und habe überhaupt keine probleme und kann mir den einen oder anderen luxus leisten. studenten müssen arbeiten gehen oh wie schlimm. früher war das normal. und bei den katastrophalen noten frage ich mich was der großteil der studenten den ganzen tag macht. letztes semester hatten wir bei einer klausur gerade einmal 10 sehr gut bei +100 angetretenen studenten.

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Schon beim ersten Satz...

...dieses Artikels kommt mir das Grausen! Jeden zweiten Tag Fisch oder Fleisch zu essen...
Ich bin Student, verfüge über genügend Geld, da ich arbeite und verstehe diesen ganzen Schei. nicht.
Es ist doch vollkommen klar das man in der Studentenzeit nich das große Geld auf die Seite schafft. In meinem ersten Jahr war es jeden Monat ein Nullsummenspiel. Hunger hab ich aber nie gelitten. Fleisch hats auch nur selten gegeben, meistens doch eher Nudeln! Gings mir deshalb schlecht? Kein bisschen.

Mir hat es eher geholfen knapp am finanziellen Limit zu leben. Dadurch lernt man was man braucht, was nicht und mit dem Geld umzugehen.
Hätten unsere Politiker auch bitter nötig!

In Österreich sind auch Nichtstudenten verschuldet

Also muß die Ursache nicht zwangsläufig das Studium sein-solche Artikel sind ohne Hintergrundinformationen wertlos.

Das einzig wichtige wäre, ob das Studium oder der zu hohe Lebensstandard zur Verschuldung geführt hat.

Das einzig interessante wäre:
*welchen Lebensstandard haben sie-wie viel Luxus gönnt sich Einzelne? (Urlaub,i-Phone,..)
*wie bestreiten sie ihren Unterhalt-gehen sie arbeiten oder nicht?
*bekommen sie Unterstützung-vom Staat,von den Eltern?
*was kostet das Studium-alle Gebühren pro Jahr
*wie hoch sind deren Lebenshaltungskosten
*etc....

Alles Andere ist Unsinnig und Stimmungsmache

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Interessant wäre

wieviel der verschuldeten Studenten modernste Smartphones ihr eigen nennen....

Re: Interessant wäre

smartphones gibts relativ günstig und ein handy braucht man nunmal und wenn man telefonieren will nunmal auch einen vertrag und für einen 10€ vertrag gibts oft schon ein galaxy s2/iphone 4 um 50€ und soetwas stellen sie als referenz hin ?

Re: Re: Interessant wäre

.. und wieviele von diesen täglich 1 bis 2 Zigarettenpackungen sich hineinziehen...

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Re: Re: Interessant wäre

modernste(!) hab ich geschrieben.
Zum Telefonieren reichen andere Modelle auch.
Die eine oder andere App kostet auch, etc. etc..

Mir haben meine Eltern bzw. Verwandten beigebracht "Streck dich nach der Decke" und weitere Wahrheiten die keiner hören will, gibt ja eh alles auf Kredit....

ich hab auch leider

2 nebenjobs während dem Studium gehabt 20-25h in der Woche! und gereichts hat's auch nicht! gleichzeitig arbeiten und lernen! hab das Studium deswegen in die lange gezogen und nicht abgeschlossen! dank der ÖVP wurde unseren Generation nur Steine in den weg gelegt! und jederder jetzt schreit das er den meisterbrief bei humbuck absolviert hat der war nebenbei auch vollzeit arbeiten der unterschied

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z.B. Meisterbrief

Das Geld habe ich mir auch erarbeiten müssen und habe vom Staat fast keine finanzielle Unterstützung bekommen.
Die Armen Studenten sollen nebenher Arbeiten gehen und nicht nur in den Ferien Urlaub fahren und Party machen!

Re: z.B. Meisterbrief

ich hatte zeit meines Studiums kein Geld zum Urlaub fahren und in den Ferien war Schicht am Bohrturm und im Stahlwerk angesagt.

sie wurden adequat bezahlt, unserereins wird/wurde als hilfsarbeiter bezahlt, nur dass sie jetzt die gemeindewohnung und alle Beihilfen in den A geschoben bekommen und unserereins nicht mit 50 in pension geht und obendrein den Staat finanziert!

Der war gut

Die Logik ist mal wieder typisch österreichisch. Weil die Familienbeihilfe nur (!) noch bis 24 gezahlt wird, müssen viele neben dem Studium arbeiten.

Was für eine klasse Logik, wie wäre es - nur so eine Idee - damit, das Studium mit 24 einfach abzuschließen?


Re: Der war gut

Ich habe noch eine bessere Idee, warum nicht einfch reich werden. Einfach so...

Re: Der war gut

ja voll einfach. habe eine berufsbildende höhere schule gemacht und mit 19 maturiert. dann 9 monate zivildienst da war ich dann 20 einhalb. jetzt studier ich (masterstudium dauert 5 jahre) und bin mit 25 einhalb jahren fertig.

bitte erklärens mir wie ich "einfach" mit 24 fertig sein soll ?

ein jahr hätt ich mir ersparen können wenn ich ein gym besucht hätte aber mit 14 wusste ich nunmal noch nicht ob ich überhaupt studieren gehe geschweige denn was ;)

Re: Der war gut

nicht alles ist so einfach wie Politik"Wissenschaft"

Da is sicher keiner darunter,

der sich regelmäßig besauft, der raucht, regelmäßig ins Café geht und gern bis 11 im Bett bleibt.
Oder?

Re: Da is sicher keiner darunter,

doch aber da sind jene die von den eltern monatlich 1.500€ überwiesen bekommen und das sind vielleicht 2% aller studenten!

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Re: Da is sicher keiner darunter,

Warum so verbittert? Warum sind wir Österreicher so? Hauptsache "motzen".

Ich studiere Technische Chemie an der TU Wien und glauben Sie mir, das Klischee, welches Sie ansprechen spricht definitiv viele Studenten nicht an! Seit 2 Monaten sieht mein Tagesablauf wie folgt aus: 6 Uhr aufstehen, 3 Stunden lernen, anschließend ins Labor für 8 Stunden - währenddessen man immer geprüft wird - heimkommen, 2 Stunden für den Nebenjob arbeiten und erneut lernen bis Mitternacht...

Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele "Arbeiter" es nicht so streng haben...

Es ist wirklich schade, dass man als Österreicher immer einen Sündenbock suchen muss....

Re: Re: Da is sicher keiner darunter,

TUler vielleicht nicht, aber Wirtschaft, Kunst, Hauptuni gehts um garnichts.

Re: Re: Re: Da is sicher keiner darunter,

Aber klar doch. Nur an der TU ist's schwer, der Rest ist a Kinderjausn. Dann gehen's doch her und beantworten alle ausstehenden Fragen auf der Seite hier:
http://quant.stackexchange.com/

Mir war immer schleierhaft, warum Mathematik "gute Mathematik" ist, wenn man damit irgendwelche Strömungsgschichten in irgendeinem Motor ausrechnet, aber wenn man die gleichen Methoden verwendet, um in Quantitative Finance die Wertentwicklung eines Portefeuilles zu bestimmen, wird das zum "Kinderspiel".

Ich hatte an der WU absolviert und wurde ausreichend von Dozenten mit Dipl-Ing oder Dr. techn. unterrichtet. Momentan betreibe ich aus Jux und Tollerei ein Studium an der TU (nur aus Interesse, ohne ernste Ambition) und kann im direkten Vergleich sagen: Der Unterricht dort bereitet einen wesentlich besser auf die Klausur vor. Ich empfinde das Studium als angenehmer, als komplexer empfinde ich es nicht. (Gut, man muß dazusagen - ich bin noch nicht besonders weit.)

ad Hauptuni:
Ein Freund von mir ist Altphilologe. Bei der Klausur aus Stilistik muß man zig Seiten vom Deutschen ins Lateinische übersetzen. In einer Qualität, die mit Goethe, Schiller vergleichbar ist. Ich verrat Ihnen was: Ich könnte 1.000 Jahre lernen und würde die Klausur trotzdem nicht bestehen. Bei fünf schweren Fehlern heißt's "Nicht genügend".
Ich verrat Ihnen noch was: Sie schaffen die Klausur auch nicht.

Kirche -> Dorf

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Re: Re: Da is sicher keiner darunter,

Sehr gut gesagt, auch meine Tochter gehört zu solchen Studenten. Sie lernt brav, hat gute Noten, macht weder Party noch sonstwas. Das Studienbeihilfennetz ist sehr schlecht ausgebaut. Da sieht man wieder, welche Ahnung diverse Minister haben, aber seine Kinder haben ja kein Problem damit, denn Papa hat ja genug. Wir bezahlen das Studium der Tochter mit nur einem Gehalt und bekommen keine Studienbeihilfe. Das Gehalt ist nicht extrem hoch und wenn man jedes Monat an die 500,-- € zusätzlich braucht, ist das sehr viel. Ich selbst habe wegen meinem Sohn, der schweres Asthma hat, nie gearbeitet. Aber dass wir Österreicher von unserem Staat einen Tritt in den Arsch kriegen, wenn wir was brauchen, ist ja klar. Ich bin ja kein Ausländer! Sorry, ist aber so.

Re: Re: Re: Da is sicher keiner darunter,

und dann die meldung "sorry, ist aber so" erinnert mich irgendwie an die diversen postings auf facebook die "angeblich" Auszüge von Leserbriefen sind, bei denen sich "aufrechte Österreicher" über irgendeine schwachsinnigkeit entrüsten, m s n aber gensu weiß, dass es "directly" aus der fpö marketing abteilung kommt!

Re: Re: Re: Re: Da is sicher keiner darunter,

DAS ist hier nicht die Frage....

Re: Re: Re: Da is sicher keiner darunter,

niveau ist keine handcreme! mit dem letzten absatz haben sie sich eindeutig disqualifiziert! braucht ihr Sohn 24std. Betreuung oder wie? od. ist er doch tagsüber in einer von Staat finanzierten Institution? und natürlich ist es in Österreich auch so, dass, wenn man .....viç oder.......kahn heißt, man gleich automatisch 1000 € vom Staat bekommt. ......!^^ ich selbst helfe oft unserer Küchenhilfe (aus Bangladesch) formulare für sein kind auszufüllen und glau B en sie mir, diesen Menschen wird es in diesem staat, alles andere sls leicht gemacht und die arbeiten auch nicht gerade in manager positionen!
Um noch etwas zum Thema Studium loszuwerden: ich selbst studiere und arbeite nebenbei und hab in meinem ganzen Leben noch nie Unterstützung von Staat bekommen! die letzten Jahre waren für mich durch die doppelbelastung wirklich sehr anstrengend, aber das nimmt man in Kauf, wenn man was erreichen will und mir kann keiner erzählen, dass er in Österreich aus finanziellen Gründen nicht s

Re: Re: Re: Da is sicher keiner darunter,

das asthma ihres sohnes ist bedauerlich, wobei ich aber nicht verstehe warum sie das vom arbeiten abhält. ich verstehe nicht in welcher weise sie vom staat enttäuscht sind.
sie können ohne arbeit ihre familie ernähren und ihre tochter kann studieren?
wer glauben sie eigentlich, finanziert das ganze?

Macchiavelli schau oba

Und noch ein paar Privatunis mehr, ein weiterer zu bezahlender Master- oder zusätzlicher Postgraduate- Lehrgang und das Schuldenkorsett wird immer enger. Es i der leichtesze Weg das Systtem nachhaltig zu festigen. Wer kann schon mit einem Berg von Schulden seinem Chef sagen, er wäre ein Idiot oder die verlangte Aufgabe wäre unethisch oder gar kriminell. Mund halten, Hirn ad acta legen wird dami gefördert. Es bleibt die Frage: "cui bono"

schuldsklave

forever

hahahaha

 
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